Schimmel unter dem Blättchen?

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von VSL, 31.Januar.2014.

  1. VSL

    VSL Nicht zu schüchtern zum Reden

    Danke euch Allen!
    Das mit den Musikprojekten in Schulen ist hier üblich. Mal gibt es reine Bläserklassen, dann Musikprojekte. Diese haben pro Woche 2 Schulstunden Unterricht am Instrument. Leider wussten wir nicht, dass es am Ende dort so ausgeht. Ich denke, wie ReneSax bereits sagte, dass das Projekt in der Schule für sie bald eher zur "Nebensache" wird und sie sich besser auf den Musikzug konzentrieren soll. Hat jemand eine Idee für ein Notenheft für Anfänger mit moderneren Stücken, das ihr Spaß machen könnte? Hab ihr schon mal 3 Notenblätter bei Notendownload runtergeladen.
     
  2. Mugger

    Mugger Guest

    Moin,

    lieber saxhornet, bevor Du für die Bläserklasse den Begriff "Schnapsidee" verwendest, bzw. noch mehr die Pferde scheu gemacht werden, ein paar Worte dazu.
    Hier mal eine Erklärung:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bl%C3%A4serklasse

    Aus meiner Praxis:
    Das Unterrichten in der Bläserklasse erfordert mal eine Ausbildung (hab ich mit Kollegen bei Yamaha gemacht, die das damals noch gratis angeboten haben).

    Ein paar wichtige Dinge aus meiner Sicht:

    Bläserklasse kann und will keinen Einzel- oder Gruppenunterricht ersetzen. (Auch wenn es Politikern recht wäre, da billiger)
    Bläserklasse muss, wenn sie funktionieren soll, minutiös geplant sein, es gibt 100 Möglichkeiten, warum es nicht funzt.
    Das geht von alten Instrumenten (bei uns wurden mit Hilfe von Sponsoren immer neue angeschafft), über zu wenig Personal (bei uns ein Lehrer für Reeds (ich) und sogar noch eine Lehrerin, die auch Klarinette, Sax und Flöte spielt, einer für Blechbläser und noch die Klassenlehrerin) bis zu nicht wirklich vorbereitete Stunden (wir haben uns immer 20 Minuten vor den Einheiten getroffen, um die Stunden zu besprechen).

    Man kann über das System diskutieren (vor dem Lernen der Noten spielen im Fünftonraum mit Fingerzeichen).
    Der Raum bei der Flöte ist von Bb1-F2, und jeder Flötist weiß, dass das von den Griffen nicht unbedingt leicht ist.
    Die Hornisten sind natürlich überhaupt recht gefordert, da das Treffen der Töne am Anfang ein Horror ist.

    Meiner Meinung nach (und ich hab mir in der Zeit viel von dem "Was Du Dir da alles kaputt machen kannst, wenn Du es nicht absolut genau lernst" abgeschminkt, was IMHO recht gut ist) ist aber ein gewisses Maß an Einzelunterricht (bei uns wie gesagt 25 Minuten die Woche pro Register) absolut notwendig.

    Fakt und Erfahrung nach 6 Jahren (3 Kursen):
    Ein Teil meiner Schüler stammt von dort, die Musikkapelle hat keine Nachwuchssorgen (viele spielen nach der Bläserklasse oder schon parallel dazu in der Musikschule und werden dann übernommen).

    Ich bin mir auch sicher, dass einige Talente, die wirklich inzwischen großartige Musiker geworden sind, nicht in die Musikschule gegangen wären, hätte man sie nicht durch die Bläserklasse "gescoutet" und gefördert.

    Wie gesagt, die Bläserklassen wurden und werden mit großem Aufwand betrieben, wenn das nicht so ist, kann es ein ziemliches Desaster sein, das kann ich mir vorstellen.

    Was ich 100%ig sagen kann:
    Die Schüler, die ich aus der Bläserklasse übernommen habe, haben eine bessere Fähigkeit im Zusammenspiel.
    Das Spielen mit anderen Instrumentengruppen, aufeinander hören von Anfang sind, sind ein ebenso wichtiger Faktor wie ein akademischer Lehrer, der mit Spiegel und Fachbüchern zum Unterricht ausrückt (was oft auch Sinn ergibt..):)

    Liebe Grüße,
    Guenne


     
  3. VSL

    VSL Nicht zu schüchtern zum Reden

    Hallo,
    also was die Instrumentr betrifft, koennen wir absolut nichts negatives sagen. Tochter hat ein nagelneues Saxophon bekommen!
     
  4. edosaxt

    edosaxt Strebt nach Höherem

    Hey hey hey, und wenn nur zwei drei SchülerInnen von den 30 bei dem Instrument hängen bleiben, ist es schon ein Erfolg.
    Ebenso ist das soziale Lernen durch gemeinsames Musizieren nicht zu unterschätzen.
    Diese Projekte sind nicht optimal, aber bitte nicht verteufeln, gerade in sozial schwachen Gegenden ist dies häufig der erste Kontakt zu Musik und einige bleiben einfach immer hängen.

    aber, ich schweife ab.....

    Dirko Juchem wird immer gerne genommen, das buch heißt "mein schönstes hobby saxophon" schott verlag


    lg edo

    @mugger
    sehr gutes statement!

     
  5. VSL

    VSL Nicht zu schüchtern zum Reden

    Danke!
     
  6. VSL

    VSL Nicht zu schüchtern zum Reden

    Alles schön und gut, aber habe ich auch das Gefühl, dass diejenigen, die zu den "Sozial Schwächeren" gehören auch nicht darauf achten, ob die Kinder üben oder nicht und die anderen haben es dann leider auszubaden..
     
  7. saxhornet

    saxhornet Experte

    Ich selbst habe meine Erfahrung mit Gruppenunterricht und das war in meinem Studium auch ein Thema im Pädagogik-, Psychologie- und Didaktikunterricht.
    Klar kann man sowas machen und versuchen es gut planen, neben den vermeintlichen Vorteilen hat das Konzept aber auch einfach viele Nachteile.
    Meist einfach zu wenig Zeit für den einzelnen Schüler und seine Probleme, woran in einer Gruppen nie so gut wie im Einzelunterricht gearbeitet werden kann. Wie gut eine Gruppe funktioniert hängt auch von den Schülern ab, trotzdem ist die individuelle Betreuung einfach nur schwer machbar. Das kann Schüler auch dann demotivieren, speziell wenn es Personen sind, die bestimmte Probleme haben, die mehr Aufmerksamkeit benötigen oder wenn es sich um Schüler handelt, die gut lernen und sich anfangen zu langweilen, weil andere Schüler das Vorankommen ausbremsen.

    Ich habe einen grossen Respekt vor Lehrern, die das machen und weiss selber daß das nicht ohne ist aber die Erwartungshaltung, die viele Personen (Schüler, Eltern, Schullehrer, Polititker) and den Gruppenunterricht haben sind auch mit den besten Konzepten nur sehr begrenzt zu erreichen. Als Einstieg und als Schnupperkurs, ist das ok für mich, als generelles Lehrkonzept über einen langen Zeitraum halte ich, und das ist nur meine persönliche Meinung, nicht für sinnvoll denn das wird den meisten Schülern nicht wirklich gerecht. Einzelunterricht hindert auch kein Kind daran zusätzlich in einem Ensemble in der Schule mitzuspielen.

    Lg Saxhornet
     
  8. edosaxt

    edosaxt Strebt nach Höherem

    ja, das ist leier häufig so.
    Es müßte dir beim Deutsch-, Mathe-, Englisschunterricht allerdings auch schon aufgefallen sein.
    Leider haben nicht alle Kinder engagierte Eltern. Trotzdem haben sie ein Recht auf Bildung und wenn nur einer von ihnen aufgrund einer tollen Bläserklasse den Dreh bekommt, einer aufgrund des engagierten Mathelehrers und einer weil Bio toll ist, haben drei Kinder eine Chance nicht so zu werden, wie ihre Eltern sind:
    Ein Hoch auf die Bildung!
    und DANKE liebe LehrerInnen, dass ihr den Kampf jeden Tag für uns führt!!!

     
  9. Gast

    Gast Guest

    Sorry, solche Äußerungen regen mich auf!


    Zitat:"Um das Wort der Unterschicht und damit ein neues — altes Klassendenken zu vermeiden, werden Wortphrasen wie »sozial schwache« Menschen oder »bildungsferne Schichten« bevorzugt. Schließlich gäbe es, .... in Deutschland keine Unterschichten, sondern nur Menschen, die es schwer haben. Das Schlagwort »sozial schwach« wird als Bezeichnung für Menschen mit wenigen finanziellen Ressourcen verwendet. Da der Begriff jedoch impliziert, dass ein Mensch mit wenig Geld zugleich auch soziale Probleme schürt oder besitzt, wie z.B. Kriminalität, Alkoholkonsum oder mangelnde Kommunikationskompetenzen, ist der Begriff diskriminierend. Einen generellen kausalen Zusammenhang herzustellen, dass wenig Geld gleich wenig Mensch bedeutet, ist menschenverachtend. Ähnlich verhält es sich bei dem verwandten Begriff der »bildungsfernen Schichten«. Hier werden finanziell schwachen Menschen zugleich unterstellt, sie seien dumm. Bei beiden Begriffen geht es darum finanziell ärmeren Menschen generelle Eigenschaften zuzuweisen ohne sie direkt als arme Menschen oder Unterschicht klassifizieren zu müssen. Sozial schwach sind im eigentlichen Sinne des Wortes eher Menschen, denen das Leid anderer völlig egal ist. Denn sozial bedeutet eben nicht grenzenloser Egoismus und Kosten-Nutzen Kalkül, sondern Hilfsbereitschaft, Fürsorglichkeit und Altruismus."Zitat Ende Quelle: http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2008/neusprech-sozial-schwach-bildungsferne-schichten/
     
  10. VSL

    VSL Nicht zu schüchtern zum Reden

    Sorry, ich hatte nur den Ausspruch meines Vorredners aufgegriffen und wollte niemanden diskriminieren!
    Aber aus Erfahrung lernt man einfach. Natürlich finde ich es toll, wenn ein Kind aus einer "sozial schwächeren" Familie in der Musik aufgeht und darin genau sein Ding findet. Ärgerlich finde ich eben, dass motivierte Kinder unter denen leiden müssen, die sehr wahrscheinlich gar keine Lust (oder was auch immer) an der Musik haben und nicht üben und damit den Unterricht ausbremsen. Und das können Kinder aus allen Schichten sein und nicht nur aus den "sozial schwächeren". Nur die Erfahrung lehrt einen eben, dass Kinder aus einer sozial schwächeren Schicht es in der Schule allgemein meist schwerer haben (leider). Das fängt bei Nichtbesuchen der Elternabende an, sowie dass sich keiner kümmert, ob Hausaufgaben gemacht werden, etc. Ich will hier absolut niemanden angreifen und schon gar nicht irgendwas verallgemeinern. Sollte das so rüber gekommen sein, dann tut es mir sehr leid! Klar ist mir auch, dass das alles auch bei Kindern aus sozial stärkeren Schichten auftreten kann, aber ich habe durch die Schulzeit meiner beiden Kinder eben auch ein paar Erfahrungen gesammelt.
     
  11. Gast

    Gast Guest

    @ VSL

    Ich habe nicht darauf geachtet, wer die Bezeichnung "sozial schwach" in diesem Thread zuerst geschrieben hat und wer ihn wann aufgegriffen hat. Aber es ist bezeichnend für das Verhalten unserer Gesellschaft, wie Aussagen unüberlegt übernommen werden.

    Es geht mir bei meiner Anmerkung um die Bezeichnung:"sozial schwach", die ich für falsch halte.

    LG-musicus
     
  12. Gast

    Gast Guest


    Ich hatte in meiner Kindheit das "Vergnügen" eines Gruppenunterrichts in Blockflöten. Es lief über die VHS, weil es keine Musikschule gab. Hier waren 30 ! Kinder im Klassenraum. Das war ein Geheule, wenn alle gleichzeitig spielen mussten. Ich hatte verständlicherweise schon nach recht kurzer Zeit keine Lust mehr auf diese Unterrichtsform. Aber das Wenige, was ich in dieser Zeit gelernt hatte, habe ich bis heute behalten. Und das war das Spielen nach Gehör und das Hören aufeinander. Dennoch: So schlecht finde ich Gruppenunterricht gar nicht. Nur darf die Gruppe natürlich nicht zu groß sein!

    LG-musicus
     
  13. Claus

    Claus Mod Emeritus

    "Sozial schwach" ist eine bei Licht gesehen sprachlich wahrscheinlich misslungene Umschreibung ganz anderer Sachverhalte. Letztlich geht es um die Beschäftigung mit der sozialen Lage, also den Lebensverhältnissen des Einzelnen. Und hier kann Armut (im finanziellen Sinne) durchaus einhergehen mit einer schwierigen sozialen Situation, Z.B. Überschuldung oder Nachteilen bei der schulischen und außerschulischen Bildung. Aber wenn wir anfangen, das zu sezieren, dann müssten wir auch gleich weiterdiskutieren, ob denn nicht auch der Begriff "Sozialhilfe" diskriminierend ist und weitere mehr.

    Ich bitte nur darum, hier nicht jeden Begriff gleich auf die Goldwaage zu legen. Die off-topic Diskussion ist dann quasi vorprogrammiert.
     
  14. Gast

    Gast Guest

    Eine Diskussion habe ich auch nicht vor. Aber ob und wann ich welche Ausdrücke "auf die Goldwaage" lege, ist meine Sache!
     
  15. Gast

    Gast Guest



    Die eigentliche Frage ist beantwortet worden. Damit kann dieser Thread dann im Prinzip geschlossen oder beendet werden. Oder?

    musicus
     
  16. Saxobert

    Saxobert Ist fast schon zuhause hier

    Es ist wie immer in diesem Forum - die ersten 3-4 Beiträge sind passend und danach wirds Offtopic - schade!!!
     
  17. Gast

    Gast Guest

    @ Saxobert!

    Na ja, wenn die eigentliche Frage bereits beantwortet wurde, ist ein Abschweifen vom Thema meiner Meinung auch nicht schlimm! Ein wenig Konversation abseits der Fragen-und-Antworten ist doch absolut menschlich und damit normal. Aber wenn das nicht erwünscht ist, dann sollte es konsequent durchgezogen werden und nicht nur punktuell nach Lust und Laune.
     
  18. Saxobert

    Saxobert Ist fast schon zuhause hier

    Man sollte dennoch ein Forum nicht mit einem Chat verwechseln ( es gibt ja einen Chat). Das Forum ist öffentlich und sollte eigentlich ein Nachschlagewerk darstellen, Offtopicbeiträge vermiesen einem die Lust am Nachlesen eigentlich nur.
     
  19. Gast

    Gast Guest

    Wenn ich mir hier das Forum genauer betrachte, ist der überwiegende Anteil off-topic!

    Ein Forum ist für mich auch kein Nachschlagewerk! Ein Forum lebt. Ein Nachschlagewerk ist tot!
     
  20. Gast

    Gast Guest

    Hi,

    ich weiß nicht, ob das schon erwähnt wurde:

    Wenn man synthetische Blätter nimmt, dann erspart man sich eine menge Ärger:

    1. Blatt kann auf dem MPC aufgespannt bleiben;
    2. Es ist immer sofort spielbar, ohne es anzufeuchten oder "warmspielen" zu müssen;
    3. Kein Schimmel;
    4. Hält länger.

    usw. usw.

    Man muss keine Synthetischen spielen, jeder steht dazu anders, was mouthfeeling und sound angeht. Ich jedenfalls komme sehr gut mit den Fibracell aus, die sehr gut mit meinem MPC klingen.

    Nur so als Anregung und Ausweichmöglichkeit.
     
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