Was ist ein Einsteiger Tenor-Sax?

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von MonKid, 13.November.2020.

  1. MonKid

    MonKid Nicht zu schüchtern zum Reden

    Zum Thema Kaufberatung für Anfänger gibt es hier schon viel zu lesen. Ich lese es auch. Möchte dem Thema aber gerne noch ein paar offene Fragen hinzufügen.

    Vorgestellt hatte ich mich schon. Kurz wiederholt: Gehe auf die 40 zu. Praktisch keine musikalische Vorerfahrung. Habe seit 2 Wochen ein Alt-Sax aus dem Leihpool einer lokalen Schule. In der Stadt gibt es diverse musikalisch und pädagogisch professionelle Lehrer. In der nächst größten Stadt ist sogar ein Saxophon-Restaurateur.

    Ich möchte ein Tenor Sax, auch wenn ich selbst noch keines probieren konnte. Da geht mir einfach das Herz auf, schon wenn ich im bekannte Online-Shop (darf man hier Namen sagen?) mir die Hörbeispiele reinziehe.
    Das Geld ist an sich auch nicht das Problem. Es geht bei meinen Überlegungen nicht darum, Geld zu sparen, weil nicht viel Geld da ist - es muss einfach vernünftig bleiben.

    Was ist vernünftig?

    Ich lese, es sollte für den Anfänger kein Billig-Teil sein, weil die schwer zu spielen sind. Das Instrument sollte immer besser als der Spieler sein. Klingt einleuchtend. Tenor ist schon mal teurer als ein Alt. "Ist wie Partnersuche".

    Erschwerend kommt mein Spleen hinzu, dass ich kein gold-glänzendes haben möchte, sondern etwas extravagantes: unlackiert, vernickelt, matt-gold, matt-silber, etc Da bin ich sofort weit über 2000 €. System54 find ich einfach mega-geil! :D

    Vernünftig wäre es wohl einen Online-Mietshop zu nehmen, wo ich nach 6 Monaten Miete ggf. das Instrument kaufen und die Miete anrechnen kann. Angeblich sind alle Instrumente neu - kann ich kaum glauben. Was macht der Vermieter, wenn ein Instrument zurückgeht? Anders verkaufen, oder wieder als "neu" vermieten? Das günstigste Tenor in dem besagten Shop ein MySax Classic Series Bronze für rund 700,- Neupreis. Alle weiteren Instrumente sind dann schon bei über 1000 € Neupreis.

    Ist das 700 € Instrument zu billig (schwer) für einen Anfänger? Was ist gut genug für einen Anfänger? Von welchen Preisen und Regionen sprechen wir hier?

    Gebrauchte soll man nicht kaufen, lese ich überall.

    Wie sieht der Wertverfall bei einem Tenor Sax aus?
    Kaufe ich jetzt eines für 2000 €, pflege es gut, investiere zusätzlich in professionelle Reperatur/Wartung und möchte es in einem Jahr wieder verkaufen. Wie viel bleibt vom Neupreis übrig?
    Wenn ich ein 2500 € Instrument (incl. Wartungskosten) nach einem Jahr wieder für 1500 € verkaufen kann, könnte ich mich damit arrangieren.

    Aber warum kaufe ich dann nicht selbst ein gebrauchtes?

    EDIT: Ein Thomann Antique Tenor hat ein Antik-Finish und kostet nicht mal 500 € neu. Die Marke weckt in mir Vertrauen, aber der "billige"(?) Preis nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.November.2020
  2. Sandsax

    Sandsax Strebt nach Höherem

    Dass man Gebrauchte nicht kaufen soll, lese ich keineswegs überall?

    Das gilt höchstens für den, der keine Ahnung hat und der kann und sollte sich deshalb kompetente Hilfe holen (z. B. über „Saxer helfen Saxern“ auf @ppue -s Profil verlinkt).

    Warum das durchaus sinnvoll sein kann hast Du Dir bereits selbst beantwortet.
    Das gilt umso mehr bei Instrumenten, bei denen, ob nun berechtigt oder nicht, mit einem überproportional hohen Wertverlust zu rechnen ist (China, Taiwan) und insbesondere wenn man wie Du schon zu Beginn darüber nachdenkt es ggf. nach einem Jahr wieder verkaufen zu wollen.

    Überdenken würde ich persönlich Deinen Ansatz in eine tolle Optik zu investieren.
    Du fragst: „was ist vernünftig?“
    Stecke das Geld besser in eine anerkannt tolle Qualität, bspw. Yamaha oder Yanagisawa, und bleibe dafür glücklich damit.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.November.2020
  3. ppue

    ppue Experte

    Hätte ich nicht genug Tenöre, würde ich mir hiervon was kaufen:

    https://www.ebay.de/itm/Vintage-Ten...712313?hash=item2d1c067039:g:rM0AAOSwMJZfqZ3g

    Guenot hat super Saxophone hergestellt. Dieses ist generalüberholt, aber seit 20 Jahren unbespielt. Muss man einstellen lassen, wird aber dann wahrscheinlich gut abgehen. Wenns nicht ist, wieder versteigern (gilt auch für die anderen Hörner). Ein Preisvorschlag von 450,-€ sollte funktionieren.

    https://www.ebay.de/itm/Tenor-Saxop...647934?hash=item2af695f03e:g:wywAAOSwB8Bfps21

    Ich habe ein Hammer-Bariton von Santoni Paré. Dieses Tenor hier hat neue Polster aber wohl die falsche Farbe (-;


    https://www.ebay.de/itm/Weltklang-T...546875?hash=item23e61d7a3b:g:-VoAAOSw7JtfjWpN

    Hammersound für wenig Geld! Sicher deins für 450,-€.

    Nur mal locker auf Ebay aufgespürt.
     
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  4. MonKid

    MonKid Nicht zu schüchtern zum Reden

    Lieber ppue, danke sehr.
    Das sind schöne Stücke. Auch der Bluespeter hat atemberaubend tolle Instrumente für unter 1000,- €.
    Die sind älter als ich, wenn nicht sogar doppelt so alt. Irgendwie hab ich da Hemmungen, als Anfänger so ein edles (wenn auch im Preis günstiges) Stück überhaupt anzufassen.
     
  5. ppue

    ppue Experte

  6. ppue

    ppue Experte

    Bluespeter ist Händler. Von privat sparst du immer etwas, hast allerdings auch das größere Risiko.
     
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  7. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Definitiv zu wenig für ein neues Tenor. Vielleicht bei Gebrauchten möglich.

    Das ist Unsinn. Grade mit Gebrauchten, so es gute Instrumente sind, kannst Du wenig falsch machen. Richtig gekauft hast Du da keinen Wertverlust mehr.

    Und beim Händler gekauft bringt auch noch zwei Jahre Gewährleistung.

    CzG

    Dreas
     
  8. Huuuup

    Huuuup Strebt nach Höherem

    Es gibt keine Einsteiger Saxe,ein Anfänger kann auch mit einem Yamaha für 4000 Euro starten und einProfi kann auf einem 23er Yamaha für 600 Euro so traumhaft klingen das 95% der Foristen hier (inkl. mir) nie dahin kämen
     
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  9. Sandsax

    Sandsax Strebt nach Höherem

    Eine der alten Milchmädchenfragen, zu der ich eine gänzlich andere Meinung vertrete und die man derart unreflektiert so nicht stehen lassen kann.

    Ein Fahranfänger kann auch mit einem Lamborghini starten, sollte er aber nicht tun!
    Und ein Sportfahrer kann ebenso mit einem Kleinwagen zügiger um die Kurven kommen als die meisten von uns in unseren fixen Schlitten, er wird aber wenig Freude dabei verspüren.

    Wäre das alles wumpe, gäbe es weit weniger Profis, die sich 10.000€ Vintages oder neuere teure Topmodelle leisten. Soviel haben die allermeisten von denen nun auch nicht auf der Tasche, dass sie sich das ohne Not abknapsen könnten.

    Es ist schlichtweg nicht egal, geht auch um Sorgfalt in der Herstellung, Materialqualität, Blaswiderstand, etc., was sich in dann verschiedenen Preisen widerspiegelt.
    Mit einem teuren „professionellerem“ Instrument muss ein Einsteiger lange nicht so gut klar kommen, wie mit einem für ihn gedachten „Einsteigerinstrument“. Es erleichtert den Einstieg.

    Die Vorzüge von Selmer beispielsweise erschließen sich Vielen so erst später (manchen nie), und bei Yamaha ist das den Baureihen auch beim Spielen unmittelbar anzufühlen.

    Aber das haben wir hier schon wiederholt scheinbar brotlos durchgekaut… ich geb‘s dann doch auf :cry2:
     
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  10. Huuuup

    Huuuup Strebt nach Höherem

    Der Vergleich tut sowas von hinken wie meine Frau zur Zeit mit Wadenbeinbruch
     
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  11. Huuuup

    Huuuup Strebt nach Höherem

    Nur mal ein Beispiel,weil ich es oben erwähnt habe. Die angeblichen Schülerinstrument(Einsteigersaxophone) Yamaha 21er,23er,25er Serie . Warum sind die denn inzwischen beliebt und zwar auch bei Könnern. Weil sie extrem robust sind ,gut intonieren und das schon seit Jahrzehnten.
    Na,dämmert was
     
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  12. Sandsax

    Sandsax Strebt nach Höherem

    Ich find den gut. :)

    Unabhängig davon hoffe ich, dass sie schnell wieder genesen ist. :nurse:
     
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  13. Sandsax

    Sandsax Strebt nach Höherem


    Würde ich ohne Not nicht spielen wollen (bekennender Sax-Snob :-?), bin aber auch kein Könner, aber ich kenne auch absolut keinen Profi, der die wirklich als Erstinstrument spielt.

    Vielleicht ein Tenorist, der sich so ein Alto in die Ecke legt, um keinen Auftrag abzuschlagen, oder als günstiges Backup, ok.
    Kann ich also so als Argument nicht gelten lassen, auch wenn Du Deins toll findest; die Gravur gefällt mir auch… :peace:
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.November.2020
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  14. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    @Huuuup und @Sandsax

    Ich sehe es differenzierter.

    Jeder Anfänger wird mit einem „Profihorn“ nicht nur klar kommen, sondern dieses gut für sich nutzen können. Er ist auf der sicheren Seite, gleichwohl kann er nicht das Potential des Horns ausschöpfen (Anders als z. B. beim Golf. Den Golfschläger von Tiger Woods kann ich nicht bedienen)

    Ein Profi kann auch auf einer Gurke spielen, und wir finden es gut. Er fühlt sich aber nicht wohl.

    Gute „Anfängersaxe“ Yamaha, Expression, etc. funktionieren auch für Anfänger.
    Ein Profi kommt damit klar, wird aber nicht glücklich damit.

    ( @Sandsax , Du hast Recht, ist schon aussagekräftig, dass Profis so viel Geld für das Equipment ausgeben, obwohl sie nicht wirklich gut verdienen)

    CzG

    Dreas

    Achso....ein durchschnittlicher Autofahrer wird mit einem aktuellen 911er schneller auf der Nordschleife unterwegs sein als mit einem Golf.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.November.2020
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  15. Sandsax

    Sandsax Strebt nach Höherem

    @Dreas

    stimmt schon, natürlich wird ein Anfänger auch mit einem Profiinstrument klarkommen, aber ich bleibe dabei- mit einem guten dafür ausgewiesenen Einsteigersax, Paradebeispiel Yamaha, tut er sich zunächst, eben beim Einstieg(!) leichter.

    Idealerweise so:

    der Blaswiderstand sollte bewusst niedrig gehalten sein, die Intonation geführter, man verreißt nicht ganz so schnell und heftig, ist aber auch eingeengter (im besonderen Gegenteil zum Profivintage -ups! neue aussagelose Kategorie :banghead:), die Instrumente sind etwas leichter und der niedrigere finanzielle Einsatz (durch: Finish muss nicht so aufwendig sein, Koffer auch nicht, billigere Polster, einfachere Mechanik und Materialien, größere Stückzahlen, billigere Produktionsstätten) kommt den allermeisten Einsteigern entgegen.

    Das macht nach meiner Auffassung ein Einsteigersax aus; kann sein, dass ich weitere Aspekte unterschlagen habe.
     
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  16. Grammatico

    Grammatico Nicht zu schüchtern zum Reden

    Hi @MonKid - von einem ähnlichen Startpunkt wie Du ausgehend habe ich nach zwei, drei Monaten mit einem grusligen Weltklang Solist auf eBay ein Yamaha T475 für 900,- geschossen, das ich bei einem guten Saxdoc für 150,- habe einstellen lassen und glaube damit ein für meinen Fähigkeitslevel sehr gutes Instrument zu spielen. Ich glaube, bis ich beurteilen kann, welches Instrument stilistisch zu mir passt, vergeht noch einige Zeit. Ich habe vor kurzem ein Mark VI für 9k spielen können und bis auf die tolle Mechanik nicht allzu viele Unterschiede merken können - steinigt mich gerne dafür :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.November.2020
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  17. jthole

    jthole Schaut öfter mal vorbei

    Anfänger, kleines Budget ... da wäre ein Yamaha YTS-2x oder YTS-2xx vielleicht interessant? Alles hängt vom Zustand ab natürlich.
     
  18. Tom Brady

    Tom Brady Kann einfach nicht wegbleiben

    Moin, vieles wurde schon geschrieben, aber ich möchte noch einmal eine Lanze fürs Gebrauchte brechen. Ich habe auf dem Tenor mit nem Chateau begonnen. War preislich okay und schick cognacfarben, aber schon beim Verkaufsgespräch kamen wir irgendwie auf ein altes Instrument. Mich reizt einfach, wenn ein Instrument Geschichte hat. Mittlerweile spiele ich auf einem 66er Keili Toneking und liebe es. Ja, es hat die ein oder andere kleine Delle, aber der Sound ist unglaublich, und preislich deutlich unter einem neuen in dieser Klasse. Mittlerweile ist noch ein Bariton dazugekommen und auch das hat schon etliche Jahre auf dem Buckel. Geh in ein vernünftiges Musikgeschäft und schau Dich einfach mal um, lass Dich beraten. Gebrauchte sind oftmals deutlich besser als das funkelnde neue Instrument...

    Gruß

    Tom
     
  19. Huuuup

    Huuuup Strebt nach Höherem

    Das!! ist ein Profiinstrument.Spiele ich auch,bin aber kein Profi
     
  20. Tom Brady

    Tom Brady Kann einfach nicht wegbleiben

    Ist es, aber hat nicht so arg viel gekostet. Wollte auch nur sagen: New is not always better
     
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