1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Welche Rolle spielt Optik für euch beim Sax? Und warum oder warum nicht?

Dieses Thema im Forum "Eigene Themen" wurde erstellt von Dreas, 21.Januar.2018.

  1. saxchrisp

    saxchrisp Kann einfach nicht wegbleiben

    Ich war letztes Jahr auf der Suche nach einem neuen Sax.
    Ich wollte explizit ein Neues haben.
    Habe ein 20 Jahre altes Yanagisawa 801 was runtergerockt ist und wo ich kein Geld mehr reinstecken wollte und zwar weil es mir optisch überhaupt nicht gefällt.
    Dazu noch ein Super Action 80 der ersten Serie. Das finde ich super schön und wird auch immer noch gespielt.
    Ich wollte ein silbernes und nicht glänzendes Horn, somit stand bei mir die Optik als erstes Kiterium.
    Ich würde mir zB kein 3000€ Yamaha oder Jupiter holen weil ich die einfach nicht hübsch finde.
    Jetzt habe ich ein System 54 in Vintage silber und werde bei fast jedem Auftritt gefragt was für ein Horn das ist, weil das so super aussieht. Ich hätte es mir nicht gekauft, wenn es scheiße verarbeitet oder kacke geklungen hätte.

    Somit war die Optik ein größeres Kiterium als die Akustik.
     
  2. stefalt

    stefalt Ist fast schon zuhause hier

    Ich finde die Optik schon wichtig. Goldlack z.B. gefällt mir gar nicht.

    Deshalb spiele ich:
    Alt Neusilber in matt mit matten Mesingklappen, ......dazu jedoch eine glanzlackierten Kuper S-Bogen mit goldlackierten Anbauteilen, das sieht so.... aus :bag:, intoniert aber für mich ziemlich perfekt und klingt gut...
    Tenor: Silber, klingt bombastisch, intoniert aber extrem schwierig, daher mittlerweile eines in Goldlack glänzend mit mit matt schwarzem S-Bogen ....:bag:

    OK... Klang und vor allem Intonation sind mir doch wichtiger :(

    also gut,

    ich finde Optik nicht wichtig!

    LG StefAlt
     
  3. RomBl

    RomBl Ist fast schon zuhause hier

    Geht mir auch so.
    Die Optik meines Hornes ist ziemlich abgerockt (Hauptsache die des Spielers nicht :D) und mich stört das gar nicht - ganz im Gegenteil. Ich könnte mir auch vorstellen, ein neues Sax zu spielen, wenn es meinen soundtechnischen Vorstellung entspricht (und Inderbinen draufsteht :D :cool: :D).

    Zugegeben: Ich stehe bei Hörnern schon irgendwie auf einem "morbiden Look", aber der Sound, die Intonation und das Handling sind für mich die entscheidenen Dinge.
     
    Sandsax, Dreas und Gerrit gefällt das.
  4. ehopper1

    ehopper1 Ist fast schon zuhause hier

    Ich habe abgerockte und "schöne" Hörner.
    Mir ist wichtig, dass alles gut funktioniert und klingt.
    Und das passt zur Zeit verdammt gut, was mich sehr freut.

    Bei einer Kunstvernissage (viel Schicki-Micki-Leute) wurde ich mal gefragt, warum ich so ein hässlich aussehendes Saxophon spiele.
    Ich habe geantwortet, dass mein Horn als Kunstwerk zu betrachten sei.

    ;)
    Mike
     
    Lemosho2012, Dreas, murofnohp und 2 anderen gefällt das.
  5. ReneSax

    ReneSax Ist fast schon zuhause hier

    Ich finde man muss deine Vorliebe für ein bestimmtes Finish oder einer Marke mit der Funktionalität des Horn in Einklang bringen können.
    Das bedeutet einerseits ich kann es weil einfach alles passt oder ich muss einen Kompromiss eingehen und abwägen welches Argument schwerer wiegt. Erst wenn beide sich im Einklang befinden werde ich darüber nicht wieder nachdenken müssen (was dann oft zum Neukauf eines neuen Horns führt)
    Wobei sich die Vorlieben auch ändern können: Ein Beispiel ist Schwarz mit Gold...heute sieht man lieber Schwarz mit Silber... .
     
    sachsin und Bernd gefällt das.
  6. Stevie

    Stevie Ist fast schon zuhause hier

    Die Optik ist mir ziemlich egal. Tendenziell mag ich aber Saxe mit Gebrauchsspuren lieber als neue.

    Was für mich gar nicht geht, sind auf alt "getrimmte" neue Saxophone - also insbesondere diese "patinierten" Instrumente gefallen mir überhaupt nicht.
     
    Jacqueline und visir gefällt das.
  7. ehopper1

    ehopper1 Ist fast schon zuhause hier

    Ich hatte 2008 die Wahl zwischen vier Mauriat Tenören, die ich ausgiebig testen durfte.
    Unlackiert, Goldlack und zwei Mal Vintage Look.
    Auf das unlackierte fuhr ich voll ab, auch wegen des Sounds.
    Meine damaligen Jazzbandkollegen überredeten mich aber eins der Vintage Look Teile zu kaufen.
    Mit dem würde ich am besten klingen.

    Die Optik störte mich anfangs schon ziemlich.
    Ich fand den Versuch doof, einem Instrument optisch einen Vintage Look zu verpassen.

    Ich bin heute aber froh dass ich das Teil habe.
    Denn in erster Linie geht es ja darum wie es zu spielen ist.
    Und das ist wirklich traumhaft.

    Klar höre ich, wenn ich mal irgendwo (mit-)spiele, auch heute noch die unterschiedlichsten Kommentare, wenn auch nicht mehr so häufig:
    Von "Boah, sieht das Teil geil aus" bis "Iiiihhh ist das hässlich".
    Das wäre aber wohl mit jedem anderen Instrument genauso.
    Manche mögen es goldglänzend, andere silbern usw,

    So lange ich aber weiter bei anderen mitspielen darf bzw. weiter gefragt werde ob ich mitspiele, ist aus meiner Sicht alles o.k.
    Und letztlich ist es ja wichtig wie ein Instrument spielt und klingt.

    Lg
    Mike
     
    sachsin gefällt das.
  8. henblower

    henblower Ist fast schon zuhause hier

    In Ergänzung zu meinem post #27 hier zwei Bilder von meinem 1956er Mark 6. Wer angelt und die vielen bunten Flecken als zu einer kapitalen Bachforelle gehörig betrachtet, ist nicht gleich abgestoßen....

    IMG_3848.JPG IMG_3849.JPG Bachforelle.jpeg

    Das Kontrastprogramm, mein1962 Mark 6, gibt es hier:

    https://www.dropbox.com/sh/a1rkoq3e8z2ku5r/AABInWvH7aNEJ7Wwel6gTLpYa?dl=0

    Das 56er spiele ich lieber, auch wenn das 62er im Neuzustand ist. Der absolute Eye-Catcher ist Marlene, mein Transitional Conn von 1931/32, aber das würde mir auch gefallen, wenn es altersgemäß abgespielt wäre.

    https://www.dropbox.com/sh/w7muw3hfkarstkt/AAC8qFLenm1d29LtMUHnt8tBa?dl=0

    Fazit: unter dem Strich mag ich die alten, abgespielten, abgewetzten Hörner lieber, solange sie nicht mit Schmirgelpapier und Schleifmaschinen malträtiert worden sind.
     
    nosi65, Wuffy, Nilu und einer weiteren Person gefällt das.
  9. bluefrog

    bluefrog Ist fast schon zuhause hier

    Wenn ich da schon Präferenzen formulieren sollte, wäre mir am liebsten ein in Ehren abgerocktes, vielleicht in Silber mit schöner Patina. (Würde irgendwie zu mir passen:)) Mein SA80 II von 1992 zeigt - leider - kaum Alterungsspuren, nur an ein paar Lötstellen ist der Lack ab.

    LG Helmut
     
    Dreas und sachsin gefällt das.
  10. Long John Silver

    Long John Silver Ist fast schon zuhause hier

    Da Geschmack ja bekanntlich nichts ist, worüber man streiten sollte, halte ich mich weitgehend zurück. Soll mal jeder schön finden, was er schön findet.

    Mein ganz persönliches Empfinden:
    Ich mag in meinem privaten Bereich Dinge, die eine Geschichte haben.
    Die darf man ihnen auch ansehen - schließlich habe ich auch Falten und graue Haare.
    Ausserdem werden diese Dinge durch ihre sichtbare Geschichte einzigartig.

    Ein anderer Gedanke - und mehr ist es nicht als ein Gedanke: Saxophone, die aussehen, als wären sie viel gespielt worden, sind vermutlich auch viel gespielt worden und "gehen gut". Ob sie durch das viele gespielt werden gut gehen oder viel gespielt wurden, weil sie gut gehen ist dabei fast egal.

    Eine "künstlich" entlackte und geschruppte Kröte bleibt aber immer eine Kröte. Egal ob Mk VI drauf steht oder etwas anderes.

    LJS
     
  11. henblower

    henblower Ist fast schon zuhause hier

    Ja, ja, aber der geküsste Frosch wird ja bekanntlich zuweilen zum Prinz.
     
  12. Florentin

    Florentin Ist fast schon zuhause hier

    Genauso ist es mir ergangen.

    Eigentlich finde ich die Optik nicht wichtig. Ich habe also kein "schönes" Instrument gesucht.

    Allerdings fand ich das Keilwerth Vintage (das ansonsten super war) wirklich so abstoßend, dass ich es nicht kaufen wollte.

    Ein Kriterium, das aber nicht direkt mit Optik zu tun hat: Ich würde kein Versilbertes (ohne Schutzlack) kaufen, weil es viel zu viel Arbeit zum Putzen ist. Und angelaufenes Silber wollte ich auch nicht haben.

    Ein anderer Aspekt: schlechten Lack (der schon nach ein paar Jahren abgeht) halte ich nicht für cool, sondern für einen Qualitätsmangel.
     
    visir und jazzwoman gefällt das.
  13. giuseppe

    giuseppe Ist fast schon zuhause hier

    Meine Eltern brachten mir als kleinem Bub von einer Reise eine Melodica aus Plastik in Form eines silbernen Tenorsax mit. Ich hatte meine Eltern sehr vermisst und das Geschenk war großartig. Für mich war von diesem Tag an klar, dass ich Saxophon spielen will, und zwar ein silbernes Tenorsax.

    Als man mir ein paar Jahre später sagte, ich solle erstmal Blockflöte lernen, tat ich das, bis ich alles spielen konnte, was man von mir verlangte. Als mir der Klarinettenlehrer der örtlichen Musikschule dann wieder ein paar Jahre später sagte, das mit der Blockflöte sei zwar schön, aber ich solle erst Klarinette lernen um dann besonders gut Saxophon spielen zu können, lernte ich halt auch Klarinette mit Hingabe und Zielstrebigkeit (und hätte es dann später um ein Haar studiert, aber das ist eine andere Geschichte).

    Irgendwann war aber tatsächlich das silberne Tenor an der Reihe. Und in seiner Folge noch ein paar weitere silberne Saxophone, von denen ein silbernes Tenor bis heute geblieben ist. Dass die Melodica wahrscheinlich aus dem örtlichen Supermarkt war, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Ebenso wie die Tatsache, dass ich es nach knapp dreißig Jahren dann auch geschafft habe, ein nicht-silbernes Saxophon zu kaufen. Ich glaube, es wär mir mittlerweile relativ wurscht, ob gold, entlackt, pseudo-vintage-kackbraun (sorry) oder giftgrün, dieses Kapitel liegt hinter mir, und dafür weiß ich mittlerweile zu gut, was ich von einem Saxophon erwarte. Ohne die Melodica hätte ich vielleicht aber nie Sax gelernt. Insofern geht das mit der visuellen Attraktion schon in Ordnung. Essen darf ja auch appetitlich aussehen...
     
    Lemosho2012 gefällt das.
  14. xcielo

    xcielo Gehört zum Inventar

    Moin,

    ich habe mich ehrlich gesagt mit dieser Fragestellung noch nie sonderlich beschäftigt. Wenn ich darüber nachdenke, so mag ich gerne neuwertige Instrumente, bei denen der Lack tatsächlich das blanke Messing schützt. Es ist das einzige, was mir an meinem S1 nicht gefällt, nämlich, dass sich hie und da der Lack, übrigens schon recht frühzeitig verabschiedet hat, und teilweise dunklen Flecken Platz gemacht hat.

    Und das ist auch das, was ich an meinem Prestige gleich so aufregend fand, dass es 35 Jahre alt ist, und praktisch neuwertig aussieht.

    In Ehren ergraute Instrumente finde ich auch ok, wenngleich viel gespielt auch meist bedeutet, dass die Mechanik dann doch etwas schlabberig ist, aber das ist schon ok. Auf vintage getrimmte Teile sind für mich hingegen nicht besonders attraktiv, und darunter fällt wohl auch das Inderbinen, es sieht einfach Sch.... aus, egal wie toll das Teil ist.

    Allerdings ist die optische Erscheinung letztlich total zweit oder auch letztrangig. Es muss sich einfach gut anfühlen, beim Spielen, beim Zuhören.

    Und doch gibt es da noch etwas. Ich liebe einfach schwarzes Grenadillholz, von meinen Klarinetten, meiner Flöte. Da kommt kein Messing, Neusilber, Kupfer mit.

    Gruß,
    Otfried
     
  15. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    Wenn ja, warum nicht...

    Genau, ich mag generell keine "ich möchte gerne aussehen wie..."-Instrumente. Es darf normal aussehen, es darf gebraucht aussehen, es darf auch originell aussehen (außer vielleicht "Hello Kitty"-Design), aber speziell in letzterem Fall muss es dann aber auch wirklich gut sein, um entkräften zu können, dass es mit der Optik über technische Defizite hinwegtäuschen will.
    Also, gut soll es natürlich immer sein...

    De facto hat mein Tenor ja auch ein "optisches" Defizit - es steht "Hohner" drauf... was es aber technisch allemal ausgleicht.

    Wenn einem egal ist, was es kostet, kann man natürlich Optisches und Technisches immer vereinbaren. Wenn man, wie ich, "Gelegenheitskäufer" ist (jetzt einmal freundlich formuliert), kann man optisch nur das Gröbste aussortieren, wenn man ein technisch passendes Sax will.

    Tatsächlich glaube ich solange, dass mir die Optik ziemlich egal ist, bis ich ein Sax in der Hand habe, bei dem ich denke "also das ist ja doch viel schöner".
     
  16. RomBl

    RomBl Ist fast schon zuhause hier

    @henblower
    Kenn ich, ein Sax in Bachforellen-Optik habe ich auch :D
    Bei Dir sind die Punkte aber noch regelmäßiger.

    102.jpg
     
  17. danziger

    danziger Nicht zu schüchtern zum Reden

    Warum mein Tenor golden aussieht liegt daran, dass es damals keine anderen 'Looks' gab, Ausnahme war versilbert oder vernickelt, aber eben eine Ausnahme. Die Farbe des Instruments folgte wie alles andere (ausser der Gravur) der Prämisse form follows function. Das Blech der Instrumente sollte irgendwie geschützt werden und das war damals eben Lack, Silber oder Nickel. Nach Jahren des Gebrauchs fällt der Lack oder Nickel ab und/oder das Silber oder der Lack werden immer dünner, bis das Blech nackt sichtbar wird. Klarlack entwickelt sich für mich am schönsten. Instrumente, deren Lack immer weniger wird, der organisch sich in Wohlgefallen auflöst, können eine größere innere Strahlkraft entwickeln (natürlich nur optisch) als ihre neuen, glänzenden Geschwister. Das spüren auch Laien.

    Ich empfinde schwarze Saxophone als 'mit Absicht' designed, dazu dann goldene Klappen und Mechanik und John Player's Special ist nicht weit. Gebürstet, mit Vintage look usw... ist auch nicht meins, bin dafür zu konservativ. Ähnlich empfinde ich auch auf asiatischen Saxophone europäisch inspirierte florale Muster als Gravur 'unrichtig' und unnötig kopiert. Warum eigentlich? Japan und China z.B. haben eine eigene große Tradition. Von den Bildern her habe ich das Gefühl, dass Forestone japanisch inspirierte Muster hat. Finde ich gut und wäre für mich ein Grund mich mit so einem Sax zu identifizieren.

    Am Ende gilt natürlich, das Sax muss gut zu einem passen. Da sind Sound und Handhabung Nummer 1. Aber die Augen essen mit. Ein Instrument, das man wirklich mag, motiviert deutlich mehr als ein weniger gemochtes, man übt mehr und hat mehr Spaß an der Sache. So gesehen hat das Aussehen auch eine Auswirkung auf den Klang.

    (Irgendwo gibt es eine interessante Seite, auf der der Autor, er ist Instrumentenbauer in London, darlegt, warum er der Oberflächenvergütung und der Legierung des Blechs nur eine sehr untergeordnete Rolle für die Soundgestaltung einräumt. Meine persönlicher Erfahrung ist z.B. dass meine versilberte alte Conn Trompete dunkler und weicher klingt als eine Yamaha Goldlacktrompete, obwohl in den Katalogen der Hersteller das Gegenteil behauptet wird und Silber heller als Lack klingen soll. Denke, hier führt das Auge das Ohr, man sieht hell und meint es auch zu hören.)

    Hans
     
    Bernd, murofnohp und last gefällt das.
  18. Nilu

    Nilu Ist fast schon zuhause hier

    Hier ein gewagt krasser Kontrast zwischen antik und klassisch Gold auf einem Instrument vereint
    Die Disharmonie muss das Auge erst einmal verdauen.
     

    Anhänge:

    Lemosho2012 gefällt das.
  19. quax

    quax Ist fast schon zuhause hier

    Ist das lange goldige Streifchen eine Längsnaht am Korpus?
    LG quax
     
  20. jazzwoman

    jazzwoman Ist fast schon zuhause hier

    Gewagt? Ich finde das echt Hammer!
     
    Bernd gefällt das.