Rock ’n’ Roll Improvisation

Dieses Thema im Forum "Improvisation - Harmonielehre" wurde erstellt von Gast, 26.Juli.2012.

  1. saxhornet

    saxhornet Experte

    Nein es gibt keine fest Skala für Rock 'n'Roll und es gibt auch keine Magic Tones, vielleicht Magic mushrooms aber keine Magic Tones.
    Wenn ich Dir einen sehr ernst gemeinten Tip geben darf, der allerdings nicht böse gemeint ist sondern wirklich als Hilfestellung gedacht ist:
    Um gefährlichem Halb- oder Viertelwissen vorzubeugen wäre es sehr ratsam sich einen guten Lehrer zu suchen der Dich auf deinem derzeitigen Wissensstand abholt und mit Dir nach und nach das Wissen erarbeitet das Du benötigst. Im Augenblick wird sehr schnell klar, daß Dir ein bisschen der Durchblick beim Thema Harmonilehre und Improvisation noch fehlt. Häufig schafft man es aber nicht allein sich dieses Wissen drauf zu schaffen und hier im Forum können wir zwar Tips geben aber einen Lehrer der mit Dir konkret an deinen Problemen arbeitet nicht ersetzen. Wie gesagt ist das nicht böse gemeint aber mit dem richtigen Wissen wird es Dir viel leichter fallen Rock'n'Roll und andere Stile zu verstehen und darüber zu improvisieren. Und es gibt leider keine Abkürzungen oder Tricks als sich mit der Materie gründlich auseinanderzusetzen und das ist mit einem Lehrer halt deutlich einfacher.
     
  2. saxhornet

    saxhornet Experte

    Hi Jonny,
    ich hoffe Du kannst englisch. Ich habe Dir mal ein paar Links zum Start zusammengesucht:

    http://www.saxontheweb.net/Rock_n_Roll/
    http://forum.saxontheweb.net/showthread.php?164914-Great-Solos-Red-Prysock-quot-Rock-and-Roll-Party-quot
    http://forum.saxontheweb.net/showthread.php?5224-The-History-of-Top-40-Saxophone-Solos-1955-1998

    Vielleicht hilft es was.
    Gruß
     
  3. Rick

    Rick Experte

    Hallo Jonny!

    Gern geschehen!
    Ich habe über lange Jahre viel Rock'n Roll gespielt und freue mich, dass Du Dich dafür interessierst. :)

    Der meiner Ansicht nach genialste RnR-Saxer aller Zeiten war Sam Butera, Leiter der Begleitband "The Witnesses" von Louis Prima. Fetzig, knackig, melodisch und rhythmisch immer auf den Punkt, einfach klasse!

    Hier seine typische Version des "Night Train":



    Und das Lied mit seinem berühmtesten Solo (wenn er es hier auch nicht Ton für Ton nachspielt):



    Generell sind die Solos eigentlich im Stil von Swing-Jazz gehalten, viele Sidemen (= Begleitmusiker) stammten aus diesem musikalischen Umfeld und brauchten nach dem großen Big-Band-Sterben Ende der 1940er neue Betätigungsfelder bzw. Einnahmequellen.

    Dementsprechend kommt man aber mit der "Swing Scale", also der Dur-Bluestonleiter, sehr weit (wie schon erwähnt).

    Klar, die funktionieren immer.
    Was der gute Paul da propagiert ist aber eigentlich nichts anderes als eine verkürzte Pentatonik, soweit ich mich erinnere.
    Wenn Du Dur-Pentatonik plus Blue Note (= kleine Terz) spielst, bist Du auch schon bei der "Swing Scale". ;-)


    Schöne Grüße,
    Rick
     
  4. Mugger

    Mugger Guest

    Servus,
    ich glaub ich bin einer der wenigen Saxophonisten, die Sam Butera Platten zu Hause haben :)
    Ich verfalle noch immer regelmäßig in Extase, wenn ich irgendwo das oder das spielen darf :)
    So kindisch bin für mein Alter...
    Die Cats konnten schon spielen, auch die Rhythmusgruppe.
    Auf den Gesichtsausdruck von der Keely steh' ich aber auch, zugegeben.

    Grüßle
     
    Rick gefällt das.
  5. Rick

    Rick Experte

    Hallo Mugger!

    Genau wie ich! ;-)

    Bin etwa mit 14, 15 auf diese super Musik gestoßen und war sofort begeistert von der witzigen Mischung aus New-Orleans-Jazz, italienischem Temperament und Rock'n'Roll-Groove.

    Da "fehlt" gewiss der für "echten" Rock'n Roll wichtige Country & Western-Einfluss, wobei ich persönlich mit Dixieland immer noch mehr anfangen kann als mit Hillbilly-Geschrammel. :-D

    Also kindischer als die Band von Louis Prima mit ihren Clownereien kann man glaub' ich kaum noch sein. :lol:

    Dabei sollte man nicht vergessen, dass Prima nicht nur ein erfolgreicher Entertainer war, sondern überhaupt ein einflussreicher Musiker.
    Benny Goodmans Mega-Hit der 1930er Jahre, das bis heute unvergessene "Sing Sing Sing", stammte aus seiner Feder, er war in den 1940ern ein Big-Band-Leader, feierte in den 1950ern u. a. mit "Just A Gigolo" große Erfolge und sorgte dann in den 1960ern mit seinem Affenkönig "King Louis" für einen der Höhepunkte von Walt Disneys "Dschungelbuch" (was Du ja verlinkt hast).

    Allerdings hatte Sammy Butera großen Anteil an Primas späteren Erfolgen, indem er nicht nur die Begleitband leitete und seine fetzigen Sax-Solos beisteuerte, sondern zudem noch meines Wissens alle Titel so großartig arrangierte (die effektive Bearbeitung gehörte nicht zu Primas besonderen Fähigkeiten, wie ja auch sein "Sing Sing Sing" erst durch das Arrangement von Jimmy Mundy zum Hit wurde).

    Ooooh ja, alles super Musiker!
    Und fast alle in der Gegend von New Orleans aufgewachsen, wobei freilich nicht alle Söhne italienischer Einwanderer waren, der Posaunist beispielsweise war französischer Abstammung.

    Genial, oder?
    Angeblich wollte Prima mit ihrer zur Schau gestellten Coolness das Bild von der wilden "Affenhorde" kontrastieren, so bekam er eine weitere Struktur in die Performance, baute Spannung auf ("Warum ist die Sängerin so ernst? Was ist da los?") und konnte kleine Gags einbauen, wie seinen "schuldbewussten" Blick, wenn sie ihn beim Herumzappeln "ertappte".

    Wirkt tatsächlich wesentlich interessanter, als wenn sie selbst mitgetanzt hätte; obwohl sie laut eigener Auskunft dazu eigentlich mehr Lust hatte, als ständig steif und scheinbar angenervt herumzustehen. :roll:


    Grüßle zurück,
    Rick
     
  6. flar

    flar Guest

    Moin, moin zusammen
    da ich durch den Rock'n'Roll zum Sax gekommen bin hier ein paar meiner Helden. Ich habe nicht alles im Netz gefunden was ich gesucht habe, aber auch einiges für mich neues gefunden. Von einigen meiner Helden kenne ich nicht mal den Namen und die meisten spielen auch schon im Himmelsorchester auf ihn hier trifft beides nicht zu, er steht auch noch heute mit 85 Jahren auf der Bühne Big Jay McNeely. Der hier singt einen Klassiker des Genres so, na ja es geht, aber man das ist typisch Sam the man. Der kann auch nicht singen aber er heißt nicht unsonst Sax mit Namen . Sax geht auch mit Humor wenn King Curtis auf die Coasters trifft. Mal eine Dame mit einen unbekannten Saxer und die selbige nochmal ohne Saxsolo aber ihre Phrasierung wäre für ein Solo zu gebrauchen. Übrigens der schmale Herr mit dem Tenorsax im Hintergrund soll angeblich er hier sein und hier nochmalwieder etwas jünger. Hier habe ich eigentlich die Vision einer Vocalgruppe gesucht und das hier gefunden. Singen kann der eindeutig nicht aber kämpft Euch bis zum Solo durch. Dafür jetzt eine andere Gesangstruppe der Saxophonist ist Buddy Lucasder auch eigener Regie unterwegs war. Dieses Sax war garantiert ein Yamaha. Und jetzt eine meiner Lieblingssängerinnen, der Saxer ist mir nicht bekannt. Auch diese Dame hatte Humor. Ich glaube jetzt habe ich hier alle ein bißchen überfordert, aber ich hätte noch so viel mehr gehabt! Zum Schluß noch eine Kurzfassung von Slippin and slidin' beginnend auf der blauen Note

    Demnächst wieder weniger und viele Grüße Flar
     
  7. Mugger

    Mugger Guest

    Servus,
    da komm ich schon beim Zuhören in's Schwitzen und krieg Halsweh :)

    Grüßle
     
  8. Gast

    Gast Guest

    Hallo alle zusammen !!

    Erstmal DANKE für diesen regen Schriftverkehr hier unter diesem Thema.
    Weiterhin bin ich wirklich dankbar für die ganzen anderen Informationen rund um R´n`R. Alles sehr interessante Themen.

    Auf einen Lehrer wird es eben früher oder später doch rauslaufen. Nur darin besteht eben ein Zeitproblem bei mir. Ich muss zugeben, dass ich die letzten Tage nur noch Rock ’n’ Roll höre :-D und ich muss sagen es gefällt mir immer besser und besser.



     
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