Schrauber, Musiker und Fetischisten

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Gast, 9.Dezember.2011.

  1. Gast

    Gast Guest


    @Nighwatchwoman

    Ich komme ja aus einer ganz anderen musikalischen Ecke
    > Ska, Reggae, Latin und ab und an mal etwas Afrojazz.
    Aber ich kann auch aus diesen Genres Deine Beobachtungen bestätigen : War es in den 80igern noch fast selbstverständlich und alltäglich, dass englische Bands wie z.B. Steelpulse, HR,Misty`n Roots usw usf durch Deutschland touren, ihr Hotel bezahlt bekamen und vor Full Houses für halbwegs korrekte Gagen spielten, so ist dies heute eher selten geworden.
    Vielleicht sind die JAzzer ja ganz besonders betroffen....aber da bin ich mir garnichtmal so sicher.
    Wenn eine weltweit bekannte Reggae-Band wie Misty`n Roots für lau 1,5 Stunden auf dem Chiemseefestival spielen soll - vor zigtausend Leuten....dann aber nur ne halbe Stunde spielen können...weil sie mit dem selbst angemieteten Bandbus vorher in einer Clichebedingten Drogenrazzia festhingen ( typisch Bayern )....dann verstehe ich gut, dass da erstmal nix mehr läuft.
    Ein anderer Fall: Eine recht gute "Ethnojazzband" namens EBO-Live soll in Göttingen im "Blue-Note Jazzclub" auftreten...einem traditionellen Schuppen, in welchem sogar meine Eltern in jüngeren Jahren das Tanzbein geschwungen haben.....( als es mich noch garnicht gab)....
    mangels Gage treten jedoch nicht alle 7 Mitglieder der Band auf...sondern nur 3 ( !! ) der Rest kommt von der Playback-konserve.....das Publikum ist entsetzt und entäuscht....der Veranstalter hat dennoch seine Kohle verdient....

    Noch ein anderes Beispiel : Mit meiner damaligen Afrojazzband sollten wir auf einem Festival für den Umweltschutz spielen....natürlich für lau und für den guten Zweck. Bandbus, Hotel usw ging auf eigene Kosten....
    dann waren aber auf der Bühne noch nichtmal Mikrophone oder Verstärker...
    Als diese dann eiligst von einem Musikladen ausgeliehen wurden, wollte man uns auch DAS noch in Rechnung stellen...

    Dann ein SKA-Festival in Hannover....Catering wird vom Veranstalter übernommen, Spritgeld auch...die Abendeinnahmen werden aufgeteilt.
    Pfhhhh.....das Catering bestand aus einer Kiste Bier für 5 Bands und einem ungeniessbaren Eintopf ...das Spritgeld gabs schonmal garnicht und die Abendeinnahmen wurden erstmal gegen die Saalmiete verrechnet...blieb also Plusminus NULL.

    Da brauchste als Musiker am besten erstmal einen Anwalt....und da ist s ja kein Wunder, wenn Bands aus England kaum noch in Deutschland touren !....Das ist wahrlich nicht nur im JAZZ-Berreich so !

    traurige Grüsse

    CBP
     
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