Schwierige Stücke einüben

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von Mona, 25.Januar.2026.

  1. Bb7

    Bb7 Ist fast schon zuhause hier

    Inner Urge ? :yiep: danke für die Erinnerurg! Irgendwo in meinen unzähligen Notenheften und play alongs müsste ich das Stück auch haben. Kein Wunder, dass ich es weggepackt habe, das ist wahrlich nicht so einfach und ich kann es sicherlich nicht spielen, aber allein der Versuch macht ja schon Spass :) Das Stück gefällt.
    Wäre doch mal was sehr Anspruchgsvolles für den TOTM ?
     
  2. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Von meinem Klarinettenlehrer und ein paar anderen habe ich generelle Übungskonzepte vermittelt bekommen, die auch außerhalb der Musik sehr hilfreich sind. Das sprengt alles hier natürlich den Rahmen und wichtige Tipps gab es schon, gerade mit Zergliedern von schwierigen Stellen in kleine Einheiten und Lernen mit dem Metronom insbesondere im langsamen Tempo, bevor man schneller wird.

    Zum Strukturieren des eigenen Übens und zum Ausschalten hinderlicher Emotionen wie Ungeduld, Ernüchterung oder gar Hoffnungslosigkeit waren für mich ein paar Erkenntnisse sehr hilfreich:

    1. Man lernt motorische Fähigkeiten (wie eine schwierige Linie spielen) nur durch Wiederholung. Physiotherapeuten sprechen von 5000-10.000 Wiederholungen, bis eine erlernte Bewegung natürlich und ohne nachdenken fehlerfrei funzt. Es gibt keine Abkürzung zur Wiederholung. Von schnellen Bewegungsabläufen ist da zum Glück nicht die Rede, es geht vor allem um sauber, korrekt und immer wieder. Zum Glück wiederholen sich die Bewegungsabläufe beim Sax, sodass man eine schwierige Linie nicht 10.000x spielen muss. Ein paar hundert mal kann aber vielleicht schon sein.

    2. Intellektuelles Verstehen ist immer gut, für so vieles. Beim Üben bringt es der Motorik aber nur begrenzt was und ersetzt die Wiederholung nicht.

    3. Unser Geist ist dank Evolutionsdruck kreativ und sehr flexibel geworden. Wenn uns ein Bewegungsablauf beim 10. Versuch nicht perfekt gelingt, dann probiert er es mal anders. Oft könnten wir dann k…, weil etwas fast klappte und jetzt machen wir es doch wieder falsch. Dabei heißt das nur, dass die Birne mitarbeitet. Es ist die in uns veranlagte Fehlerkorrektur, die schnell variable Abläufe erzeugt Nicht ärgern, noch mal wiederholen, ggf. Tempo drosseln. Vermutlich sind es oft kleine, unbemerkte Abweichungen, die uns am Ende etwas gelingen lassen.

    4. Ärger hilft nicht. Nur Wiederholung. Die muss nicht die ganze seit korrekt funktionieren, dass Ziel ist, dass sie irgendwann korrekt funktioniert! Emotion beim Üben ist das größte Hindernis in Richtung gut werden.

    5. Wenn ich einen Weg finde, eine Fingerfolge, eine Ansatzposition o.ä. so lebhaft wie möglich zu visualisieren (bzw. das auditive oder haptische Pendant dieser Vorstellungskraft), kann ich es mir besser merken. Hier liegt auch der Weg zum rein mentalen Üben, was mir nach 40 Jahren Instrument langsam ganz gut gelingt (und ich wünschte, man hätte mich früher darauf gestoßen).

    6. Wir lernen und verfestigen Gelerntes in Pausen und im Schlaf. Der Sprung, nachdem wir plötzlich etwas korrekt und 1,5 mal so schnell spielen können passiert daher seltener während einer Session, sondern heftig geübtes ist nach einer Ruhephase plötzlich da. Daraus ergeben sich zwei Schlüsse. Zum Einen muss man Pausen machen, fürs Gemüt idealerweise nach einem kleinen Etappenerfolg. Zum Anderen muss man früh genug anfangen und sich mental so oft wie möglich damit befassen, damit man noch genug drüber schlafen kann.
     
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  3. altoSaxo

    altoSaxo Strebt nach Höherem

    Man sollte immer probieren, fehlerfrei zu üben, sonst übt man Fehler. Geht das nicht, Parameter ändern wie Tempo, Länge des Ausschnitts, notfalls vereinfachen.
     
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  4. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ja, das sehe ich auch so. Nur manchmal ist etwas wirklich vertrackt und es braucht immer wieder mehrere Anläufe, um es einmal zu schaffen. Und das ist der Punkt, wo viele, gerade Kinder, dann gerne aussteigen und sagen: Kann ich nicht. Dabei sind diese Durchläufe, in denen man etwas nicht ganz schafft, trotzdem extrem produktiv, wenn man das richtige Ziel beübt. Das meinte ich.
     
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  5. Vuppi

    Vuppi Schaut nur mal vorbei

    Mit 60 BPM anzufangen gefällt mir als einfache Regel. Vor allem der Punkt aufzuhören, sobald es wieder schlechter wird, ist wahrscheinlich wichtiger als noch zehn Wiederholungen irgendwie durchzudrücken.
     
  6. JTM

    JTM Strebt nach Höherem

    Habe ich auch immer so gemacht.....früher.
    Aber es gibt Stücke,da erschliest sich mir die rhytmik und das timing nicht bei dieser Schleichfahrt.
    Da übe ich es dann lieber schneller und mit Fehlern,aber ich verstehe das Stück besser. Die fehler bügele ich dann bei mehr Sicherheit eh aus.
    Was ich sagen will,das langsame funktioniert nicht immer.
     
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  7. Witte

    Witte Strebt nach Höherem

    Es wurde schon sehr viel produktives geschrieben..., was mir vor allem hilft, gerade bei rhythmisch komplexeren Stücken, die zu singen, scatten, wie Ella Fitzgerald..., was Ich so erfasse, kann ich dann auch in der Regel problemlos, spielen, solange die Finger wissen wo die hin müssen..., das Stück in "Salami-Taktik" angehen..., zerlegen in kurze Sequenzen..., ggf. auch nur ein Takt, oder sogar weniger, gerade wenn das nicht in den Fingern liegt..., da hilft einfach nur die Motorik mitzuarbeiten..., in der Regel, setz Ich mich im Vorfeld mit der, oder den Tonarten auseinander..., Dreiklänge, Vierklänge, Akkordtonfolgen..., und dann geht es erst an das Stück...

    Und nen adäquates, rhythmisch gut zu spielendes Arbeitstempo wählen...;)
     
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