Tonart? Who cares! Wie ihr euer Denken in allen 12 Tonarten fit macht

Dieses Thema im Forum "Improvisation - Harmonielehre" wurde erstellt von musicgabser, 4.August.2026.

  1. musicgabser

    musicgabser Nicht zu schüchtern zum Reden

    Hallo zusammen,

    ich möchte euch ein kleines Web-Tool vorstellen, das ich für mein eigenes Üben programmiert habe und das hervorragend in den Bereich Improvisation & Harmonielehre passt: twelvetones.eu.

    Beim Improvisieren verfällt man ja schnell in gelernte Fingersätze und gewohnte Licks. Das Tool hilft dabei, das Gehirn und das Gehör beim Üben gezielt auf Trab zu halten und die Harmonielehre direkt auf das Saxophon zu übertragen.

    Wie unterstützt euch das Tool beim Improvisieren & Harmonielernen?
    • Tonarten-Workout: Akkorde (z. B. Major 7, Dominant 7, Half-Diminished), Skalen oder Pentatoniken quer durch alle 12 Tonarten – ideal, um das blitzschnelle Denken (bzw. Hören) in Vorzeichen zu drillen.

    • Muster durchbrechen: Erstellt zufällige Intervall- und Tonreihen, damit die Finger nicht immer automatisch dieselben bekannten Pfade spielen, sondern das Gehör und die Vorstellungskraft gefordert werden.

    • Voicing- & Guide-Tone-Übungen: Perfekt, um Guide Tones (3er und 7er) oder Arpeggios flüssig über den gesamten Tonumfang des Saxophons abzurufen.

    • Minimalistisch & Schnell: Läuft ohne Installation oder Anmeldung direkt im Browser auf dem Smartphone, Tablet oder Laptop auf dem Notenständer.
    Ich nutze es selbst regelmäßig am Instrument, um den Kopf beim Improvisieren aus der Komfortzone zu locken.

    Schaut gerne mal rein – ich freue mich sehr über Feedback, Kritik oder eure Ideen für weitere Harmonielehre- und Impro-Feature-Wünsche!

    Viele Grüße und frohes Üben!
     
    coolie, a.g., tehjay und 3 anderen gefällt das.
  2. Werner

    Werner Strebt nach Höherem

    Merci!
     
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  3. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ich bin etwas verwirrt.
    Das einzige, was ich sehe, ist eine Reihe von Tonarten, die ich „abhaken“ kann:
    upload_2026-8-4_23-4-15.png

    Und wenn ich die Seite das nächste mal aufrufe, sind die random keys anders und die bisher gesetzten Haken weg.

    Das kann ich auch mit einem Schmierzettel … :-?

    Ich verstehe es offensichtlich nicht.
     
  4. Werner

    Werner Strebt nach Höherem

    . . . nun ja, digitale Schmierzettel sparen Zeit . . .
     
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  5. musicgabser

    musicgabser Nicht zu schüchtern zum Reden

    Danke dir für das ehrliche Feedback!

    Genau das ist der Sinn dahinter, auch wenn ich den Punkt mit dem Speichern der Haken nach dem Neuladen der Seite gerne als Feature-Idee mitnehme!

    Der Gedanke hinter dem Tool ist genau der, den @Werner beschreibt: Papier sparen und Zeit sparen, indem man sich nicht jeden Tag aufs Neue eine zufällige Reihenfolge ausdenken muss.

    Warum zufällig und nicht einfach der Quintenzirkel? Weil das Ausbrechen aus gewohnten Mustern das Hirn und Gehör ganz anders fordert. Man bestimmt selbst, was man über die generierte Reihe übt – da ist alles möglich, was die Fantasie hergibt:

    • Akkordverbindungen: Wenn in der Reihe z. B. D, Eb ... steht (wie in deinem Screenshot), spielst du darüber II-V-I (D-7 G7 Cmaj7 -> Eb-7 Ab7 Dbmaj7 usw.).
    • Standards: Einen kompletten Song durch alle 12 Tonarten in der vorgegebenen Zufallsreihenfolge spielen.
    • Nach Gehör spielen: Nimm als einfaches Beispiel „Alle meine Entchen“ in der zufälligen Reihenfolge. Über die Vorzeichen nachzudenken wird extrem anstrengend – aber weil man die Melodie im Kopf hat, schaltet das Gehirn schnell um und man spielt plötzlich rein nach Gehör.
    Das Tool liefert also quasi nur den „Workout-Plan“ für den Tag, das eigentliche Training bestimmst du selbst am Instrument.

    Probiere es gerne mal mit einer einfachen Übung aus!
     
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  6. Peterchen

    Peterchen Nicht zu schüchtern zum Reden

    Ich empfehle, ein Tagebuch zu führen, in das man die täglich absolvierten Übungen einträgt. Das ermöglicht ein kurz, mittel- und langfristige Planung und Evaluation der eigenen musikalischen Entwicklung. Meines ist analog und hat Buchform. Das bedeutet Auf- und Abwärtskompatibilität und garantierte Lesbarkeit auch nach Jahrzenten.
     
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  7. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Einfach willkürlich gewürfelte „Progressionen“ kommen in meiner musikalischen Welt nicht vor.
    Und ich habe weder die Zeit noch den Ehrgeiz, etwas um des Übens Willen zu üben.
    Von daher wären chromatische, GT, Kleinterz und Grossterz in so einem Tool für mich sinnvoller.

    Irgendeins der vielen Realbooks an beliebiger Stelle aufschlagen und die dort vorgefundenen Changes zu bearbeiten geht noch viel schneller und erweitert gleich auch das Repertoire.



    Aber ich wollte eigentlich nur verstehen, ob ich eine verborgene Funktion nicht gefunden habe.

    Jetzt weiß ich: It’s not a bug. It’s a feature!
     
  8. musicgabser

    musicgabser Nicht zu schüchtern zum Reden

    Alles klar, dann bin ich froh, dass das Missverständnis geklärt ist! :)

    Und vollkommen verständlich: Jeder Mensch übt und denkt anders. Wer lieber direkt am Songmaterial oder in festen Strukturen (Ganzton, Terzen etc.) arbeitet, zieht aus dem Zufallsprinzip natürlich weniger Nutzen. Dass du die systematischen Schritte (GT, Kleinterz, Großterz) ansprichst, ist übrigens ein super Input – das lässt sich als Auswahleinstellung im Tool wunderbar ergänzen für alle, die strukturierten Mustern folgen wollen.

    In dem Sinne: Danke dir fürs Hinterfragen und weiterhin viel Spaß beim Üben – egal mit welcher Methode!
     
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  9. tehjay

    tehjay Kann einfach nicht wegbleiben

    ...zunächst ein schankedön für dein Tool. Ich war auch erst etwas verblüfft, finde die Idee aber ganz nice, deswegen hier noch mein Backlog-Beitrag für deinen nächsten Sprint;)
    + da es bei kleinen Terzen drei (infinite) Tonreihen a vier Tönen gibt, sind es im Grunde drei unabhängig verminderte Vier-Ton-Skalen, die jeweils random von einem Startton ausgehen sollten.
    + bei großen Terzen verhält es sich ähnlich, nur dass es da vier Dreitonskalen sind.
    + da ein Quartenzirkel (im Uhrzeigersinn) lauter 251 Verbindungen darstellt, könnten hier noch zusätzlich die Sortierung von 2X1-Varianten mit X für Substitut-Dominanten integriert werden (X=Tritonus oder jeweils ein Ton, der sich auf der verminderten Skala vom Tritonus ausgehend befindet). Z.B. D-Bb-C (Backdoor) oder D-Db-C (Tritonus=HT Schritte Rückwärts) oder D-E-C (kenne keine Bezeichnung) oder eben D-G-C (klassische 251-bereits im Quartenzirkel enthalten)....
     
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  10. musicgabser

    musicgabser Nicht zu schüchtern zum Reden

    Hallo @tehjay,

    vielen Dank für das tolle Feedback und deinen Input!

    Deine Vorschläge sind klasse:
    1. Terzen & symmetrische Skalen: Die Aufteilung in die 3 verminderten Vier-Ton-Reihen bzw. 4 übermäßigen Drei-Ton-Reihen mit zufälligem Startton bringt ein super System in die Terzen-Übungen.
    2. 2-5-1 Varianten & Substitute: Die 2-X-1-Verbindungen (Tritonus-Substitut, Backdoor etc.) sind eine fantastische Ergänzung für Jazz-Harmonik und Reharmonisation.
    Ich habe beides direkt als Issues in mein Backlog für die nächsten Sprints gepackt :D.

    Danke für die Inspiration – falls dir noch was auffällt, immer gern her damit!

    Viele Grüße
     
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  11. tehjay

    tehjay Kann einfach nicht wegbleiben

    ...danke für die Blumen;)
    Ich hätte in der Tat noch einen Vorschlag zu den verminderten Skalen / Chords, der allerdings dann ganze Arpeggios und nicht nur die Starttöne abbildet, aber aus meiner Sicht höchst interessant ist.

    Wenn folgendes gilt:
    1. Raise any note of a diminished chord and you get a Minor Sixth chord -> Y
    2. Lower any note of a diminished chord and you get a Dominant chord -> X

    (3. Lower two consecutive notes of a diminished chord and you get a Major Sixth
    chord.
    4. Lower or raise two non-consecutive notes of a diminished chord and you get a
    Dominant Flat Five chord.)


    ...dann folgt nach meiner Interpretation daraus, dass bei der klassischen 2-5-1 Verbindung zumindest die 2 und die 5 einen gemeinsamen Nenner hat:

    EINEN gemeinsamen diminshed chord bzw. scale. Alle oben genannten Ableitungen sind in sich Familie (sagt Barri Harris)

    Wenn wir nun wissen, dass die V durch Substitute der unter Punkt 2. beschriebenen Systematik ersetzt werden kann, dann sollte man gemäß der Regel unter 1. ebenfalls Reharmonisieren können.

    Wenn dein Tool also diese Familien-Arpeggios zufällig zusammenwürfeln könnte, wäre das genial -> Y-X-1

    Dabei gilt
    Y=IIm6 oder m6 Substitut
    X=V7 oder 7Substitut
    1=Imaj6 oder Imaj9 oder maj7....
     
  12. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Als erstes auch von mir vielen Dank dafür, dass du was programmierst und offen zugänglich teilst.

    Leider geht es mir wie @Silver, dass ich in meiner Überoutine noch keinen wirklichen Platz dafür erkenne. Mir fällt kein vernünftiger Vorschlag ein, was fehlt, da ich noch nicht sehe, wo sie mir helfen könnte.

    Meine Probleme damit:
    1. Neben den typischen Grundtonsequenzen für das Patternüben in den häufigen Intervallabständen (chromatisch, Sekunde, Quint, Quart, große und kleine Terzen), haben mich die Zufallssequenzen in manchen Lehrwerken eher überfordert, zumal ich dann auch lieber das Realbook nehmen würde, was mich schon genug überfordert.
    2. Wenn ich die Zeit habe, zwischen zwei Pattern-Tonarten das Horn aus dem Mund zu nehmen und auf eine Box zu klicken, habe ich gerade genug Zeit, das es fast egal ist, in welcher Tonart ich weiterspiele. Das schwierigere sind für mich entfernte Tonartwechsel in Echtzeit. Das geht aber nicht mit klicken.
     
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  13. musicgabser

    musicgabser Nicht zu schüchtern zum Reden

    Hallo @giuseppe,

    kein Problem – Du musst es natürlich nicht benutzen, wenn es nicht in deine Routine passt ;-)

    Aber um deine Punkte aufzugreifen:
    • Patterns: Genau die strukturierten Muster (chromatisch, Terzen, Quarten etc.) sind gerade in Arbeit, damit man eben nicht nur Zufallssequenzen und den Quintenzirkel hat.
    • Klicken & Flow: Du musst beim Üben nicht nach jedem Ton klicken. Natürlich kann sich jeder selbst merken, wo er war. Das Abhaken ist eher als Gimmick gedacht, um nach einer Pause direkt wieder zu wissen, wo man aufgehört hat oder was man an dem Tag schon geschafft hat.
    • Anforderung: Das Tool setzt voraus, dass man die Intervalle oder Tonarten schon im Kopf hat und greifen kann – es dient zum Festigen und Abrufen unter Zeitdruck. Wenn sich das überfordernd anfühlt, ist das völlig normal, dann ist das bewusste Üben mit Noten oder dem Real Book erst einmal der bessere Weg.
    Danke dir auf jeden Fall für die ehrliche Rückmeldung!

    Viele Grüße
     
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  14. Werner

    Werner Strebt nach Höherem

    Hallo,

    mir fällt noch was ein. Zur weiteren Flexibilisierung könnte man noch die enharmonischen Verwechslungen einbauen, also F# / Gb, Eb / D# usw. Enharmonische Verwechslungen zB bei Akkorden, also etwa C#m7 - Gb7 - Hmaj7 - Fbmaj7 (gerne beim vom Blatt spielen) bieten hervorragende Möglichkeiten Rausfliegen zu üben. ;)
    Eine weitere Steigerung wären dann doppelte Vorzeichen, also zB. deses und hisis.
     
  15. altblase

    altblase Strebt nach Höherem

    Ich möchte einfach nur Musik machen!:cool:
     
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  16. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Interessiert jetzt wen?

    Wenn es Dich nicht interessiert, kannst Du ja den nächsten Sommerloch-Thread aufmachen und uns hier in Ruhe unser Ding.
     
  17. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Genau da sitzt eigentlich der Haken für mich bzw. die Schwierigkeit einen Raum für das Tool zu finden.

    Wenn ich ein Pattern in zwölf Tonarten ohne Noten und nach einem festen Schema übe, so wie in HT-, GT- oder Terzschritten oder durch den Zirkel, dann ist der nächste Anfangston spätestens beim 10. Pattern nicht mehr das Problem, sondern das Pattern selber. Chromatisch und Zirkel sowieso nicht, aber auch die Terzen hat man irgendwann im Hinterkopf. Will sagen, wer die Skills hat, dass er Patterns ohne Notation durch solche Grundtonintervalle übt, braucht keinen Spicker für die Grundtöne.

    Also bleibt vor allem die Zufallsfolge als sinnvoller Spicker, bei der ich mich aber frage, ob „echte“ Abfolgen dann nicht noch effektiver sind.

    Vielleicht wäre es nützlich bei Abwärtsintervallen, die die meisten weniger beüben (bzw. analog Intervallen über der Quint). Vielleicht fällt mir noch was griffigeres ein…
     
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  18. musicgabser

    musicgabser Nicht zu schüchtern zum Reden

    Guter Punkt! Aktuell wählt das Tool bei der reinen Zufallsreihenfolge schon zufällig zwischen den gängigen enharmonischen Varianten (wie F# / Gb).

    Dein Beispiel mit den funktional unkonventionellen Schreibweisen (wie Gb7 vor Hmaj7 oder Exoten wie Fbmaj7) ist aber eine genial-fiese Idee für einen speziellen „Blattspiel-Modus“!

    Das nehme ich auf jeden Fall mal auf die Liste für spätere Features, wenn ich erweiterte Modi wie Intervall-Muster oder spezifische Akkordreihen einbaue. Danke dir!
     
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  19. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    warum immer so garstig,versuchs doch einfach mal etwas hölicher und alles wird gut.
     
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  20. Kohlertfan

    Kohlertfan Strebt nach Höherem

    Man sollte die Sprüche von @Silver nicht auf die Goldwage legen.
     
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