Wie schwer ist es Saxophon spielen zu lernen?

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von Chataholic, 12.August.2018.

  1. Chataholic

    Chataholic Schaut nur mal vorbei

    Hallo,

    seit Jahren denke ich "Wenn, dann lerne ich Saxophon", denn das Sax ist für mich das Instrument, mit dem man am besten "Gefühle ausdrücken kann" wie etwa Sehnsucht.
    Nun bin ich 41 und meine musikalischen Vorkenntnisse beschränken sich auf das Singen, als ich in der Realschule vor dem Stimmbruch im Chor war. Grundsätzlich kann ich Noten lesen (Länge) und die Tonhöhe treffe ich intuitiv richtich.
    Jetzt gibt es viele Stimmen, die sagen dass es recht schwer ist Saxophon spielen zu lernen.
    Eine Nichte hat mit ca 12 Jahren Klarinette spielen gelernt und ich weiß, dass sie tagelang brauchte, bis sie überhaupt mit dem Mundstück richtig umgehen konnte.
    Jetzt würde mich Euere Meinun interessieren was Ihr meint, wie schwer oder leicht ich vermutlich lernen würde,
    denn irgendwie haben mich da einige Kommentare ziemlich entmutigt.

    Grüße Alex
     
  2. Claus

    Claus Moderator

    Viele hier haben in Deinem Alter angefangen und oft auch mit geringen Vorkenntnissen. Es dauert auch nicht lange bis zu den ersten Erfolgserlebnissen.

    Wenn Du nicht gerade vorhast, der nächste Michael Brecker oder Charlie Parker zu werden, kannst Du auch in Deinem Alter ein gutes Niveau erreichen - hängt natürlich auch davon ab, wieviel Zeit Du investieren kannst/möchtest.

    Wenn Du Dir zumindest am Anfang einen Lehrer gönnst, kannst Du viele Fehler und Sackgassen vermeiden und sparst so einiges an Zeit.
     
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  3. grosskopf

    grosskopf Ist fast schon zuhause hier

    Ich kann mich da Claus anschließen.

    Aus der Sicht des Lehrers: ich hatte schon etliche Schüler, die in deinem Alter und auch älter angefangen haben....bei Null. Will heißen, die hatten vorher noch nie Musik gemacht, also nicht mal im Chor gesungen. Meine älteste Schülerin hat im letzten Jahr mit schlappen 79 Jahren angefangen! Sie macht gute Fortschritte, nicht so flott, wie ein 12-Jähriger. Aber sie investiert jeden Tag mindestens 30 Minuten ins Üben und Spielen.

    Also von deinem "hohen" Alter...lass dich da mal nicht abschrecken ;-) Es ist schwierig zu sagen, wie schwer oder leicht es dir fallen wird. Das hat auch ein bisschen was damit zu tun, ob dir das Instrument liegt.
    Ich hatte einen Schüler (Jugendlicher), der großartig Cello spielte, sehr musikalisch war. Er hatte über ein jahr Saxunterricht, hat geübt, aber irgendwie ging das nicht so richtig. Ihm fehlte das Feeling für das Instrument. Aber das ist auch eine Erfahrung.

    Sieh zu, dass du einen Lehrer findest, ein Sax erstmal leihen kannst, um das Ganze auszuprobieren. Wenn's nicht deins ist, dann ist es so.
     
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  4. Jacqueline

    Jacqueline Kann einfach nicht wegbleiben

    Hallo,

    ich habe vor ca. 1 1/2 Jahren damit angefangen, Vorkenntnisse 0.
    Habe mich lange nicht an irgendein Instrument getraut, weil ich gedacht habe, man braucht ein aussergewöhnliches Talent dafür. Negative Erinnerungen an den Musikunterricht taten dazu noch ihr übriges.
    Irgendwann war ich der Nebelstocherei überdrüssig...kann ich's, kann ich's nicht, hab eine Probestunde genommen und bin seitdem dabei.

    Ob das Saxophon verglichen mit anderen Instrumenten schwer ist kann ich nicht sagen, da ich keinen Vergleich habe. Ich denke darüber aber auch nicht mehr nach, ich will das Saxophon lernen und so führt da nun Mal kein Weg dran vorbei ;-)

    Finde es einfach selbst heraus, ich glaube, dass das jeder lernen kann - jeder auf seinem eigenen Niveau.
    Hauptsache du hast Spass dabei! Bei Saxophon eh garantiert :D

    Viel Erfolg!
     
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  5. Kannix

    Kannix Nicht zu schüchtern zum Reden

    Hi Alex,

    zuerst mal herzlich willkommen im Forum.

    Aus Sicht eines Schülers (Sax mit 40 Jahren gekauft, aktuell 45 Jahre alt) kann ich mich meinen Vorrednern voll und ganz anschließen.

    Das, was du an Bedenken vorbringst, sind typische Erwachsenenprobleme. Kinder machen einfach, Erwachsene denken, grübeln und hinterfragen etc.

    Such dir einen Lehrer, kauf oder leih dir ein Sax (leihen oder Mietkauf ist für bedenkentragende Erwachsene oft leichter wie mögliche Fehlinvestition) und fang einfach an!

    Alles andere ergibt sich mit der Zeit, vor allem mit der investierten Übezeit. Ich hab es am Anfang autodidaktisch versucht, das Sax gefühlt aber nur 2-3 mal im Jahr rausgeholt. Das hat natürlich nicht geklappt.
    Als ich mir nach 2 Jahren dann einen Lehrer gesucht und regelmäßig geübt hatte, ging es steil bergauf.

    Also: trau dich, leg los und vor allem hab Spaß dabei!

    Viel Erfolg,
    Holger
     
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  6. Rubax

    Rubax Ist fast schon zuhause hier

    Wo?

    Ich habe mit 59 Jahren angefangen - mit ähnlichen Vorkenntnissen wie Du...
     
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  7. saxhornet

    saxhornet Experte

    Wenn du einen guten Lehrer hast ist Saxophon leichter als viele andere Instrumente.
     
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  8. Huuuup

    Huuuup Ist fast schon zuhause hier

    Genau,Geige oder Klavier sind deutlich schwerer
     
  9. Stevie

    Stevie Ist fast schon zuhause hier

    Ich denke, dass beim Saxophon sich früher als bei vielen anderen Instrumenten Anfangserfolge zeigen (Gegenbeispiel: Geige). Daher für Späteinsteiger sehr gut geeignet. Wenn man Sax „richtig gut“ spielen möchte, ist es irgendwann genauso schwer, wie jedes andere Instrument (mit jeweils instrumentenspezifischen Besonderheiten).
    Was will ich damit eigentlich sagen? Mach‘s und hab Spaß!

    So long
    Stevie
     
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  10. saxhornet

    saxhornet Experte

    Ist ein guter Lehrer vorhanden ist der limitierende Faktor nur die Zeit, die man ins Üben steckt.
     
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  11. 47tmb

    47tmb Ist fast schon zuhause hier

    Guter Entschluss! Warst Du schon einmal in einem Musikgeschäft oder hast Due bei einem SAXer mal die Möglichkeit mal in ein Horn zu blasen?

    Klarinette ist anders als SAXophon

    Echt jetzt? Als Erwachsener macht man sich viel zu viel Kopp um so etwas. Du willst mit dem SAX Gefühle ausdrücken (-->#1). Da hat "Kopp" nichts zu suchen!

    Cheerio
    tmb
     
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  12. b_nic

    b_nic Ist fast schon zuhause hier


    Ich habe vor vier Jahren mir gleichen Voraussetzung angefangen. Ich wollte schon als Kind Saxophon lernen, aber meine Eltern haben das nicht unterstützt. Mir macht viel Spass, obwohl ich viel geübt habe. Ich würde es probieren und gleich Unterricht nehmen. Wie hört sich das nach vier Jahren an? Klick mal unten in meiner Signatur....
     
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  13. warship

    warship Schaut öfter mal vorbei

    Das hast du sehr schön gesagt.
     
  14. Florentin

    Florentin Ist fast schon zuhause hier

    Viel Richtiges wurde schon geschrieben.

    Am Anfang (also nicht bis in die virtuosen Feinheiten) ist das Saxophon wohl so ziemlich das am leichtesten zu erlernende Blasinstrument (abgesehen von Blockflöte). Wie auch schon geschrieben: die ersten Erfolgserlebnisse lassen nicht lange auf sich warten. Klarinette würde ich definitv als schwerer einstufen.

    Dass es aber scheinbar so leicht ist, hat auch seine Tücken. Das englischsprachige Sprichwort ist: "The saxophone is easy to play - badly." Du solltest also trotzdem ernsthaft und selbstkritisch dranbleiben, wie schon geschrieben am besten mit einem kompetenten Lehrer.

    Das hängt halt auch von Dir ab. Wenn Du aber den Saxophonsound schon liebst, ist das eine sehr gute Voraussetzung.

    Wenn Du die Tonhöhe "intuitiv richtig" triffst, spricht das für ein sehr gutes Gehör. Das ist eine exzellente Voraussetzung fürs Saxophonspielen, weil man da doch mehr mit dem Gehör korrigieren muss als z.B. bei der Klarinette.
     
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  15. Badener

    Badener Ist fast schon zuhause hier

    ....als sehr später Einsteiger kann ich sagen, dass es erat dann zu spät ist, wenn der schwarze Kombi mit den getönten Scheiben vor der Tür steht.....
     
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  16. wolle

    wolle Ist fast schon zuhause hier

    ...ich war einst 38 Jahre als ich den Entschluß faßte Saxophon zu spielen, ohne Vorkenntnisse von Noten. Später kam noch die Klarinette dazu.
    Man sollte sich auch nicht entmutigen lassen wenn das Umfeld dies als Spleen ansieht. Mein Saxophonlehrer hat damals erkannt, daß ich es will, darauf kommt es an.
    Ohne die Unterstützung eines verständnisvollen Lehrers ist es natürlich schwer. Ich hatte Glück mit meinem Saxophonlehrer und habe es nie bereut, es war das beste
    was mir passiert ist. Warum also warten?
     
  17. bebob99

    bebob99 Ist fast schon zuhause hier

    Naja, "tagelang" würde mich jetzt nicht abschrecken. Klar lernt man Saxophon nicht in einer Woche richtig spielen. Das ist ein lebenslanger Prozess der Verbesserung. Aber einen Ton, der sich auch schon nach Saxophon anhört, den bekommt man in der ersten Stunde raus. Das darf Dich halt nicht irritieren, dass es sich anhört wie eine getretene Ente, aber so hört man sich am Anfang eben an.

    Das Schöne, und das Tückische am Saxophon ist seine Flexibilität. Sowohl in der Spielweise, wie auch im Ton. Anders als beim Klavier oder bei der Blockflöte ist beim Saxophon die genaue(!) Tonhöhe vom Spieler abhängig. Man kann jeden (gegriffenen) Ton mindestens einen Halbton rauf oder runter ziehen. Einige Töne liegen "natürlicherweise" knapp neben dem Sollwert und vom Spieler wird erwartet, den Rest selbst anzupassen. Das ist bautechnisch am Saxophon nicht anders lösbar und Bestandteil des "Saxophon spielens", diese Unterschiede auszugleichen.

    Weil das aber eine ganze Weile korrektes Üben erfordert, hören sich Anfänger an dem Instrument oft an wie brünstige Kater. Wenn Du beim Singen den Ton gut triffst, bringst Du die besten Voraussetzungen mit. Dass der Ton vom Sollwert abweicht muss man ja erst einmal hören, bevor man das Problem durch eine geeignete Spielweise kompensieren kann.

    Ganz wichtig ist, sich keine Sorgen zu machen. Es klappt. Nicht gleich, aber mit jedem Tag, mit jeder Woche, mit jedem Monat immer etwas besser. Und auch wichtig: Das Instrument ist in Ordnung! Was auch immer Du für ein Problem zu haben glaubst, es liegt nicht am Instrument und geht mit Üben weg. Jedenfalls gilt das für 99.9% aller Probleme.

    Ich habe mit 44 angefangen. Die Blockflöte im Vorschulalter war nicht ganz umsonst, aber seitdem keine Musik mehr selbst gemacht. Ich mache also heuer mein 10. Jahr voll und spiele seit 8 Jahren im Orchester einer guten Musikkapelle "sinfonische Blasmusik". Ich bin nicht der Beste, aber ich brauche mich dort auch nicht zu genieren. Jeden(!) Tag eine halbe Stunde üben, besser eine ganze. Am Anfang weniger, weil man da froh ist, wenn man 20 Minuten am Stück blasen kann. Auch wenn es nur 15 Minuten sind, die aber regelmäßig und strukturiert, geht es gut voran. Es ist weniger die Länge als die Regelmäßigkeit.

    Stecke Dir kleine Ziele, die überschaubar erreichbar sind und betrachte immer den Weg den Du schon hnter Dir hast, nicht den der noch vor Dir liegt. Als Späteinsteiger ist man sehr gefährdet, sich mehr abzuverlangen als der Körper zu leisten imstande ist. So nach dem Motto "da müsste ich doch schon viel weiter sein...". Nein, müsstest Du nicht. Wäre schön, geht aber nicht.

    In meinem ersten Lehrbuch (Die Jazz Methode) war ein Stück "One note Blues", da kommt man mit einem einzigen Ton aus, um einen Blues zu spielen - mit Begleitung. Und es klingt gut! Es ist das Feeling was rüber kommt. Die Technik kommt mit der Zeit auch.

    Und mir hat ein Lehrer sehr geholfen. "In meinem Alter" wollte ich die vielen lehrreichen Umwege lieber auslassen. Ich denke, das hat mich in relativ kurzer Zeit relativ weit gebracht. Üben muss man sowieso selber.

    Fazit: Mach es einfach! Jetzt. Jeder Tag, den Du wartest ist einer, der Dir später leid tut.
     
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  18. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    @Chataholic

    Mach einfach! Du wirst es nicht bereuen!

    Ich habe mit 50 angefangen. Im November werden es neun Jahre. Auch kein Instrument vorher, keine Notenkenntnisse.

    Hab‘ ich‘s bereut? Niemals, einer meiner besten Entscheidungen in meinem Leben!

    Ich kann heute viel mehr, als ich mir vor neun Jahren vorgestellt habe. Spiele in einer Jazzcombo, lerne Stücke recht schnell, kann das Horn nehmen und zu (harmonisch einfachen) Stücken passabel improvisieren. Baustellen gibt es dennoch ohne Ende....

    Bin mit meinem Sound zufrieden.

    ABER: Je länger ich spiele, desto mehr weiß ich was ich alles nicht kann, vieles geht kaum oder nur noch langsam voran (die Lernkurve ist keine grade Linie)...es ist nie zu Ende! Mir ist auch bewußt, dass ich nicht mehr das Level erreichen werde, wie jemand der mit 20 angefangen hat.

    Das akzeptiere ich.

    Um ein Instrument zu lernen benötigt man viel Geduld, Ausdauer und Demut.

    Das geht nicht in Wochen oder Monaten.

    Nur, wenn man nicht anfängt, wird‘s nie was......:p

    CzG

    Dreas
     
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  19. hoschi

    hoschi Ist fast schon zuhause hier

    bin selber späteinsteiger, mit fast 50, und nun >3 jahre her, habe ich ein für mich perfektes horn, einen super lehrer..und immer noch voll bock auf das spielen...
    das portal hier hilft dir wirklich freundlich bei fragen, problemen oder kaufentscheidungen vorbildlich weiter...

    manchmal auch bei den täglichen zu lösenden fragestellungen...
     
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  20. altoSaxo

    altoSaxo Schaut öfter mal vorbei

    Rhythmisch sind die Anforderungen beim Saxophon durchschnittlich. Was oft Jahre dauert, ist die Ausbildung des Ansatzes und einer guten Atmung, die für eine gute Tonkontrolle und einen guten Sound wichtig sind. Mein Lehrer sagt, dass da Tenor etwas leichter ist als Altsaxophon.
    Ein anderer Punkt ist die bereits angesprochene richtige Intonation, also die Töne in der exakt passenden Tonhöhe erklingen zu lassen. Hier ist das Sopransax noch mal extra schwierig.

    Ich finde die Instrumente E-Bass, Gitarre und Klavier einfacher zu lernen, weil die Intonation stimmt und der Klang am Anfang eher oder scheinbar kein Problem ist - später erkennt man, dass es auch dort sehr subtile Feinheiten gibt, die das ungeübte Ohr oft gar nicht bewusst wahrnimmt. Die Melodie von „Alle meine Entchen“ zu lernen dauerte bei mir beim Klavier wenige Minuten, am Altsax brauchte ich etwa 10 Minuten für den ersten Ton und für „Alle...“ mehrere Stunden.

    Aber bei fast jedem Instrument kann man Anfänger, Fortgeschrittene und Profis am Spiel unterscheiden und selbst Profis versuchen, sich bei den vielen Aspekten, die für gutes Musik machen relevant sein können, ihr Leben lang zu verbessern.

    Ich halte die Frage, ob Saxophon schwer(rer als andere Instrumente) zu erlernen ist, daher nicht für relevant. Es kommt darauf an, dass es dir Spaß macht und du Zeit zu üben hast und am besten mit Anleitung durch Lehrer sinnvoll übst, um für den Spaß förderliche Fortschritte zu machen. Dann ist es nach ein paar Jahren egal, ob es auf einem anderen Instrument ein bisschen leichter gewesen wäre, erste Erfolge zu haben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.August.2018
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