Wie wird heute erfolgreiche Musik gemacht? Braucht man dafür ein Studium?

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Dreas, 20.Mai.2024.

  1. monaco

    monaco Ist fast schon zuhause hier

    Interessanter Hinweis.

    Übrigens hatte auch Hans Zimmer selbst keine akademische musikalische Ausbildung. Auf die Frage nach Musikunterricht antwortete er: „Ja, den hatte ich für eine Woche. Das war so, entweder ich hätte den Lehrer umgebracht oder er hätte mich umgebracht.“
     
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  2. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Ja, z.B. Arzt...
    In der Wirtschaft sind Abschlüsse nur ein Weg, um plausibel zu machen, dass man fachliches Wissen hat. Das geht aber auch über andere Einträge im Lebenslauf. Ein Zeugnis hat noch nie wer von mir sehen wollen, wenn ich mich recht erinnere.
    Im Bewerbungsgespräch braucht man aber eigentlich vor allem eine Fähigkeit: sich selbst gut verkaufen können, im positiven Sinn.
     
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  3. cwegy

    cwegy Kann einfach nicht wegbleiben

    Eine sehr erhellende oder amüsierende Serie zu diesem Thema….

     
  4. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Bei Hans Zimmer war es sogar ein Vorteil, weil er ohne vorgegebene Regeln seine eigene Art von Komposition schaffen konnte. Daher glaube ich, dass er für Quereinsteiger in seiner Firma auch immer offen ist.
     
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  5. Rick

    Rick Experte

    Beides geht hierzulande nur mit abgeschlossenem Instrumental-Studium.
    Die Geschichte belegt meine Aussage, dass man mit dem Studium Möglichkeiten hat, aber nicht automatisch gute Jobs. Die Zahl der Festanstellungen ist seit vielen Jahren am Sinken, das gehört auch zu den Dingen, die man berücksichtigen sollte.

    Um zu überleben, sollte man nie nur auf ein Pferd setzen, sondern man muss flexibel sein, das gilt besonders für freischaffende Künstler.

    Mir war nach Schule, Bundeswehr und Zivildienst klar, dass ich keine Festanstellung bei irgendwas anstrebe - ich wollte nie wieder irgendwelche Leute über mir, die mir vorschreiben können, wie ich meinen Alltag, mein Leben gestalte.
    Sicherheit sah ich in einer Anstellung auch nie, dafür kannte ich zu viele Fälle, wo Firmen aufgrund von Missmanagement pleite gingen und gute Leute plötzlich perspektivlos auf der Straße landeten.
    Ich bin lieber selbst meines Glückes Schmied - wozu auch gehört, dass ich die Augen offen halte, mich immer informiere und dann eben auch nach Verdienstmöglichkeiten schaue, die abseits des Weges liegen.
    Nur das Jobben kam für mich nie in Frage.

    Aber wenn ich einen weniger attraktiven Geldverdienst sehe, der mit Musik zu tun hat, greife ich gerne zu.
    Straßenmusik, Unterricht, langweilige Dinner-Gigs, Video-Soundtracks, Auftragskompositionen - alles gut, alles erweitert auch den musikalischen Horizont! :)

    (Und Geldanlagen sind eine attraktive, wenn auch riskante Möglichkeit, Geld zu vermehren. Wenigstens gibt es da keinen Chef, der mich bevormunden könnte!) ;)
     
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  6. Tröto

    Tröto Ist fast schon zuhause hier

    Bist Du sicher, @Rick
    Ich hätte bis zu Deinem Post Stein und Bein geschworen, dass sogar die Chancen auf eine Verbeamtung im Gymnasium gerade mit dem Fach Musik und natürlich einem anderen Fach weiterhin gut sind.
    Ich lasse mich aber auch vom Gegenteil überzeugen, wenn ich falschliege.
     
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  7. Kohlertfan

    Kohlertfan Strebt nach Höherem

  8. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Interessanterweise höre ich zwar manchmal die populären Radiosender, aber ich glaube nicht, dass ich eines der Lieder schon einmal gehört habe. Nur bei Miley Cyrus (das Beato erstaunlich kritiklos gelten lässt, nur weil es halt gewisse "Form" hat) denke ich mir, dass ich "genau sowas" schon vor 40 Jahren gehört habe - 08/15-Strickmuster... aber ja, im Sinne des Themas offenbar ein Erfolgsrezept. Nur die Hörer nicht überfordern.
     
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  9. rbur

    rbur Moderator

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  10. Aerophon

    Aerophon Ist fast schon zuhause hier

    Lehrermangel? Das hat nur das Schulamt noch nicht mitbekommen, sonst würden das Amt attraktive Konditionen schaffen.
    Noch bis vor Kurzem waren hier in Bayern und auch Baden-Württemberg angestellte Lehrer über die Sommerferien ohne Vertrag und damit arbeitslos. Das Schöne daran? Arbeitslosengeld kommt aus einer anderen Kasse. In BY wurde das erst vor wenigen Jahren abgeschafft und in BW wohl erst dieses Jahr. Unsere Nichte ist Lehrerin in BW. Vor 3-4 Jahren war es wieder soweit, Vertragsende zum August. Im Juli rechtzeitig arbeitslos gemeldet, hat nur die Agentur für Arbeit nicht interessiert. Die wollten erst Ende August entscheiden. Wovon lebt man in der Zwischenzeit? Als es im September wieder losging, Lehrerkonferenz zur Planung erstes Halbjahr Anfang September, Vertragsbeginn 15. September. Auf Nachfrage, ob der Vertrag nicht früher starten könnte, hiess es, sie könne gerne auch vor Vertragsbeginn aus Eigeninteresse teilnehmen. Ich kann jeden Lehrer verstehen, der hinwirft.

    Sorry, war jetzt off-topic. Ähnlichen Idealismus müssen aber vermutlich auch viele Musiker mitbringen.
     
  11. Matthias Wendt

    Matthias Wendt Ist fast schon zuhause hier

    Das Musiklehrersein liegt aber nicht unbedingt jedem. Ich habs als Student versucht, angestellter Musiklehrer der Unterstufe am Gymnasium. In Bonn waren diese Jobs damals fest in der Hand der Musikwissenschaftsstudenten. Das war eine uälerei, nicht nur für mich, auch für die Pänz. Nach 2,5 Jahren war gottseidank Schluss und ich näherte mich meinem Examen. Nie wieder!
     
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  12. Rick

    Rick Experte

    Solche Erfolgsgeschichten kenne ich, aber eher aus der Vergangenheit.
    Es kommt natürlich auch immer auf die jeweilige Fächerkombination an, aber je nach lokaler Kassenlage wird man fest angestellt oder nicht.

    Zuletzt scheint sich das Prekariat unter Lehrern zu verschärfen. Auf der Basis würde ich den Beruf nicht unbedingt empfehlen. Kann sich vielleicht wieder ändern, auf jeden Fall gibt es offenbar große regionale Unterschiede.

    Genau, das ist die andere Seite - dafür muss man ebenso "brennen" wie für das Musikerdasein als freischaffender.

    Für mich wäre das auch nichts, obwohl ich da tolle Schilderungen von Kollegen kenne, die den Weg eingeschlagen haben.
     
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  13. rbur

    rbur Moderator

    ja, nur die kriegen selten A13
     
  14. monaco

    monaco Ist fast schon zuhause hier

    Problem ist allerdings, dass mit jeder Gehaltsverbesserung die Teilzeitquote steigt. Gleiches Gehalt wie zuvor für weniger Stunden.
     
  15. Kohlertfan

    Kohlertfan Strebt nach Höherem

    A13 sind Beamte. Werden die tatsächlich gleich verbeamtet oder bekommen die als Angestellte E13? Kleiner Unterschied!
     
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  16. rbur

    rbur Moderator

    Ja, E13 direkt nach dem Studium muss das Prekariat sein, von dem Rick gesprochen hat.
     
  17. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    Am Gymnasium unserer Kinder werden die Musiklehrer fest angestellt.

    Jazz AG, Bläserklassen.......

    Wer daran teilnimmt ist hoch motiviert. Das Ergebnis finde ich toll.
    Die Lehrer haben Spaß an Ihrem Job. Die Schüler ebenso.
    Ich gehe gerne zu den Konzerten.


    Es gibt schlechtere Varianten sich als Berufsmusiker durch das Leben zu schlagen.

    Grüße Gerrie
     
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  18. Hünchen

    Hünchen Schaut öfter mal vorbei

    Musiklehrer empfinde ich als eine gute Alternative zum Musikstudium;

    Auch bei einem Musikstudium sollte man davon ausgehen, dass man evtl. unterrichten - oder in irgend einer Weise Menschen führen muss/will/darf

    Teilzeitangebote oder evtl. Stundenreduzierung kann man (wie oben geschehen) negativ sehen; man kann es aber auch, vor allem in späteren Jahren, als Möglichkeit nutzen.
    Evtl. Sabatjahr
    Rentenabsicherung
    Falls der Job später doch nicht (in welcher Art auch immer) erfüllend ist, stellt ein Lehramtsstudium vermutlich auch eine bessere Basis für künftige Betätigungen dar.

    Man ist hier auch nicht (vgl. mit Wirtschaft) einem Chef in gleicher Weise "ausgeliefert". Wobei ich den Punkt eh nicht so sehe; hatte 20 Jahre Chefs der mir alle Freiheiten gaben, aber auch da waren, wenn ich sie brauchte :) Nur die letzen 4 Jahre unter neuem Chef waren sehr zäh. Kommt wohl auch auf den Job und den Chef an. Als selbstständige Musiker können vermutlich die meisten auch nicht nur die Sahnestücke auswählen.

    Ob Musikstudium oder Lehramt laut einer Studie sind 75% aller Lehrer mit ihrem Job zufrieden (nein, ich weiß nicht mehr wo ich das her habe, vermutlich aus der "Zeit").
    => Schaut doch mal wie viele Menschen, gerade zum Ende des beruflichen Wegs, keinen Bock mehr haben

    Und das alles (wie Gerrie geschrieben hat) mit der Möglichkeit mein Hobby mit meinem künftigen Beruf zu verknüpfen

    Grüsse
    kleiner Hüne
     
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