Tonart? Who cares! Wie ihr euer Denken in allen 12 Tonarten fit macht

Dieses Thema im Forum "Improvisation - Harmonielehre" wurde erstellt von musicgabser, 4.August.2026.

  1. Wanze

    Wanze Strebt nach Höherem

    Reden ist Silber, Schweigen wäre Gold... ?
     
    JTM, Matthias Wendt und Lagoona gefällt das.
  2. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Das ist aber so oft
     
  3. musicgabser

    musicgabser Nicht zu schüchtern zum Reden

    Hallo zusammen,

    vielen Dank nochmal für das tolle Feedback und die Ideen aus der Runde! Ich habe das direkt mal zum Anlass genommen, ein erstes kleines Update für twelvetones.eu umzusetzen:

    Das ist neu:
    • Intervall-Muster wählbar: Neben dem reinen Zufall und dem Quinten-/Quartenzirkel könnt ihr jetzt auch strukturiert in Halbtonschritten, Ganztonschritten, kleinen Terzen und großen Terzen durch die Tonarten wandern.
    • Startton frei wählbar: Bei allen festen Mustern (also alles außer der Zufallsreihenfolge) könnt ihr den Startton jetzt selbst festlegen, um gezielt an bestimmten Schwachstellen anzusetzen.
    Das hilft extrem, wenn man nicht nur „frei gewürfelt“, sondern in konkreten harmonischen Intervallen üben möchte.

    Probiert die neuen Modi gerne aus – ich freue mich wie immer über eure Rückmeldungen!

    Viele Grüße und frohes Üben!
     
    Livia, Steffen Bari, Silver und 2 anderen gefällt das.
  4. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Langsam wird da für mich ein Schuh draus…

    Es ersetzt, wie es jetzt ist, nicht mein Übe-Büchlein mit den Kritzeleien, die über den Tag hinaus Bestand haben (ich schaffe einfach manche Sachen nicht 12 Mal an einem Tag…). Aber es wird zu einer Gedankenstütze, die ein paar Prozent Hirnleistung zusätzlich freischalten.

    In meinem Alter ist das immer Teil der Abwägung: willkommene Demenzprohylaxe oder unnötige Komplexität? ;)
     
  5. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Wie wäre es jetzt noch mit einem Schieber/Schalter „Aufwärts/Abwärts“, damit man die kleinen Terzen auch noch in Abwärtsschritten übt?
     
    musicgabser und Steffen Bari gefällt das.
  6. musicgabser

    musicgabser Nicht zu schüchtern zum Reden

    Die Idee hatte ich tatsächlich auch schon, steht schon auf der Liste. Danke!
     
  7. musicgabser

    musicgabser Nicht zu schüchtern zum Reden

    Hallo zusammen,

    es gibt wieder ein paar neue Funktionen auf twelvetones.eu, die das Üben noch flexibler machen:
    • Richtungswechsel: Ihr könnt die festen Intervall-Muster (wie Terzen oder Ganztonschritte) jetzt nicht mehr nur aufwärts, sondern auch abwärts oder im Wechsel durchlaufen lassen.
    • Transpositions-Ansicht: Perfekt, wenn ihr zusammen mit anderen Instrumenten übt! Ihr könnt euch jetzt eine zweite Tonart einblenden lassen (z. B. Eb-Saxophon vs. Klingend / C oder Bb-Instrumente), damit alle direkt die passende Tonart für dieselbe Übung auf dem Schirm haben.
    Schaut gerne rein und viel Spaß beim Ausprobieren und Üben!
     
    Livia und giuseppe gefällt das.
  8. philipp_b

    philipp_b Ist fast schon zuhause hier

    So ein paar Gedanken: wenn ich übe, sind digitale Geräte so weit wie möglich aus dem Sichtfeld, d.h. im Rucksack oder in der Jackentasche, damit sie mich nicht ablenken.
    Das Störungspotenzial schätze ich höher ein als den Nutzen einer digitalen Abhakliste.

    Die Idee find ich per se eigentlich ganz gut. Die selbe Funktion könnte aber auch ein Zwölferwürfel übernehmen. Oder Lose. Es gibt eine Masterclass von Kenny Werner, in der er eine Zwölftonreihe zieht und damit übt.

    Um Menschen, die überhaupt in allen Tonarten üben, musst Du dir eigentlich keine Gedanken machen, Das ist das obere Promille, das sich offenbar mit dem Instrument und der Musik beschäftigt und sowieso klar kommt. Die Leute in den Feuerwehr und Blaskapellen, die bei drei Kreuzen schon eine Panikattacke bekommen, ohne zu pusten die Finger bewege, in der Hoffnung, dass der Dirigent nichts bemerkt und fest daran glauben, dass das Problem unlösbar sein, die brauchen andere Hilfsmittel.
     
    gaga und JanTone gefällt das.
  9. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    :lol:
    Es gibt noch die, denen die Lesefähigkeit bei zunehmender Vorzeichenzahl langsam abhanden kommt, die aber durchaus vieles in allen Tonarten üben, mit dem Zwecke nach Gehör oder nach Akkordsymbolen frei spielen oder improvisieren zu können.
     
    gaga gefällt das.
  10. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Naja, sechs Vorzeichen ist schon rein optisch furchteinflössend, wenn man ein Blatt mit einer bislang unbekannten Harmoniestimme aufs Notenpult geklatscht kriegt und der Chef d‘Orchestre schon 110 Halbe einzählt, während man noch damit beschäftigt ist, die ersten vier Takte zu entziffern.
    Sowas ist mir gelegentlich bei BigBand-Aushilfe-Einsätzen in der Probe passiert und war nicht sehr angenehm.

    Die acht oder 16 Takte Solo in Eb Minor waren dagegen ein Kinderspiel, weil es ein Unterschied ist, ob man in einem der 12 tonalen Zentren geübt hat oder etwas Unbekanntes in einer unübersichtlichen Tonart liest.

    Aber ich kenne auch den Typus, der in der Probenpause des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr drei Kippen reinschloten muss, weil das nächste Stück (das schon seit Monaten erfolglos geübt wurde) ganze drei b-chen hat…

    Aber wir schweifen ab.
     
    giuseppe gefällt das.
  11. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Das kennzeichnet die Diskrepanz zwischen dem Bedürfnis, flüssig improvisieren zu lernen und der Möglichkeit, sich in der BigBand schnell und sauber zurechtzufinden.

    Fürs Improvisieren ist jedes Ablesen hinderlich, ausschließliches im Kopf erarbeiten ist angesagt. Damit kommt man wiederum beim Erreichen des Prima Vista Ideals überhaupt nicht voran.
     
    giuseppe und Kohlertfan gefällt das.
  12. ppue

    ppue Mod Experte

    Am meisten bringt die Zeit einer guten Vorbereitung, aber das ist den meisten Amateuren zu anstrengend und dauert ihnen zu lange. Deshalb kommt dann schnell das Argument, dass das Solo aus dem Bauch heraus gespielt sein müsse, weil es ansonsten zu verkopft und nicht authentisch sei.
     
  13. tehjay

    tehjay Ist fast schon zuhause hier

    ...darf ich aus Interesse nachfragen, wie Du Dich konkret auf eine Improvisation/Solo über einen Jazz-Standard vorbereitest? Baust Du Dir eine Melodie, die Du dann auswendig (in verschiedenen Tonarten) abspielst, oder wie kann ich mir das vorstellen?
     
  14. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Bei den meisten Amateuren und so manchem „Profi“ scheitert es alleine schon an der Form.
    Es soll durchaus Stücke geben, die kein Blues oder 32-Takt AABA sind.
    Wobei … 2 Chorüssel AABA sind 3xA am Stück … schon gefährlich :cool:

    Aber eigentlich sprechen wir in diesem Faden über das Tool von @musicgabser

    Das Thema „how to become an improvisor“ haben wir dank @ppue schon an vielen Stellen ausführlich diskutiert.

    Will sagen / anregen: :topic:
     
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