woher kommen "notenbezeichnungen"?

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von the_ashbird, 3.April.2009.

  1. the_ashbird

    the_ashbird Ist fast schon zuhause hier

    die versetzungszeichen würden doch erhalten bleiben? oder meinst du dass auch ein "i" dann eine eigene notenlinie kriegt? :-D

    fänd ich eigentlich gar nicht so doof, dann wäre transponieren einfach plus/minus-rechnen ohne umdenken! :-D
     
  2. altruist

    altruist Ist fast schon zuhause hier

    RBus schrieb:
    Der in dem verlinkten Wikipedia Artikel erwähnte Johannes Hymnus beginnt jede Halbzeile eine Note höher:
    [img align=center]http://www.saxophonforum.de/uploads/resized_pic_4256_49d7c1ce72971.jpg[/img]

    Der F-Schlüssel auf der zweiten Linie von oben bezeichnet ein F in der C-Dur Tonleiter, also das Ut=C, Re=D, Mi=E etc.

    LG Johannes
     
  3. Dexter

    Dexter Ist fast schon zuhause hier

    @Rick

    Das Problem besteht darin, daß »amerikanisch« automatisch mit »International« gleichgesetzt wird. »Amerikanisch« ist »Amerikanisch« - nicht mehr und und nicht weniger.

    Ich wünschte mir hier etwas mehr Selbstbewußtsein.

    Verwirrung bei den Schülern/innen stiften i.d.R. nur diejenigen, die behaupten, das bisherige System sei verwirrend und furchtbar unlogisch und jetzt müsse was einfacheres (meist selbst erfundenes) her.

    Vermittelt die hier übliche Grundlagen *UND* das Wissen um andere Schreibweisen - das erweitert den Horizont. *DAS* bringt die Kinder weiter.

    Beste Grüße aus MH
    Klaus
     
  4. Rick

    Rick Experte

    Hallo Klaus,

    das "selbst Erfundene" ist ja das H, das bekanntlich nur auf einem historischen Lesefehler beruht. :p
    (Wieso soll man darauf stolz sein, dass Generationen von Musikern einem simplen Fehler aufgesessen sind???)

    Das althergebrachte System ist eigentlich in Wahrheit ganz prima, das kann man auch mit Selbstbewusstsein anwenden:
    Stammtöne aus dem (allen Schulkindern bekannten) ABC (und nicht A[color=CC0000]H[/color]C!), Erhöhungen enden auf -is, Erniedrigungen auf -es.
    Daraus folgt logisch, dass der Stammton nach dem A eben B heißt und dessen Erniedrigung Bes. Das kann man Kindern auch prima klar machen, das versteht jeder. :cool:

    Verwirrend wird es jedoch, wenn man erklärt, dass auf A plötzlich H folgen soll (warum?), dass dessen Erniedrigung allerdings B heißt (warum denn das in aller Welt?).
    Das kann man auswendig lernen, aber nicht verstehen - und damit beginnt für sehr viele Musikanfänger der Mythos, Musiktheorie sei etwas wahnsinnig Kompliziertes, das nur äußerst schwierig nachzuvollziehen sei. :-(

    Das ist wie mit der alten deutschen Schlechtschreibung und ihren tausend Ausnahmeregeln sowie Sonderfällen - auswendig lernen ja, kapieren nein.

    Wennn Du mal über Jahrzehnte Hunderten von Schülern all das beizubringen versucht hast, wirst Du wahrscheinlich sehen, was ich meine - bei Theorie geht sofort die Klappe zu, und viele begründen das nachträglich sogar mit der H-B-Paradoxie.

    Selbstverständlich gehe ich in meinem Unterricht auch auf das H ein; die Leute müssen ja wissen, was gemeint ist, wenn jemand plötzlich vom Ton "H" fantasiert. ;-)


    Beste Grüße nach MH,
    Rick
     
  5. GelöschtesMitglied3606

    GelöschtesMitglied3606 Guest

    Ich sag mal so, das sind meiner Meinung nach Sachen, die man einfach hinnehmen muss. Ob es logisch ist oder nicht sei dahergestellt. Wenn man den Kids die Geschichte darum erklärt finden die das bestimmt auch gut und haben es sich mit der netten Anekdote gleich besser genmerkt.

    Also man muss nicht zu viel Wind um ein bisschen Töne machen, im Endeffekt zählt ja in der Musik eh nur das, was man hört.
     
  6. Rick

    Rick Experte

    Aber wieso soll man denn Dinge, von denen sich klipp und klar herausgestellt hat, dass sie nicht vernünftig sind und dass sie nicht auf einem nachvollziehbaren System, sondern schlicht auf einem FEHLER beruhen, einfach hinnehmen?

    Warum muss man diesen Fehler unermüdlich jeder neuen Generation weiter einbleuen? :-o

    Das einzige einigermaßen sinnvolle Argument, das ich hier FÜR das H gelesen habe, war Toffis Hinweis, dass man sich so mit ausländischen Kollegen über die charmanten Unterschiede unterhalten könne.

    Alle anderen meinen, man solle es so machen, weil sie es selbst so gelernt haben - das ist mir aber zu konservativ. Ich finde etwas, das sich im Alltag als mühsam und zudem als Fehlerquelle herausstellt nicht deswegen "heilig", nur weil es schon immer so war. :roll:

    Richtig - aber im Unterricht (besonders bei Theorie und Improvisation) geht es auch ums Reden, und dann wird das H, wie erwähnt, schnell extrem lästig! ;-)


    Schöne Grüße,
    Rick
     
  7. Thomas

    Thomas Strebt nach Höherem

    ganz einfach: da die musizierende Welt nicht nur aus Deinen Schülern besteht. Deswegen werden Deine Schüler bei 99,999% oder mehr der musizierenden Bevölkerung ein Kommunikationsproblem mit der Bezeichnung der besagten Töne haben...
    ob es sich beim H um einen Übertragungsfehler oder sonstwas handelt ist doch schlußendlich sch... egal: es handelt sich bei der Bezeichnung von Noten einfach nur um KOnventionen, die halt so sind, wie sie sind, daran ist eigentlich nix Logisches, oder Falsches, es ist halt eine KOnvention, und da ist doch jede, die man sich aussucht eigentlich gleich gut, solange man eine eindeutige Bezeichung für die Noten hat und alle Musiker dieselbe Bezeichnung benutzen. Bei uns ist die KOnvention anders als bei den Amis, oder auch ganz anders als in Frankreich...vielleicht einigen Sich irgendwann mal alle auf was Gemeinsames? Aber auch das wird dann nicht mehr oder weniger logisch, unlogisch, falsch oder sonstwas sein als die jetztigen Übereinkünfte...
     
  8. Claus

    Claus Mod Emeritus

    Also ich halte die Variante A,B,C usw. schon für logischer; da hat Rick schon recht.

    Die Frage ist doch nur, ob man den Gewaltakt unternimmt, diesen Übertragungsfehler, der sichjahrhundertelang in Tonnen musikalischer Literatur manifestiert hat, durch einen bewußten Akt zu ändern.

    Hätte so ein bißchen etwas von der Rechtschreibreform, und mit der tun sich bekanntlich diejenigen schwerer, die mit den alten Schreibweisen aufgewachsen sind.
     
  9. Claus

    Claus Mod Emeritus

    @Rick:

    Wo ich gerade schon bei der Rechtschreibreform bin: das schreibt sich jetzt "einbläuen". Frag' mal Deine Schüler... ;-)
     
  10. chrisdos

    chrisdos Strebt nach Höherem

    Du sprichst mir aus dem Herzen, Rick. Wenn das falsche H alles ist, was wir an Eigenständigkeit zu bieten haben oder worauf wir unser Selbstbewusstsein begründen.... :-?

    Aber natürlich möchte ich niemanden überfordern. Neue Postleitzahlen, neue Währung, neue Rechtschreibung, neues Deutschland, neues Feindbild.....da können wir nicht auch noch das H gegen ein B tauschen. Oder?

    Liebe Grüße

    Chris
     
  11. wolfgang

    wolfgang Ist fast schon zuhause hier

    Hi,
    ist zwar sehr off-topic, aber da kann ich nicht anders:
    und das ist etymologisch kompletter Unfug - nicht der einzige bei der Rechtschreibreform. "Einbleuen" hat mit "blau" aber auch überhaupt nichts zu tun. Darum werde ich mich mitnichten der staatlich verordneten Schreibweise unterwerfen.
    Übrigens ein typisches Beispiel dafür, wenn man von Geschichte keine Ahnung hat. Folgerung für den topic: Richtig ist das, was für den aktuellen Kontext sinnvoll ist. Und das, so scheint mir, ist im Jazz nicht dasselbe wie in der deutschen Klassiktradition.
    Gruß
    Wolfgang
     
  12. the_ashbird

    the_ashbird Ist fast schon zuhause hier

    hallo leute...
    erstmal danke für eure ganzen antworten, hat mich schon weitergebracht, auch wenn ich nicht dachte so eine diskussion vom damm zu brechen. aber es ist beruhigend, dass es andere wohl auch etwas unlogisch finden.
    wie gesagt läufts wohl darauf raus, dass man einfach flexibel sein sollte. mir gings ja lediglich darum, woher dieses h eigentlcih kommt. das wurde ja mittlerweile geklärt. also muss das ganze doch nicht noch weiter ausgetrampelt werden, weil sich ja mittlerweile eh alle darauf geeinigt hat, dass man sich einfach im klaren sein muss, dass es mehere unterschiedliche konventionen gibt und man sich im kontakt mit internationalen musikern sowieso anpassen bzw. einigen muss.
    also lange rede, kurzer sinn...ob h, b, bb oder b-flat oder bes (von mir aus auch noch fisisisisis als neue zu konventionierende möglichkeit :-D)...alles wurscht, solange alle beteiligten wissen worums geht! :D
    lg cheers phi
     
  13. rbur

    rbur Gehört zum Inventar

    Ich bin eigentlich ganz froh, dass sich in der Übertragung der Erbanlagen eingie Fehler eingeschlichen haben, und ich nicht so aussehe wie meine Vorfahren vor 6 Milliarden Jahren.
     
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