Naked Lady mit Zahnausfall erhält Implantatversorgung

Dieses Thema im Forum "Reparatur und Instandhaltung" wurde erstellt von tomaso, 9.Februar.2024.

  1. tomaso

    tomaso Strebt nach Höherem

    Offenbar wurde hier ein Reparaturversuch abgebrochen,
    das originale 2-56 Zollgewinde ist völlig vermurkst.
    Die "Lady Wackelzahn" wechselte den Besitzer, die Baustelle auch.

    Ziel war das Originalgewinde wiederherzustellen.
    Durch die leider auch erweiterte Durchsteckbohrung wurde ein größerer Achsdurchmesser
    von 2,3 erforderlich, das Röllchen mit der Reibahle entsprechen angepasst.

    Die kleine Bildfolge zeigt die Vorgehensweise der Reparatur :
    Zuerst wurde der alte Gewindebereich mit einem 1mm Kugelfräser schrittweise
    auf 2,4 mm erweitert. (Kein Foto)
    Danach aus 3mm Rundmessing eine Gewindehülse gedreht
    und mit Innengewinde 2-56 versehen.
    Eine neue Achse 2,3 mm mit dem nötigen Gewinde angefertigt,
    mit deren Hilfe als Führung, die Gewindebuchse eingepasst wurde.
    Die Buchse mit Überstand und abgedichtetem Gewinde in den
    Drücker eingelötet, bündig abgeschnitten und die Achslänge auf
    Fertigmaß eingekürzt.
    OP-Dauer ca.1,5 Std.
    Jetzt kann wieder Gelacht werden....

    Jetzt freue ich mich auf Helge am Samstag...:pint:
    Alaaf , tomaso
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 9.Februar.2024
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  2. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Die Profilösung lieber Schrauberkollege Thomas...100% fachliche Qualität und Handwerkskunst.

    Ich verrate mal meine vereinfachte..und dadurch sehr schnelle Schlamperei-Methode, die ich aber nur bei meinen eigenen Babys anwende...die aber bis jetzt auch immer funktioniert hat.

    Ausgeleiertes Gewindeloch mit Wattestäbchen und Waschbenzin reinigen und entfetten

    Das Loch mit Lötzinn komplett füllen und zulöten.

    Bei Gewinde M2 mit 1,5er /1,6er Feinbohrer neues Loch zentrisch in die Lötfüllung einbohren

    Neues Gewinde einschneiden, aber nur mit dem M2-Vorschneider und vl. noch mit dem 2-er MIttel-Schneider...keinesfalls mit dem 3er-Endschneider.

    Evtl. die alte M 2er Achse verwenden und Gewinde reinigen oder nochmal nachschneiden, sonst neue Achse mit Gewinde fertigen.

    Langsam und vorsichtig in das Lötlochgewinde eindrehen..in der Regel schneidet sich dann das Achsengewinde gut und straff ins Lötzinn ein und es hält wieder einwandfrei.

    Das ganze funktioniert aber nur, weil auf den Gewindsitz keinerlei statische Kräfte einwirken, wie z.B. Druck, Zug, Biegung, Drehung etc..und es damit in statischer Ruhe ist.

    Bei Verwendung der alten Achse etwa 10 -15 Minuten OP

    Gr Wuffy
     
    Zuletzt bearbeitet: 9.Februar.2024
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  3. Ernesto

    Ernesto Ist fast schon zuhause hier

    Das Conn ist aktuell nicht verkäuflich, das Bildnis der IMG_0738.jpeg Lady schon …

    5 Bände Wilhelm Busch auf dem Tisch … mal anfragen.

    E.
     
  4. Ernesto

    Ernesto Ist fast schon zuhause hier

    das Bildnis der Lady kostet 350 €.
     
  5. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Was hat dies hier zu suchen?
     
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  6. Ernesto

    Ernesto Ist fast schon zuhause hier

    Zuletzt bearbeitet: 9.Februar.2024
  7. Ernesto

    Ernesto Ist fast schon zuhause hier

    Deine Methode klingt wunderbar schnell, ich assozziiere erst mal: warum 1,5 Stunden investieren in eine naked lady? Klar, ich mag keine Conns, also ist - natürlich nur für mich - schon die 1/4 Stunde die Du ansetzt eigentlich schon zu viel.

    Würde es mich stören, daß der „Zahn wackelt“ …. vielleicht würde ich die vorhandene Achse gefettet mit Stabilit Express einkleben …

    Aber sehr gut zu wissen, dass Tomaso iergendwo im Rheinischen sitzt und sich mit derrtiger Feinmechanik beschäftigt. An einer meiner Kannen fehlt mir noch das Front-F.

    Muss neu konstruiert werden, dieses MK 5 hatte nie eines.

    gn8

    Ernesto
     
  8. giuseppe

    giuseppe Strebt nach Höherem

    Ich finde, das mit den 15 Jahre alten Threads war nicht die schlechteste Lösung. :rolleyes:
     
  9. JTM

    JTM Kann einfach nicht wegbleiben

    Weil es das Horn wert ist,ganz einfach
    Wen interessierts?
    das ist Pfusch
     
  10. jabosax

    jabosax Ist fast schon zuhause hier

    Don‘t Feed the Troll!
    Der Ignorebutton ist doch eine wunderbare Erfindung…
     
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  11. Witte

    Witte Ist fast schon zuhause hier

    :oops::eek::eek:Denke @tomaso hat das bestens gelöst…;)

    Würde persönlich nen Teufel tun an nem zölligen Gewinde, mit nem metrischen System dran rumfummeln..;)

    @tomaso hat sich die passende Gewindebuchse selbst hergestellt…:)

    Als ich noch im Maschinenbau tätig war, hab ich bei verkorksten metrischen Gewinden, entweder mit Helicoil Gewindeeinsätzen arbeiten können, oder ggf. direkt das nächstgrößere Maß genommen…;)

    Waren allerdings auch größere Gewinde…!

    Mich würde der Teufel reiten den Zollgewinden ein metrisches System aufzuzwingen, selbst wenn das auch gut funktioniert…:eek:

    Muss Ick immer an Pulp Fiction denken…:p

     
    Zuletzt bearbeitet: 11.Februar.2024
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  12. Gerrie

    Gerrie Ist fast schon zuhause hier

    Sehe ich ähnlich.

    @tomaso hat es toll gelöst.

    Generell finde ich es gut wenn so ein Sax wieder funktionstüchtig gemacht wird. Ob am Schluss ein Zoll oder metrisches Gewinde zum Einsatz kommt wäre mir sogar egal.
    Original hat immer Vorrang. Keine Frage.
    Ich habe halt eher den Zugang zu metrischen Werkzeugen.

    Die Frage ob sich das lohnt stellt sich mir nicht. Ist man glücklich mit seinem Sax gibt man die € aus vergisst es und freut sich am Musizieren.

    Grüße Gerrie
     
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  13. giuseppe

    giuseppe Strebt nach Höherem

    Der Einwurf, warum man so einen Aufwand bei einem alten Klassiker macht, ist ähnlich z.B. mit dem Einwand, warum man eine 400 Jahre alte Schlossfassade oder ein altes Möbelstück restauriert. Und beides spricht für sich…
     
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  14. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Natürlich alles richtig und toll, wenn man es mit Liebe, Können und Herzblut macht .

    Ich sehe es aber auch mal total unemotionall von der technisch-praktischen ..und auch von der Kosten-Seite.

    Wenn ein Röllchen wackelt, weil die Achslagerung ausgeleiert ist, muss man natürlich diesen Mangel beseitigen.

    Mehrere Wege führen aber nach Rom.

    Man muss unterscheiden, welche Funktion so eine Gewinde-Restaurierung überhaupt hat.

    Die Achse mit Röllchen schaubt man einmal ein, etwas ölen, damit das Röllchen gut rollt...und das war's dann für eine halbe Ewigkeit.

    Kein Mensch wird in den nächsten Jahren / Jahrzehnten auf die Idee kommen, Röllchen wieder ab-und einzubauen, also an der Achse zu drehen.

    Ich behaupte mal 95% aller (wackelfreien und funktionierenden) Röllchen waren über ein ganzes Saxleben noch nie ausgebaut, es sei denn mal bei extremen Putzarbeiten oder sonstigen Röllchenbeschädigungen.

    Für mich jedenfalls, ist es auch kein Pfusch, wenn eine wackelnde Röllchenachse auch mal fachgerecht eingeklebt wird, so dass nix mehr wackelt und die einwandfreie Funktion des Röllchens wieder für Jahre gewährleistet ist. Die Achse sitzt zwar fest, man braucht sie aber auch für Jahre / Jahrzehnte nicht mehr zu öffnen.

    Ein Saxdoc wird auch wohl immer die Kosten für seine Leistungen gegenüber dem Kunden im Blick behalten.

    Ganz anders sieht es aber aus, wenn die wichtigeren Achsen, bzw. derer Gewindelager am Sax zu restaurieren sind, also die ganzen Achsen in denen die Klappen laufen.

    Da wäre statisches Einkleben natürlich absoluter Pfusch, weil diese Achsen doch immer mal wieder bei jeglichen Revisionen etc. bewegt werden müssen.

    Gewindenacharbeiten gehen da natürlich auch, allerdings kann ich den Durchmesser der Achse da natürlich keinesfalls ändern und muss etwas andere Wege gehen.

    Gr Wuffy
     
    Zuletzt bearbeitet: 11.Februar.2024
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  15. giuseppe

    giuseppe Strebt nach Höherem

    @Wuffy, auf deine schnelle Reparatur bezog sich das nicht. Nicht mal direkt auf das einkleben, Kleber kann man sich mit Hitze zersetzen, auch wenn das Röllchen nah dran ist. Mit ging es um das „überhaupt“. Da läufst du nicht Gefahr, mangelnder Wertschätzung für Altes bezichtigt zu werden.
     
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