Musikalisches Grundeinkommen

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Werner, 11.Februar.2026.

  1. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    Doch da sind wir nahe beieinander.

    Nur nicht beim Argument wir machen es hier weil es dort auch gemacht wird.

    Ich nenne Dir ein weiteres Beispiel wie es funktioniert ohne Staat.
    Ein paar Straßen weiter wohnt eine Steinmetzin.
    Die arbeitet 5 Tage bei einem Garten- Landschaftsbauer.
    Abends und am Samstag erledigt Sie Aufträge in Ihrem Kleingewerbe. Sie nimmt das an was Ihr gefällt und führt es aus wie es Ihren Vorstellungen entspricht. Da lebt Sie Ihre künstlerischen Fähigkeiten aus und wie Sie sagt, gut bezahlt.

    Die Frau ist jung, kreativ und hat durch eigene Initiative eine Lösung gefunden ohne den Staat zu bemühen.

    Solche Menschen brauchen wir. Am meisten freut es mich dass junge Menschen sich so was ausdenken. In meiner Generation gibt es leider viele negative pauschale Vorurteile.

    Grüsse Gerrie
     
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  2. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    @visir

    Danke, Du hast es noch mal aus einer anderen Perspektive sehr gut auf den Punkt gebracht.

    Ich empfinde es nicht als Stammtisch. Es sind für mich Grundsatzentscheidung über eine Gesellschaft.
    Gefühlt haben wir immer mehr Egoisten. Ich will, der hat auch, woher es kommt, mir doch egal.

    So jetzt ist das wichtigste gesagt. Heute und morgen Probe , vorher üben.
    Grüße Gerrie
     
    jabosax gefällt das.
  3. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Also zwischen Grundeinkommen und wirtschaftlichen Erfolg sehe ich doch einen Unterschied.
    Letztlich haben wir in Deutschland ein Grundeinkommen, wenn man akzeptiert, von der AfA kontrolliert zu werden. Der einzige Schritt, der da m.E. fehlt wäre, den Künstlern einen entsprechenden Status zuzugestehen, dass sie ohne Einkommen nicht als erfolglose Freiberufler dastehen. Also letztlich etwas Toleranz.
    Da die wenigsten den Status des Grundeinkommensbeziehers auf Dauer behalten will, wenn er nicht muss, ist der Weg zum "nebenjob" eigentlich vorgezeichnet.
    Ich finde es nur sehr spannend, dass es in Dublin funktioniert und scheinbar ja von der Bevölkerung getragen wird, hier scheinbar nicht.
    Und ich finde es auch spannend, dass Deutschland u.a. die Klimawende subventionieren muss, in anderen Ländern geht es ohne.
     
  4. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Oder, "ich habe und gebe nichts ab.... Ist ja meins. Soll der andere doch sehen, wo er bleibt".
    Egoismus aus zwei Perspektiven
     
  5. ppue

    ppue Mod Experte

    Ups, also "Lerne du erstmal was Vernünftiges und verdiene durch harte Arbeit dein Brot, dann kannst du auch am Feierabend deinen schönen Künsten nachgehen."

    Sorry, da gehe ich nicht mit, denn es verkennt vollkommen die Arbeit des Künstlers. Wenn die auf die Qualität des VHS-Aquarellkurses eingedampft wird, kommt da für die Gesellschaft nichts mehr bei rum.

    Die Diskussion hier krankt daran, dass hier der Staat als oberste Instanz mit dem Künstler als Individuum in Beziehung gesetzt wird. Daran krankt auch die Idee einer generellen Grundsicherung für Künstler. Es fehlen bei der Idee alle Zwischeninstanzen, die letzten Endes Kunst definieren, verkaufen, fördern. Die gibt es ja alle auf kleinster, kommunaler Ebene, Landes- und Bundesebene.

    Filme können ohne Förderung nicht gedreht werden, Veranstaltungsorte, Museen, Bibliotheken nicht ohne Subventionen leben, für diverse Projekte gibt es Förderungen vom Land, es gibt die KSK, die GEMA, den kleinen Kunstverein und zig Kulturfonds. All diese Institutionen sind viel näher am Künstler dran und können somit gezielter helfen und überhaupt erst beurteilen, was förderungswürdig ist. Das alles ist ein recht komplexes Zusammenspiel und genau das halte ich für richtig, denn es ist absurd, sollte der Staat entscheiden müssen, wer nun Künstler ist und wer nicht. Das entscheidet die gesamte Gesellschaft und nicht eine einzige Institution.

    Bund, Länder und Städte investierten 2021 knapp 15 Mrd. Euro in die Kultur und natürlich kann man über zwei Punkte streiten:

    a) Reicht das?

    Natürlich reicht das in meinen Augen nicht.

    b) Ist die Verteilung gerecht?

    Natürlich ist sie das in meinen Augen nicht.

    Es zu ändern, bedarf der Energie aller und ist letztendlich eine Frage der Politik, die man beeinflusst, indem man sich für das Richtige einsetzt. Wo und wie auch immer.
     
    Kohlertfan und JES gefällt das.
  6. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Gut, ersetze "Staat" durch "öffentliche Hand". Ist doch im Prinzip egal, welche Ebene, das Geld kommt von der Allgemeinheit.
    Und was wer richtig findet, ist sehr individuell, und ich kenne mich in den konkreten Fördermaßnahmen viel zuwenig aus, um sie beurteilen zu können, aber ich finde schon, dass jeder, der kann, auch was zur Volkswirtschaft beitragen soll. Ob das jetzt in seiner Lieblingsbeschäftigung ist oder nicht. Weißt Du was? Die Arbeit, mit der ich Geld verdiene, ist tatsächlich nicht meine Lieblingsbeschäftigung, aber von den Dinge, die ich lieber mache, könnte ich nicht leben...
    Und ich behaupte, dass der überwiegende Teil der arbeitenden Bevölkerung nicht für "Lieblingsbeschäftigungen" bezahlt wird. Im Supermarkt an der Kassa? In der Produktion oder im Lager eines Industriebetriebs? In der Buchhaltung? usw.
     
  7. ppue

    ppue Mod Experte

    Das größte Argument, dass in der Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen angeführt wird, ist die Freiheit in der Berufswahl, die man dadurch erlangt, dass man nicht sofort und direkt den erstbesten Beruf oder die erstbeste Arbeit anfangen muss, um sein Brot zu verdienen. Es schafft die Möglichkeit, sich eine Arbeit zu suchen, zu der man sich "berufen" fühlt.
    Es tut mir leid, wenn du einen Beruf ausübst, den du nicht gerne machst. Aber das ist kein Argument dafür, dass das anderen auch so gehen sollte. Es
    sollte doch nach Möglichkeit jeder das tun, was ihm nahe liegt.

    Jetzt höre ich dich fragen: Wer macht dann die öde Buchhaltung oder die Kasse im Supermarkt? Der, der einen gutbezahlten Job haben will. Denn die Berufe, die nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen gehören, werden automatisch höher besoldet, wenn sie keiner mehr aus Not machen muss. Auch das ein Vorteil des BGE.

    Zum Beruf des Künstlers: Der ist mitunter sehr anstrengend. Denn um deine Kunst verwirklichen zu können, braucht es eine Menge Energie und Zeit, es gibt wenig Aussicht auf eine erfolgreiche Karriere und wahrscheinlich eine beschissene Rente. Die allermeisten der bildenden und musischen Künstler landen früher oder später in Aus- und Weiterbildungsberufen, bestenfalls z.B. im Orchestergraben, in dem sie ihrer "Lieblingsbeschäftigung" frönen.

    Mir scheint mir hier, nicht nur bei dir, ein arges Zerrbild vom Leben des Künstlers vorzuliegen.
     
  8. ppue

    ppue Mod Experte

    Jeder, der irgendwo irgendetwas einkauft, Auto fährt oder Lotto spielt, trägt zur Volkswirtschaft bei.

    Auch das ein Argument der BGE-Befürworter: Ein Großteil eines Grundeinkommens kommt durch die größere Kaufkraft der Volkswirtschaft wieder zugute.
     
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