Wer hat auf Barry Harris "umgestellt" ?

Dieses Thema im Forum "Improvisation - Harmonielehre" wurde erstellt von bthebob, 2.Mai.2021.

  1. bthebob

    bthebob Ist fast schon zuhause hier

    Weil hier immer mal wieder persönliche "Übeprogramme" vorgestellt werden.
    Frage in die Runde.
    Hat jemand auf den Barry Harris -ImproAnsatz- umgestellt?

    @Juju hatte ja im Nov. 2020 eine sehr gute Einführung gegeben.
    (soweit hier im Forum möglich)

    Bitte keine theoretische "Für und Wider" Diskussion.

    Ich sag' mal so: Die Idee der Methode habe ich, zumindest für die ersten Schritte,
    verstanden. Allein der rechte Schwung fehlte bisher.:)

    Also, .... wer da schon einige praktische Schritte weiter ist und
    kurz aus "seiner Werkstatt" berichten möchte ?!

    Bitte gerne !
    Merci
    VG
     
  2. giuseppe

    giuseppe Ist fast schon zuhause hier

    Ob viel weiter weiß ich nicht. Aber zur Antwort auf die Frage: ja, ich habe inspiriert von dem Thread einen Teil meiner wenigen Überzeit mit Barry verbracht, sowohl mit ihm auf Video als auch mit Jungs die ihn auf ihren Channels erklären.
    Und es gefällt mir gut, sehr praxisnah, vermittelt das Gefühl einer sehr originalen, erfrischenden präakademischen Schule des Jazz (bzw. genauergenommen eigentlich des Bebop). Es gibt kaum Übungen, die sich nicht einem konkreten Stück widmen. Man übt in erster Linie Stücke mit Fokus auf eine konkrete Sache, die einen auch darüber hinaus weiterbringt. Das ist ein schönes Konzept, das einen stets echte Nummern spielen lässt ohne einen zu überfordern.
     
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  3. giuseppe

    giuseppe Ist fast schon zuhause hier

    Und die Übungen, die ich gemacht habe, die nicht einem Stück gewidmet waren, z.B. Skalen oder akkordübungen, hatten irgendwie das „richtig landen“ als zentralen Punkt. Das wird in allen anderen Schulen schon auch „erwähnt“, aber hier ist die Landung das zentrale Kriterium und weniger die Flugbahn (Notenmaterial). So zumindest mein Verständnis.
    Sehr einprägsam auch seine Erklärungen zu Rhythmus und Time. Nicht Bass und Drummer müssen die halten, sondern ALLE, sonst wird’s nix.
    Auch die „harmonic generalization“ der ii-V zur V (die er als Standardauffassung der 40/50er verkauft) ist vielleicht ein hilfreicher Türöffner wenn es darum geht Stücke zu erfassen. Alles sehr praktisch ausgelegt.
     
  4. JES

    JES Strebt nach Höherem

    @giuseppe

    Wie bist du da rangegangen? Bücher und Videos bestellt? Was war gut und lohnt sich? Alternativen?
     
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  5. Juju

    Juju Strebt nach Höherem

    Zum Zeitpunkt dieses Workshops war er 89. Da pilgerten Leute aus aller Welt nach Rom um ihn zu erleben:


    "I've never known a mode in my life. And I've been playing jazz all my life." BH

    Es ist wirklich schwierig, einen Einstieg zu finden, wenn man nicht seit vielen Jahren seinen Workshops folgt, denn es ist nirgendwo wirklich systematisch schriftlich festgehalten. Am ehesten der Youtube Channel "Things I've learned from Barry Harris" .

    LG Juju
     
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  6. giuseppe

    giuseppe Ist fast schon zuhause hier

    Oh Mann, ne, überschätz mal nicht, wie tief ich eingetaucht bin. Ich bin bisher nur auf YouTube geblieben. Gäbe es relevante Printliteratur, hätte ich sie schon. So hat mir das vermutlich gut getan, dass es das nicht wirklich gibt. Bringt mich mal vom Papier weg.
    Ich habe viele Videos mit BH wiederholt angeschaut, teils mitgespielt, mal Sachen notiert, geübt, dann mitgespielt.
    Und einige aus dem Channel den @Juju gepostet hat. Da hat man nach 10 folgen schon mal richtig was zu beackern, wenn man will...
    Ich würde aber alles noch als stöbern und reinschnuppern bezeichnen, mehr war es noch nicht.
     
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  7. bthebob

    bthebob Ist fast schon zuhause hier

    @giuseppe
    ich dachte, ob vlt. schon jemand mit dem, was @Juju seinerzeit
    geschrieben hatte, angefangen hat, praktisch zu arbeiten.

    Sie schrieb:
    Eine Grundvoraussetzung ist die Beherrschung der drei Skalen:
    1. - major
    2. - melodic minor
    3. - harmonic minor

    in allen Tonarten, diatonisch rauf und runter.
    OK ..... die sitzen.

    Da ich zu Beginn vom "Raufschaffen neuer Sachen" mit Noten/Notizen
    arbeiten muss, überlege ich grade, welchen der nächsten Schritte
    ich mir schriftlich vorbereite.

    Zur Auswahl stehen laut Juju
    - in Terzbabstände
    - als Dreiklang
    - als Vierklang

    mit allen Permutionen.
    Wobei ich da erstmal recherchieren muss, was unter Permutationen
    zu verstehen ist.

    VG
     
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  8. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Die stehen nicht zur Auswahl, sondern sind dran. In der Reihenfolge. Was willst du da vorbereiten oder gar aufschreiben? Es steht doch schon da. Nimm die erste Leiter und spiel :)
     
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  9. Dsharlz

    Dsharlz Ist fast schon zuhause hier

    Tach,

    unter Permutationen versteh ich alle mögl. Umkehrungen einer Ausgangsstruktur - z.B: irgendein 4-klang:
    1-3-5-7
    Permutation davon beginnend vom Grdton:
    1-3-7-5 oder 1-5-3-7 oder 1-5-7-3 oder 1-7-3-5 oder 1-7-5-3
    beginnend v. d. Terz:
    3-1-5-7 oder 3-1-7-5
    usw
    Grüsse
    Dsharlz
     
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  10. bthebob

    bthebob Ist fast schon zuhause hier

    @gaga
    na z.B. konkret die Töne wg. Terzabstände in allen Leitern.
    Die brauche ich zum Lernen erstmal "vor Augen"
    Also so war mein Weg bei den "durchgehenden Leitern" z.B. HM
    VG
     
  11. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Ich halte das für überflüssig oder sogar kontraproduktiv, vor allem Notenaufschreiberei. Die Leitern hast du doch schon. Du musst doch nur noch anders sortieren, und zwar im Kopf zusammen mit den Fingern: 1-3-2-4-3-5-4-6-5-7-6-1-7-2-... runter genauso. Wie im Leben: 2 Schritte vor, einen zurück :D
     
  12. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Ich übe die Terzen in 8eln so: 1-3-2-4-3-5-4-6 / 5-7-6-1-7-2-1-3 / 2-7-1-6-7-5-6-4 / 5-3-4-2-3-1-2-7 / 1
    4 Takte mit je 8 Achteln. Bis zur Terz hoch gehts bequem in allen Tonarten ohne zuviel Palmkeys und Beckerklappen. Quartenzirkel und chromatisch in beide Richtungen.


    Puh - ist das anstrengend - hab ich noch nie aufgeschrieben. Exklusiv jetzt für dich...
     
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  13. bthebob

    bthebob Ist fast schon zuhause hier

    @gaga
    ok .... muss ich nachher mal probieren !
    Hätte ich mich so aus'm Kopf nicht rangewagt.

    Für G-Major kann ich diese "broken thirds scale".
    (so nannte dieses 132435 ... meinem ersten Lehrer)

    Aber das "Muster" ohne schriftliche Stütze am Anfang einfach übertragen
    auf die anderen Skalen .... na' schaun wir .... ich fürchte, das wird ordentlich holpern:)
    VG
     
  14. Rick

    Rick Experte

    Meinen Impro-Schülern sage ich aber immer, dass es nur ein unnötiger Umweg ist, sich erst mal etwas aufzuschreiben, anstatt es gleich zu üben - weil Improvisation nun mal genau das IST: Nicht vorher Zurechtgelegtes abspielen, sondern spontan sein.

    Es muss ja auch nicht eine perfekte Reihe sein oder das immer gleiche Muster, denn das wirkt nun mal so, wie es ist: Konstruiert. ;)
     
  15. bthebob

    bthebob Ist fast schon zuhause hier

    @gaga
    Danke dir !
    Aber zum Auswendiglernen müsste ich mir (so mein Plan) die Zahlen durch die konkreten Noten
    je Tonart ersetzten.
    Aber erstmal
    "Jute Nacht für heute"
    VG
     
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  16. Dsharlz

    Dsharlz Ist fast schon zuhause hier

    Tach,

    möglicherweise hilft der kl. Zettel im attachment - als Zwischenform v. geschrieben und auswendig erarbeitet

    in d. Takten 1 + 2 ist die jeweilige Struktur dargestellt, der kl. Pfeil bedeutet....
    die rechte Hälfte ist die Abwärtsbewegg, von wo auch immer runter, mußt nicht ganz oben anfangen

    die Struktur de Zeilen 1 - 4 kannst auch auf die Zeilen 5 - 7 anwenden

    der Zettel gilt im Prinzip für viele Tonarten und noch mehr scales
    have fun und so
    Dsharlz
     

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  17. bthebob

    bthebob Ist fast schon zuhause hier

    @Rick
    als ich bin ja auf das Thema gekommen, weil ich mit meinem kleinen Heft
    von McLean "Tägliche Übungen ...." fast durch bin.

    Die letzten notierten Übungen sind "vieren" 1 / 3 / 5 / 8

    Bei F - major anfangen ..... hoch .... mit vieren in E - major .... runter ....
    in Eb - major wieder hoch ..... u.s.w.

    Die spiele ich mittlerweile auswendig.
    Aber wenn ich die mir ohne Noten hätte raufschaffen sollen ?!
    ..... hätte ich garantiert vorher aufgegeben :)
    VG
     
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  18. Rick

    Rick Experte

    Okay, das ist natürlich ein Punkt!
    Ich bin das halt nicht anders gewöhnt: Ohne Fleiß kein Preis. ;)

    Aber noch mal, vielleicht diesmal verständlicher:
    Gerade Erwachsene gehen gern den Weg über das bewusste Denken, die Großhirnrinde. Das ist jedoch der umständlichste und langwierigste Weg.
    Wir Menschen können auch sehr viel DIREKT umsetzen, ohne groß darüber nachzudenken, das Für und Wider abzuwägen, und genau darum geht es ja in der Improvisation.
    Und wenn Du die Sachen, die Du spielen möchtest, SOFORT auswendig absolvierst, dann gewöhnst Du Dich auch immer besser an dieses direkte Umsetzen ohne nachzudenken.

    Ich hatte schon viele Schüler, die für Tonleitern erst mal Noten verlangten. Ich dann: "Nee, mach das mal lieber auswendig." Und sie waren verblüfft, wie gut das schon nach kurzer Zeit gelang, das hätten sie sich nicht zugetraut. Gerade die Erwachsenen. :)
     
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  19. Jacqueline

    Jacqueline Strebt nach Höherem

    Wenn wir irgendwelche Stücke erarbeiten, Technikkram machen dann hagelt es zu Beginn erstmal Notenblätter.
    Bei der Improvisation gibt es zu Beginn das Leadsheet und eine Übersicht der dazugehörigen Akkorde.

    Der Rest ist alles auswendig bzw wird kopfmäßig erarbeitet. Der Notenhefter bleibt so schön dünn...
    Manchmal gibt es dann nochmal eine Gedankenstütze in Papierform, wenn ich irgendwas nicht verstehe....der Unterschied zwischen Permutationen und Umkehrungen zB...hat ne Weile gedauert...

    Auch Tonleitern übe ich ohne Noten. Braucht man alles nicht. Zumindest ab einem gewissen Punkt.
     
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  20. Jacqueline

    Jacqueline Strebt nach Höherem

    Wie wahr:rolleyes:
     
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