Selmer entlässt 60 Mitarbeiter

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Silver, 17.Oktober.2026 um 19:25 Uhr.

  1. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Ich stimme dir voll zu!

    Meines Wissens ist japanische Bürokratie auch nicht ohne...

    Meine beruflichen Erfahrungen decken sich mit deinen Aussagen.
     
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  2. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    laut Internet scheint es old school Lagerung ohne Federn zu sein. Müsste mal jemand mit Axos nachschaun.........
     
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  3. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Erste Frage (was Selmer beutelt): Ja. Das Bild ist verhältnismäßig eindeutig aber nichts, worüber man öffentlich spekuliert.

    Zweite Frage (wo die Reise hingeht): kommt sehr drauf an. Mit entschlossenen und veränderungsbereiten Eigentümer(n) ließe sich eine wiederauferstandene Ikone draus machen - ähnlich wie bei Leica. Mit noch drei PE Investoren könnte es schwierig werden und am Ende wird nur noch die Marke auf Chinaware gestempelt.

    Als ich noch im Geschäft war, hätte ich mich für das Mandat zur Sanierung alleine aus Prestigegründen beworben, auch wenn mir eigentlich das französische Arbeitsrecht nicht geläufig genug ist.
     
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  4. Calymne

    Calymne Ist fast schon zuhause hier

    Naja Musik machen ist für die meisten Menschen immer noch "nur" ein Hobby, mit mehr oder weniger Herzblut dahinter. Wieviel Menschen haben zudem heute noch das Geld, ein paar Tausend Euro für etwas nicht notwendiges rauszuhauen? Plus Unterricht etc. pp.

    Wenn ich bei Thomann gucke, gibt´s dort von Selmer das günstigste Tenor für 4.100€, das nächste teurere Modell liegt dann direkt bei 7.500€.

    Das günstigste Bari sogar erst für 11.800€.

    Natürlich gibt es Leute, die Wert auf Marken(namen) legen und es gibt viele, (wie ich) die es nicht tun. Ich kaufe nicht billig (weil billig taugt nie), aber ich bezahle keinen Namen.

    Ich habe ein Buffet (8403) für 4.100€ mit einem Mauriat (185) für 5.200€ verglichen, dabei konnte ich keinen großen Unterschied hören und ich habe mich für das teurere deswegen entschieden, weil mir als Laie die Verarbeitung deutlich besser schien. Mehr Klappenschutz, auch die ganzen Gestänge wirkten wertiger verarbeitet, es fühlte sich nicht so klapperig an. Mir war das in dem Moment den Mehrpreis wert, weil ich davon ausgehe, dass es dann so auch länger ohne Durchsicht/kleine Korrekturen etc. hält.

    Ich habe kein Selmer/Yanagi../Keilwerth zum Vergleich angespielt, weil ich wusste, selbst wenn es besser klingt wäre ich nicht bereit dafür mal eben +5.000€ mehr zu bezahlen. Ich vermute, so geht es vielen anderen auch bzw. können es viele halt auch gar nicht.

    Dabei maße ich mir nicht an, beurteilen zu können ob im Saxbereich Marken einen so hohen Aufpreis wert sind (jedenfalls der Anteil davon für Verarbeitung und Sound). Letztlich entscheidet ja eh jede einzelne Kundin, was ihr Dinge Wert sind. Wenn genug Leute viel Geld für Marke zahlen, funktioniert das ganze ja für den Hersteller.

    (Solang die strategische Ausrichtung sinnvoll ist, zu viele Variationsmöglichkeiten eines Modells sind nie gut für den Gewinn. Abgesehen davon sollte jede Firma ein Konzept für Wissensmanagement haben und anwenden, das lernt Selmer jetzt wohl gerade.)
     
  5. JTM

    JTM Strebt nach Höherem

    Bei einem Selmer weiß man zumindestens das man beim Verkauf selten großen Wertverlust hat. Oft sogar einen Gewinn
     
  6. Jaysax

    Jaysax Schaut öfter mal vorbei

    Das Selmer Supreme Tenor habe ich angespielt und es hat mich begeistert. Für einen angemessenen Preis hätte ich es gekauft. Mein Yamaha 82 Z hat deutlich weniger als die Hälfte gekostet. Klar sind die Kosten in den letzten Jahren stark gestiegen, aber ich finde, und das ist nur meine persönliche Meinung, Selmer hat jedes Maß verloren und auch einfach überschätzt was man bereit ist für ein sehr gutes Saxophon zu bezahlen. Auch bei den anderen Marken sind die Preise gestiegen aber meine Auffassung nach mit Augenmaß.
     
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  7. altblase

    altblase Strebt nach Höherem

    Ich würde es sehr bedauern, wenn Selmer pleite gehen würde, sag ich mal als Yamaha-Spieler! Selmer ist einfach die Richtschnur und Kompass in der Saxophonwelt. Wenn es Selmer nicht gegeben hätte, wäre Yamaha heute möglicherweise nicht so gut, so mein Gedanke.:cool:
     
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  8. altoSaxo

    altoSaxo Strebt nach Höherem

    Die brauchen zum Überleben einen gewissen Umsatz. Immerhin hast du einige Mundstücke von Selmer.
     
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  9. JTM

    JTM Strebt nach Höherem

    Ich glaube eher war als ist,weil das ist lange vorbei. Ich bin überzeugt davon das Selmer mit ihrer jetzigen Philosophie untergehen. Und das ist mir auch vollkommen egal,das sage ich als Selmer Spieler
     
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  10. altoSaxo

    altoSaxo Strebt nach Höherem

    Die Modelle Axos und SA80 II waren vor rund vier Jahren, als ich ein anderes Saxophon suchte, in ihrer Preisklasse und so wie sie der Fachhändler da stehen hatte, für mich mit die besten Altsaxophone. Außerdem hatten sie klanglich eine eigene Note. Ich fände es schade, falls der Hersteller vom Markt verschwinden würde.
     
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  11. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    So weit dürfte es noch längst nicht sein.

    Eine CaNiSon 100Gigapixel Kamera kostet auch weniger, als die Hälfte einer Leica M11 (und die hat nicht mal Autofokus).
    Die M11 ist trotzdem heiß begehrt (teilweise mit Lieferzeiten!) und Leica ist wirtschaftlich wieder kerngesund.

    Will sagen: die Verkaufs-Listenpreise für Saxophone von Selmer sind kein Problem für Selmer, nur für Interessierte, die sich kein neues Supreme* leisten können.


    * Ich ganz persönlich finde den Namen „Supreme“ furchtbar unglücklich gewählt.
    Einerseits: was kommt danach? Ein Super-Supreme, Hyper-Supreme, Super-Duper-Supreme???
    Andererseits: Ein Suprême de Volaille ist eine Hähnchenkeule mit Rückenstück …

    Ich glaube, so was wie „Mark X“ (sprich Mark Ten, Mark dix, Mark X, sogar Mark Zehn) wäre eine bessere Alternative gewesen und hätte nebenbei so manche Häme vermeiden können.
     
  12. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Und ein Etron ist ein Kothaufen....und Audi verkauft doch auch gut.
    Ah, warte...
     
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  13. SomethingFrantic

    SomethingFrantic Ist fast schon zuhause hier

    Ich denke, bei Selmer kommen momentan einige Faktoren zusammen. Hochwertige Saxophone sind letztlich auch Luxusgüter, bei denen die Nachfrage ähnlich wie bei teuren Uhren bei wirtschaftlicher Unsicherheit zurückgeht. Dazu kommen die amerikanischen Zölle, der starke Euro und der schwache Yen, der insbesondere Yamaha und Yanagisawa einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil verschafft. Dazu die vergleichsweise hohen Produktionskosten in Frankreich und möglicherweise versäumte Investitionen.

    Auch die Konkurrenz ist heute wesentlich stärker. Zu Zeiten des Mark VI hatte sich Selmer eine beinahe monopolartige Stellung erarbeitet und viele Konkurrenten regelrecht kaputtkonkurriert. Heute konkurriert man mit viel mehr Herstellern im oberen Segment und sogar mit den eigenen Vintage-Instrumenten, die teilweise ähnlich viel kosten wie ein neues Supreme. Ich selbst habe mich nach ausgiebigem Ausprobieren letztlich für ein Mark-VI-Bariton entschieden und gegen ein neues Instrument.

    Was ich mich in diesem Zusammenhang frage: Welche Modellpolitik wäre für Selmer langfristig eigentlich die richtige?

    Über Jahrzehnte verfolgte Selmer im Wesentlichen eine Ein-Modell-Politik. Das jeweils neue professionelle Modell ersetzte seinen Vorgänger. Erst mit der parallelen Vermarktung von Serie II und Serie III begann die stärkere Differenzierung. Heute gibt es Axos, Signature und Supreme, beim Alt zusätzlich noch die Serie II.

    Ist diese Modellvielfalt sinnvoll, um möglichst viele unterschiedliche Kunden anzusprechen? Oder wäre eine Konzentration auf weniger Modelle wirtschaftlich vorteilhafter?

    Besonders interessant finde ich dabei das Verhältnis zwischen Signature und Supreme.

    Selmer positioniert und vermarktet das Supreme ganz klar als das übergeordnete Spitzenmodell, gewissermaßen als das Beste, was man aktuell zu bieten hat. Das Signature steht dagegen eine Stufe darunter, obwohl es selbst bereits ein ausgesprochen teures professionelles Instrument ist.

    Ich frage mich, ob Selmer dadurch nicht das eigene Signature aktiv unattraktiver macht. Wer ohnehin bereit ist, mehrere Tausend Euro für ein Saxophon auszugeben, möchte möglicherweise auch das Spitzenmodell besitzen. Gerade beim Alt ist der Preisabstand zwischen Signature und Supreme teilweise erstaunlich gering. Warum sollte man dann nicht gleich zum Supreme greifen?

    Das ist natürlich keine Aussage darüber, welches Instrument einem persönlich besser gefällt. Klang und Spielgefühl sind individuell. Aber rein von der Vermarktung her vermittelt Selmer selbst den Eindruck, dass das Supreme das bessere und begehrenswertere Instrument ist. Das Signature gerät dadurch möglicherweise in eine ungünstige Position: zu teuer, um als preislich attraktive Alternative wahrgenommen zu werden, gleichzeitig aber nicht das eigentliche Spitzenmodell.

    Vielleicht wäre es deshalb sinnvoller, das Supreme als einziges Spitzenmodell anzubieten und dafür preislich etwas niedriger anzusetzen. Durch höhere Stückzahlen ließen sich möglicherweise Fertigungsabläufe vereinfachen und die Stückkosten senken. Die Fixkosten würden sich auf mehr Instrumente verteilen, was wiederum eine attraktivere Preisgestaltung ermöglichen könnte.

    Beim Axos stellt sich für mich eine andere Frage: Ist es sinnvoll, mit einem günstigeren Modell zusätzliche Käufergruppen anzusprechen, oder schadet man damit langfristig dem exklusiven Ruf der Marke Selmer?

    Ich kenne selbst einige Spieler, die mit ihrem Axos sehr glücklich sind und sich ohne dieses Modell vermutlich nie ein Selmer gekauft hätten. Andererseits hat Selmer mit dem Axos offenbar auch seine traditionelle Fertigungsphilosophie verändert. Während die professionellen Modelle für die Fertigung in Frankreich stehen, werden beim Axos auch Komponenten und Fertigungsschritte nach Asien ausgelagert.

    Verwässert man damit das Image einer französischen Traditionsmanufaktur, wenn man auch ein vergleichsweise günstiges, teilweise in Asien gefertigtes Instrument anbietet? Wertet man die Konkurrenz aus Taiwan und Co sogar noch auf? Oder ist gerade dieser Schritt notwendig, um preislich konkurrenzfähig zu bleiben und Kunden zu gewinnen, die sonst bei Yamaha, Yanagisawa etc gelandet wären?

    Vielleicht wäre also eine Konzentration auf Axos und Supreme eine Möglichkeit. Ein zugänglicheres Modell für einen breiteren Kundenkreis und ein professionelles Spitzenmodell, das preislich wieder etwas attraktiver wird. Vielleicht ist aber auch die heutige Dreiteilung wirtschaftlich sinnvoller, als es auf den ersten Blick erscheint.

    Ohne genaue Absatzzahlen, Herstellungskosten und Margen der einzelnen Baureihen lässt sich das letztlich kaum beurteilen.

    Ich finde jedenfalls die Frage spannend, wie Selmer seine frühere Sonderstellung als Hersteller professioneller Saxophone in einem inzwischen wesentlich stärker umkämpften Markt behaupten kann. Ob dafür eine breitere Modellpalette oder eine Konzentration auf wenige Baureihen besser geeignet ist, da bin ich mir selbst nicht sicher. Viele schreiben, dass die aktuelle Strategie und Philosophie von Selmer falsch sei. Aber was ist denn richtig?
     
  14. woomezz

    woomezz Schaut öfter mal vorbei

    Eigentlich hat Selmer die Modellvielfalt (im Profi-Segment) ja halbiert: Von Serie II und III und den beiden References auf Signature und Supreme. (Ich frage mich, ob das eher vermartungs- oder produtionstechnische Gründe hat. Ich vermutet mal, die Skaleneffekte durch wenig Varianten bei hohen Stückzahlen sind bei der doch noch stark handwerklich geprägten Herstellung nicht so sonderlich hoch.) Die Fokussierung auf 2 hochwertige Instrumente finde ich plausibel, auch wenn ich mich frage, ob dabei die Klientel 'Will eigentlich ein altes Selmer, aber keine Lust zu Suchen / fehlende Kompetenz bei der Beurteilung', für die die References ja gedacht waren, ausreichend bedient wird. Die laufen jetzt womöglich weder zum Signature noch zum Supreme über. Andererseits: Selmer kann nicht ewig vom alten Mythos leben, sondern muss auch echte und dabei nachhaltige Innovation und Qualität liefern. Ich finde, mit dem Supreme ist das durchaus gelungen. Mir hat das beim Probespiel sehr sehr gut gefallen - für mich ist das wirklich noch ein ernsthafter Schritt in der Saxophonentwicklung nach vorne. Klar, leisten kann ich's mir nicht...

    Die Doppelstrategie hochpreis/rein europäisch und mittelpreisig / halb asiatisch leuchtet mir eigentlich auch ein. Das billigere Axos hat meinem Eindruck nach den Ruf von Selmer nicht ruiniert, gilt ja durchweg als ziemlich gut.
    Ob Selmer auch eine wirklich günstige Reihe rein asiatisch hinbekommen würde ohne an Markenqualität zu verlieren? Bei Fender klappt's ja auch mit der preislichen und räumlichen Differenzierung (USA - Japan - Mexiko - Asien).
     
  15. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    In welcher Sprache? Bairisch?
     
  16. Spacecat

    Spacecat Ist fast schon zuhause hier

    Für mich ist es ähnlich, mechanisch sollte das Instrument einigermaßen gut sein. Stelle ich vor den Klang. Lieber länger sparen, und nur eine Baugröße besitzen. Könnte sein, dass mir ein Signatur oder Supreme weit besser gefallen könnte, weil es mechanisch noch besser in meinen Händen liegt, und schöner klingt. Als Hobby ist das halt zu hoch, wenn man keine endlosen Geldquellen hat. Würde es aber keine weiteren mechanisch guten Instrumente geben, die zuverlässig funktionieren, hätte ich lieber 1 Supreme anstelle von 3 Klapperkisten.
    Taiwaner haben mich klanglich oft angesprochen, aber mechanisch meist etwas enttäuscht.
     
  17. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    SaxPistol und jabosax gefällt das.
  18. SomethingFrantic

    SomethingFrantic Ist fast schon zuhause hier

    Was ich bei der Axos-Philosophie recht amüsant finde, ist der Gegensatz zu Harald Dallhammers Philosophie bei seinen HD-Saxophonen.

    Selmer argumentiert, dass der Korpus das akustisch Entscheidende am Saxophon sei, während die Mechanik ausgelagert werden könne.

    Dallhammer argumentiert gerade umgekehrt - die Korpusherstellung ist nicht all zu komplex und anspruchsvoll, weswegen er das nach seinen Vorgaben ausgelagert hat, aber bei einer guten Mechanik würde sich die Spreu vom Weizen trennen, weswegen er die komplett selbst anfertigt.

    Recht scheinen irgendwie beide zu haben, denn beide bauen gute Saxophone. Ein interessanter Vergleich wäre nun ein Saxophon mit einem Dallhammer-Fernost-Korpus mit einer Selmer-Fernost-Mechanik versus ein Selmer-Serie-2-Korpus mit einer von Dallhammer gefertigten Mechanik.
     
  19. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Und wo und für welchen Markt produziert Audi viel zu wenige von den e-Tron (Aussprache Eeh-Thron - der étron spräche sich eher Etrong - gehört aber eher nicht so zu meinem Wortschatz)?
    Aber ich verstehe jetzt Deinen Scherz. ;)
     
  20. SaxPistol

    SaxPistol Strebt nach Höherem

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