Vergleiche verschiedener Saxophone und Mundstücke per Audioaufnahme

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von ppue, 11.März.2026.

  1. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Jetzt aber, ich werde gleich rot. ;)
    Ja im 3-Trööt sind sie kaum zu verwechseln, ich weiß nicht, ob du es angehört hast.

    Mit etwas Musik sieht es schon wieder ganz anders aus, da wird es schwierig.
    Und beim Spielen? Als würde ich zwei ganz verschiedene Instrumente spielen. Unterschiedliche Ansprache, wann Subtone kommt, wann ein voller Ton, wie direkt, wieviel Power, die Intonation etc. Die Finger liegen anders, der Winkel im Mund ist anders und die Position am Körper auch. Mit momentan etwa einer Stunde pro Woche (für Sax oder Klarinette) können die Hörner auch sehr unterschiedlich gut umgehen. Bestätigt eher die Kritiker der Methodik, der Sound ist ein eher kleiner von vielen Parametern, die mir als Gelegenheitsspieler ein Bein stellen können.

    Aber gehen wir hier gerne zum puren Sound zurück, das war ja der Zweck. Ich wollte nur meine Zusage einlösen und fand den Vergleich auch ganz interessant.
     
  2. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Dann lös doch bitte auf, mit welchen Modellen du das Stück "Lady" gespielt hast...
     
  3. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    No. 1 is for the player (Selmer), No. 2 is for the audience (Conn).

    Das Original-Zitat von Pres ist: Selmer is for the player, Conn is for the audience.

    Ich kann das Zitat mit diesen beiden Hörnern durchaus nachvollziehen. Das Selmer habe ich seit Ewigkeiten gerade erst mal wieder ausgepackt, das Conn zumindest alle 1-2 Wochen mal gespielt. Das Selmer ist sehr viel einfacher zu bedienen. Easypeasy Keyboard-Feeling. Wenn ich aber ein Solo über eine Blechsection spielen muss, würde ich immer versuchen das Conn zu nehmen. Es hat einfach so viel mehr Reserven. Das kann man halt nur selber probieren, mit einer Aufnahme kommt das nicht rüber (schon gar nicht im mezzoforte).

    Übrigens sind das die ersten paar Takte von Lester Youngs Solo über „Lady Be Good“ mit der Basie Big Band, eine meiner ersten Transkriptionen, ein alter Schinken (wurde angeblich schon von Bird transkribiert und studiert). Schöne Nummer und auch für einen Hobbyspieler zu machen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14.März.2026
  4. Blofeld

    Blofeld Ist fast schon zuhause hier

    @giuseppe Danke fürs Einstellen! Das ist doch wiederum interessant: Nun über einen gewissen Tonumfang und im musikalischen Kontext gespielt, empfinde ich die Klänge wiederum hörbar unterschiedlich, wenn auch nicht mehr so deutlich. Aber ich empfinde die Klänge anders als bei den Einzeltönen, woran auch immer das liegen mag: Ich würde bei den Lady-Takes sagen: 1 (Selmer) mittenbetonter, 2 (Conn) hat obenrum mehr Höhen, in der tiefen Lage aber auch mehr Bassanteil, insgesamt also einen "scooped" Frequenzgang (das hatte ich bei den Einzeltönen nicht so rausgehört, sondern empfand es bloß als dünner). 2 würde mir etwas besser gefallen, aber 1 finde ich auch schön. Die haben beide ihre Qualitäten. Was die Methodik angeht: Für die Beurteilung eines Klangeindrucks gibt mir die gespielte Melodie deutlich mehr als die Einzeltöne. Vielleicht brauche ich den direkten Wechsel zwischen den Lagen und ein paar Töne dazwischen, um ein Gefühl für den Klang zu bekommen.
     
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  5. ppue

    ppue Mod Experte

    @giuseppe

    Ich habe deine Vergleichsaufnahme etwas manipuliert.

    1. Die dB-Zahl angeglichen
    2. Die Stimmung angeglichen (ändert am Sound so gut wie nichts).



    Ich habe extra nicht nachgeschaut, wie die Reihenfolge war, und meine, klar und deutlich das Conn an zweiter Stelle herauszuhören. Für mich bestechen die Conn-Saxophone gar nicht mal durch ihren fetten Bass, sondern durch ihre außergewöhnlichen Höhen. Das ist auch bei meinem Alto-Vergleich ganz deutlich zu hören.

    Die Mär(?) von den fetten Bässen liegt meines Erachtens daran, dass die Vintagehörner am besten mit großvolumigen Mundstücken gespielt werden, die die tiefen Frequenzen natürlich begünstigen.

    Mit dem gleichen Mundstück gespielt, sind die Bässe nicht lauter als auf modernen Hörnern.

    Und somit ist auch verraten, dass das "besser" klingende Horn bei mir das zweite, nämlich das Conn, ist. Soundmäßig mein Lieblingssaxophon, leider mit abweichenden Toptone-Griffen, die ich mir nicht mehr draufschaffen möchte, aber im Konzert immer gebrauche.

    PS. @Blofeld: Ich denke, deine unterschiedlichen Wahrnehmungen liegen nicht an Melodie versus Einzeltönen, sondern daran, dass das Conn bei den Einzeltönen leiser und auf dem hohen D auch zu flat war.
     
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  6. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Danke euch dreien für das Feedback!
    Ja, nach der Bearbeitung sind die Obertöne im Conn noch deutlicher. Ich bin ehrlich gesagt gerade ziemlich glücklich, wenn ich das anhöre. Mit meiner wenigen Übezeit stelle ich manchmal schon meine Conns in Frage, da man es sich einfacher machen kann. Aber der 3-Trööt bestätigt eigentlich ziemlich genau, was ich selber hören und warum ich mit dem Sound vom Conn glücklicher bin. Das Selmer ist ja wirklich auch ein schönes Horn, leicht zu spielen und mir sehr ans Herz gewachsen.

    War das Conn oben wirklich flat oder doch das Selmer sharp? Nur falls du es auswendig vom reparieren weißt, nachschauen kann ich sonst selber…

    Das mit den Mundstücken ist eine gute Erklärung, warum Conns oft allgemein als fetter empfunden werden und von den Besitzern selber doch vor allem als strahlender und durchsetzungsfähiger.

    Dass die Musikschnipsel den Eindruck verändern, liegt bestimmt auch an der Spielweise. Ich versuche bei den Lester-Schnipseln den samtigen Saxklang der 20er und 30er ein bisschen nachzuahmen mit wenig Druck, eher mehr Lippe und genug Luft. Da ist kein Ton so straight geblasen wie beim 3-Trööt. Vielleicht sollte ich das weniger stark probieren, keine Ahnung. Vielleicht schaffe ich es aber, heute noch einen geradlinigeren Musik-Schnipsel aufzunehmen mit satt geblasenen Tönen.
     
  7. ppue

    ppue Mod Experte

    Das Selmer-hohe-D ist 20 Cent zu hoch. Da ich aber hohe Töne lieber etwas schärfer höre, habe ich das Conn, das durchgehend super intoniert hat, etwas angehoben.
     
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