wohin soll es gehen mit dem Klang?

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Calymne, 31.Dezember.2025 um 17:00 Uhr.

  1. Calymne

    Calymne Ist fast schon zuhause hier

    (Der Text ist vmtl. etwas ungeordnet, spiegelt auch etwas mein Dilemma wieder)

    Vermutlich sehe ich den Wald vor Bäumen nicht, aber ich hab grad das Gefühl ich komme aus einem eher blöden Grund nicht weiter.

    Ich weiß nicht, wo es musikalisch hingehen soll und wie ich "meins" und damit "meinen Ton" finden kann. Ich wurde ja im Vorstellungsthread schon gefragt, was ich für Musik spielen möchte - tja ich weiß es immer noch nicht.

    Ich bin nicht zum Instrument gekommen, weil ich irgendeinen Interpreten gehört habe und dachte: wow geil, so will ich auch spielen können. Sondern ich wollte es mehr aus einer Laune einfach mal ausprobieren und fand selbst die ersten quäkigen Töne schon toll.
    Jetzt nach knappen 2 Jahren bin grundsätzlich recht zufrieden mit dem was technisch rauskommt (auch wenn das natürlich noch deutlich verbesserungswürdig ist), nur der Ton passt mir noch nicht so.

    Ich weiß halt nur nicht, wie er sein soll - er muss zum Stil passen - ich weiß aber nicht, welchen ich haben will. Muss ich überhaupt einen haben?

    Ich mag (zu viel?) Musik querbeet.
    - ich liebe Filmmusik und mag auch Klassik.
    - ich find Country, Folk und Shantys echt gut
    - ich mags rockig, auch gern mal Hardrock
    - ich mag aber auch Titel von Hiphop, Techno und Trance

    das ist das was ich höre - davon ist natürlich nicht alles saxophontauglich.
    Shantys funktionieren nicht alleine, nur mehrstimmig.
    Dire Straits klingen mit Gitarre toll - aufm Sax.. naja.

    Was ich nicht mag bzw. nur in Ausnahmen, das Thema hatten wir hier ja schon kurz, ist halt _die_ saxophontypische Musik. Sprich Blues und Jazz.
    Ich kämpfe auch mit Swing, hören mag ichs nicht so gerne. Das zweite Orchester in dem ich grad eingestiegen bin, spielt da recht viel. Überraschend muss ich sagen: spielen ist was anderes, das ist ok.

    Als ich anfing zu spielen, ist mir erst aufgefallen in wie vielen Stücken überhaupt Saxophon gespielt wird. Schön, hilft mir nur nicht weiter.

    Aktuell nutze ich Tomplay, weil ich diese Vielseitigkeit dort recht gut abgebildet habe. Die werben ja mit echten Instrumentaufnahmen. Wenn ich mir da Stücke verschiedener Stilrichtungen anhöre, klingt das allerdings schon so dermaßen unterschiedlich, dass ich mir sicher bin, dass das nachbearbeitet ist. Also _kann_ ich ja so schon mal gar nicht klingen.

    Ich steht auch ab und an mal da, will spielen, weiß aber nicht so recht was und hab auf nix richtig Lust :oops:.

    Vielleicht ist es auch ein Problem von: gängige Noten von Rock/Pop bilden hauptsächlich die Gesangslinie ab, ein Sax ist eigentlich mehr was zum "dazwischendudeln" und frei interpretieren. Etwas, das ich (noch) gar nicht kann und womit ich mich vermutlich so schwer tun würde, dass es mir den Spaß am Spielen nehmen könnte.

    Ach und: nein aktuell habe ich keinen Unterricht, bin aber am Überlegen wie ich wieder dazu komme.

    Ich weiß, dass mir niemand sagen kann, was ich will, aber vielleicht hat ja hier jemand einen Denkanstoß für mich wie ich es rausfinden kann...

    Ich schick jetzt erst mal ab, auch wenn ich vmtl. noch einiges vergessen habe.
    Eine tolle Silvesterparty und einen guten Rutsch allerseits :)
     
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  2. quax

    quax Gehört zum Inventar

    Such Dir eine Band, ein Orchester, eine Combo, wie auch immer die sich nennen, und spiel dort mit.
     
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  3. cwegy

    cwegy Ist fast schon zuhause hier

    Die Welt der Musik ist so groß, da du die Leidenschaft zum Saxophon gefunden hast, musst du nur noch deinen Platz finden.

    Großartiger Rock mit einem wahren Saxophon- Titanen:

     
    Zuletzt bearbeitet: 31.Dezember.2025 um 17:34 Uhr
  4. Cazzani

    Cazzani Ist fast schon zuhause hier

    Hallo @Calymne ,

    spontan fällt mir ein: Vielleicht ist es gar kein Nachteil, dass Du so verschiedene Musik magst. Muss Deine Musik denn in eine einzige Schublade passen? Oder kannst Du Dir die stilistische Weite erhalten?

    Als nächster Schritt könnte es genügen, wenn Du diese Woche ein einziges Stück findest, das Du jetzt richtig gern spielen willst und für das Du den passenden Ton entwickelst. Und danach ein weiteres. Nach einer Weile wird das Muster Deiner Musik sichtbarer, oder eben der Flickenteppich. Vielleicht triffst Du irgendwann weitere Musiker/innen mit Crossover-Musikgeschmack, die sich auch nicht festlegen können, zum Zusammenspiel.

    Was Du außerdem beschreibst, kenne ich auch: Es gibt Musik, die beim Spielen mehr Spaß macht als beim Zuhören. Ist doch ok., oder?

    Ich drück Dir die Daumen, dass der Weg beim Gehen entsteht.
     
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  5. Nemo

    Nemo Ist fast schon zuhause hier

    Genau das habe ich auch gerade gedacht.
     
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  6. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Nein.
    Na, da gibt es aber noch mehr für Saxophon.

    Ich sehe das auch so, dass Dir echte musikalische Betätigung fehlt.
    Mit anderen MusikerInnen, nicht mit der Konserve.

    Wenn Du das nicht machst stellen sich die falschen Fragen :)
     
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  7. Woliko

    Woliko Strebt nach Höherem

    „Nackig“ spielen macht mir auch keinen Spass. Und wenn man sich bezüglich des Sounds an den Youtube-Koryphäen als Zielvorstellung orientiert, vergleicht man ohnehin Äpfel mit Birnen.

    U.a. David Brand
    https://www.saxophoneacademy.de/uebermich

    und Katrin Scherer
    https://saxophonkurs-online.de/campus/

    organisieren on-line Communities (gegen entsprechende Gebühren), in denen man sich regelmäßig trifft und zusammen spielt. Aber ist nicht so meine Welt.

    Ich bin bei einer Lehrerin gelandet (mehr Klassik), die regelmäßig Projekte über mehrere Monate durchführt , an denen vielfach dieselben Teilnehmer dabei sind; man kennt sich. Dazu organisiert sie Wochenendworkshops wie Saxophon mit Orgel, bei denen man sich auch wieder trifft. Jetzt hat sie mich mit 3 anderen zu einem Quartett zusammengeführt, das sie betreut. Vielleicht findest Du so jemanden in Deiner Region.
     
  8. Still

    Still Schaut öfter mal vorbei

    Dein Interesse an Filmmusik deckt über alle Genregrenzen von Klassik bis hin zu allen aktuellen und ehemaligen Popvarianten eigentlich alles ab.
    Viele Sinfonische Blasorchester sind in dem Bereich sehr aktiv. Dort ist dann eher ein sehr flexibler Saxophonton gefragt, von klassisch bis rotzig!
    Das wird Dich wahrscheinlich an diese Klänge erstmal nur andeutungsweise heran führen, würde Dich aber aus dem stillen Kämmerlein holen und Dir auch dabei helfen klangliche Vorlieben auch über die Praxis und nicht nur über Hörgewohnheiten zu finden. Der Weg ist aber mit Sicherheit nicht der kürzeste und mit Arbeit verbunden!
     
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  9. slowchange

    slowchange Kann einfach nicht wegbleiben

    Dann würde ich mich da nochmal reinhören. Auf der Alchemy ist Mel Collins mit dabei, das habe ich als Jugendlicher totgehört. Und über "Your latest Trick" brauchen wir, glaube ich, gar nicht erst reden...

    Ich würde den anderen zustimmen - es klingt, als ginge es dir ein bisschen darum, jetzt konkret zu werden. Was findest du eigentlich cool? Mit anderen zusammen in einer Band, das könnte was sein, Unterricht, irgendwas. Ich möchte allerdings allen zu Bedenken geben, dass das nicht trivial ist. Mir geht das jedenfalls so. Ich suche seit bestimmt zwanzig Jahren nach sowas. Ich habe allerdings einen vollen Kalender und einen etwas speziellen Musikgeschmack, deswegen gebe ich mich inzwischen nicht mehr der Illusion hin, dass das demnächst klappt mit einer Band.

    Meine aktuelle Entdeckung ist, dass das nicht stimmt. Ganz alleine im Kämerlein spielen kann total Spaß machen. Und zwar auch ohne Playback. Vielleicht gerade ohne Playback. Ich habe immer gedacht, das geht nur auf Gitarre oder Klavier. Aber das geht ganz prima auch auf einem Melodieinstrument.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1.Januar.2026 um 10:26 Uhr
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  10. Guido1980

    Guido1980 Ist fast schon zuhause hier

    Was hält dich davon ab ein weiteres Instrument auszuprobieren?
     
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  11. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Freues Neues,

    Die Empfehlung, sich eine Band oder ein Orchester zu suchen, verstehe ich nicht ganz: dies ist ja offensichtlich bereits zum zweiten Mal der Fall.

    Das ist doch was tolles, die Gesangslinie mit dem Sax zu spielen, man muss nur die Noten für Bb transponieren, mehr nicht. Wuffy macht es doch andauernd und er macht es wundervoll. Vielleicht findest Du da auch eine menschliche Stimme, die Deinen Saxsound positiv beeinflussen wird. Insbesondere wenn Du vor dem Spielen das Stüück auswendig singst.

    Für mich persöhnlich war Moises-App eine Offenbarung. Ich kaufe mir die Einzellstücke gewöhnlich bei Amazon für kleine Groschen und lasse sie von Moises bearbeiten. Dann kann ich entweder Vokal oder Sax entfernen und dazu selbst spielen, kann aber auch andere Instrumente leiser oder lauter machen. Auch die Akkorde und die Tonart sind auf Wunsch eingeblendet.

    Möglicherweise wird es Dir gefallen, genau die Stücke, die Du ohnehin liebst, auf diesem Wege zueigen zu machen. Vielleicht nicht gleich mit dem ganzen Part, erst die Tonleiter, Penthatonik, Fünferle rauf und runter, Fünferle rauf - Akkordtöne runter, Arpegio auf rhytmische Akzente etz... So tue ich mir das Stück quasi "einverleiben". Uns so verliebe ich mich ind das Stück. Dann ist alles viel einfacher, auch exakt nach Noten.

    Nochmals freues Neues.

    L.G. Alex.
     
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  12. bthebob

    bthebob Strebt nach Höherem

    @slowchange willkommen im Club.

    Seinen eigenen Ton findet man am besten allein im Proberaum.

    Und nicht nur seinen Ton, auch sein Können als "Saxophon- Handwerker."

    Zusammenspiel mit Anderen ist ein erstrebenswertes Ziel,
    kann aber auch demotivieren.

    Zumal, wenn man zu früh bei einer Combo o.ä. einsteigt.
    Ich weiß aus Erfahrung, wo von ich spreche.

    Aber wie bei allem gilt:
    Jeder hat seine eigenen Prioritäten und muss seinen Weg finden.

    @Calymne
    Vielleicht noch mal in dich reinhorchen mit der Frage:
    "Was hat mich seinerzeit dazu motiviert, mit dem Sax anzufangen ?"

    VG
     
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  13. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Dem widerspreche ich. Dein Handwerk lernst du am besten, wenn du in einer Band spielst und gefordert wirst. Bessere Motivation gibt es nicht
     
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  14. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Ein frohes neues Jahr an alle!

    Spielst du in zwei Blasorchester? Was für Musik spielen die Orchester?

    Spielst du da gerne oder nicht?

    Wenn du zwei Jahre tatsächlich als musikalischer Anfänger Saxofon spielst, kannst du nicht allzuviel erwarten.

    Wie kommt es, dass du kein Unterricht mehr hast? Was waren die Hinderungsgründe? Wie war der Unterricht für für dich? Wie lange hattest du Unterricht?

    Zur Musik selber...

    Grundsätzlich ist es ein Vorteil musikalisch eher offen zu sein.

    Wenn du tatsächlich das Gefühl haben solltest , dass du für deine Musik das falsche Instrument erlernst, ist dies ein guter Gedanke.

    Für mich bleibt die Frage offen: "Warum lernst du Saxofon?" vielleicht sogar: "Warum lerne ich überhaupt ein Musikinstrument?"

    Ich kenne eine Menge Menschen, die spielen wegen der Geselligkeit in einem Ensemble. Die Musik ist eher die Nebensache.

    Ich kenne auch einige Foristen, die glücklich sind, wenn sie sich mit dem Saxofon alleine beschäftigen können.

    Andere wollen bzw. wollten unbedingt auf die Bühne.

    ...

    Alles Gute!
     
  15. Jaysax

    Jaysax Nicht zu schüchtern zum Reden

    Es ist nicht immer leicht die Motivation auf einem gleichbleibendem Niveau zu halten und auch wenn man denkt seinen Sound gefunden zu haben, kann das Gefühl drei Wochen später ein anderes sein. Vielleicht ist das einfach ein Prozess. Ich versuche Dinge zu spielen die mir Spaß machen manchmal aber auch ein Bisschen durch zu halten. Ich habe viel mit Equipment rum probiert und auch verschiedene Saxophone getestet. Eine Offenbarung war es für mich nach drei Jahren Altsaxophon Mal ein Tenor an zuspielen, was seitdem mein Hauptinstrument ist. @Calymne hast du schon einmal eine andere Baugröße ausprobiert? Ich kann auch gut nachvollziehen, dass du dich im Blues und Jazz nicht Zuhause fühlst, mir geht's da ähnlich, aber Offenheit hilft, ab und zu finde ich auch Mal ein Stück was mir gefällt. Außerdem ist jedes Musikgenre es wert es mit dem Saxophon zu spielen. Es gibt auch Crossover vielleicht passt ja Electroswing, für mich war das jedenfalls eine Neuentdeckung:
     
  16. ppue

    ppue Mod Experte

    Sorry, wird wohl eine längere Neujahrsansprache, aber vielleicht für die eine oder den anderen ganz hilfreich. Also ...

    Der eigene Saxophonsound ist nichts, was man mal eben herstellen kann. Ich bin der grundsätzlichen Auffassung, dass der eigene Sound sich von alleine bildet und im Kern seines Wesens sogar schon mit den ersten Versuchen des Saxophonspiels vorhanden ist.
    Mit jedem Üben und jedem Spielen, egal ob zu Hause, im Übungsraum oder auch in einer Band oder Kapelle schält sich der eigene Sound mehr und mehr heraus.

    Nach zwei Jahren kann es sein, dass der Sound noch nicht so recht befriedigt, da ist einfach Geduld gefragt, denn man kann nicht mehr tun, als immer gerade den schönsten Ton zu probieren, den man eben blasen kann. So nähert man sich, Schritt für Schritt, und sicher manchmal unerträglich langsam, dem eigenen Ton an.

    Vielleicht wäre es ein Tipp, soundmäßig mal mehr in die Extreme zu gehen, ob man jetzt so klingen will oder nicht. Heißt, sich an einem spritzigen obertonreichen Pop- oder Funk-Sax zu probieren, mal extrem in die Subtone-Richtung zu gehen, sich mit Growling im Rockbereich zu versuchen oder klassisch mit feinem Vibrato die Reinheit der Töne anzustreben. Dann auch mal versuchen, lautstärkemäßig in die Extreme zu gehen: Was passiert mit dem Ton, wenn ich mal Vollgas gebe, was, wenn ich die Töne nur dahinhauche?

    Dieses Herumprobieren erweitert die eigenen Möglichkeiten und es kann durchaus sein, dass du dich in einem ausdrucksstarken Solo mehrerer dieser Elemente bedienst.

    Das ist die eine Seite. Eine andere aber ist noch sehr viel wichtiger:

    Was ist "Sound", der "eigene Klang" eigentlich?

    Der eigene Klang besteht aus 95% nicht aus dem wirklichen Sound (man höre unten), sondern aus deiner Artikulation der Töne, aus deiner Melodieführung, deinen rhythmischen Einlassungen, vertikalem oder horizontalen Spiel, Phrasieung, Verzierungen und vielem mehr.

    Sagen wir mal: Der Sound, den ich im oberen Abschnitt beschrieb, ist ein Draht, aus dem du etwas herstellen möchtest. Den hast du bereits, da bin ich mir sicher, denn du bekommst eindeutig gerade, hörbare Töne aus dem Instrument.

    Deine Persönlichkeit aber, und das ist, was man ganz unbewusst als den unverwechselbaren Sound eines Musikers verbindet, ist das, was du jetzt aus dem Draht baust.
    Du kannst ihn du ornamentale Formen verbiegen, ihn in kleinste Stücke teilen, Häuser aus ihm biegen oder ganze Landschaften damit entwerfen. Kannst ihn zusammenknüddeln oder geometrische Gebilde formen, die Gestaltungsmöglichkeiten sind unendlich.

    Die Schwierigkeit bei vielen Blasinstrumenten liegt darin, dass wir alles selber machen müssen. Bei Gitarre oder Klavier ist der Ton meist schon beim Anfänger perfekt: Die Seite wird gezupft oder angeschlagen und schwingt ganz von alleine und natürlich aus. Auf den Blasinstrumenten macht es bestenfalls erst einmal Pööp. Ein undefinierter Anfang, das Blättchen fängt bestenfalls in der richtigen Tonhöhe irgendwie zu schwingen an und das Ende? Keine Ahnung, kommt dann ja irgendwie schon der nächste Ton.

    Erst wenn ich unterscheiden, und auch bewerkstelligen kann, wie mein Ton anfangen soll, kann ich Ausdruck in die Sache bringen.

    Daaa
    Taaa
    aaaaa
    Haaa

    Und das ist erst der Anfang (-;

    Wie soll der Ton enden?

    Daaah
    Taaat
    Dat
    Hadad
    Tahaaaaaaaaa
    Taaaaadat
    Hat
    ...
    ...
    ...

    Schon hier sind der Kombinationen viele und noch ist keine Melodie gespielt, noch kein Rhythmus gesetzt. Nein halt: Tatsächlich ist das gewählte Ende eines Tones bereits ein erstes Rhythmuselement. Das etwas breitere Dat einer ersten Achtel im Swing deutet schon die nicht gespielte ternäre zweite Achtel an.

    Na, und wenn man nun weiter bastelt, kommt der ganze andere Kram dazu, Phrasen, Sätze, Wiederholungen, Pausen, Kopien, reines Grooven und all das noch ohne, mit spärlichem oder ausgiebigen Vibrato versehen, mit Bendings, Prallern, Trillern und Falls garniert ... aus all dem erst setzt sich der unvergleichliche Klang eines Saxophonisten zusammen.

    Der reine Klang, also die reine Schwingung, wie sie irgendein Saxophon produziert, drückt, wie oben beschrieben, nur wenig über das aus, was wir Klang nennen. Nimmt man dem Klang alles weg, was ich im unteren Teil meiner Ansprache versucht habe, zu beschreiben, so bleibt vom eigentlichen Sound der Klang eines überdrehten Elektromotörchens übrig:



    Böse Frage: Welchen Klang von diesen drei Saxophontönen streben Sie denn an?

    Einer ist tatsächlich sogar ohne das Drumherum zu erkennen. Wisst ihr's?

    Frohes Neues.
     
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  17. Calymne

    Calymne Ist fast schon zuhause hier

    oh wow so viele Antworten, danke.

    Ok das ist eigentlich auch das, was ich bislang so gemacht habe. Ich habs gespielt bis ich der Meinung war: ist ok, bzw. lege es auch mal ne Weile zur Seite und nehms ne Woche später wieder. Nur "der passende Ton" fehlt gefühlt noch.

    Das ist schön. Ich hatte bisland den Eindruck, dass zumindest die meisten sich eben einen Bereich suchen in dem sie unterwegs sind.

    Ein Musikkarussell für Erwachsene fänd ich total klasse ;) es gäbe schon einiges, das ich auch mal austesten würde wenn ich Zeit und Geld und Möglichkeiten hätte. Aber: es ist doch eher unrealistisch und ich WILL aktuell kein anderes Instrument sondern das was ich habe einfach schön spielen können. Muss nicht höchstes Niveau werden, aber das was raus kommt, soll sich gut anhören.

    danke, dass es jemand aufgefallen ist ;)

    Das unterschreib ich. Als ich im ersten Orchester anfing war ich erst mal völlig platt weil ich teilweise nicht mal mit dem Notenlesen mitgekommen bin in dem Spieltempo.
    Das hat sich recht schnell gegeben, mittlerweile gibt's nur noch sehr wenig Stücke bei denen ich regelmäßig rausfliege.
    Es sind ein paar Stücke dabei mit Soloparts und ja das hat verdammt meinen Ehrgeiz geweckt die auch zu können.

    ja.

    Nr. 1 ein marschierendes Orchester mit Uniform und so. Ziemlich trompetenlastig. Habe ich nach einem knappen Jahr spielen angefangen, passend zu den leichteren Weihnachtsstücken.
    Wollte ich mir nur mal angucken und bin hängengeblieben weil die Leute gut drauf sind und es Spaß macht zwischen dem Spielen auch mal Sprüche zu kloppen. Da kann ich tatsächlich drüber wegsehen, dass bei der Musikauswahl teilweise eher öder Kram dabei ist. Aber ein Teil der Zielgruppe verlangt das halt, also gehört es dazu.
    (Schützen)umzüge und Dorffeste, Karnevalsumzüge (die ich aber nicht mitmache), Weihnachtsmärkte.
    Programm sind Märsche und "Umtata" (zB Biene Maja, Bergvagabunden, Brasil über Fischerin vom Bodensee, Dom in Kölle, Ewigkeit, Eye of the Tiger, Fliegermarsch, Highland Cathedral, Madagaskar, Narcotic, div. Märsche, Schunkelmedleys, Viva la Vida, Zillertaler...).
    Das Repertoire soll aber (zum Glück) für Standauftritte erweitert werden - und vielleicht weil sie gemerkt haben, dass sie mit nur diesen Stücken keinen Zuwachs bekommen...

    Nr. 2 zusätzlich weil ich auch mal "was Schönes" spielen wollte. Trompeten, paar Saxe, Klarinetten, Nachwuchsprobleme wie üblich. Hab kurz vor Weihnachten angefangen und sollte sofort nach 2x üben den Weihnachtsmarktauftritt mitmachen.
    Notenmappe ist stilistisch ein wilder Mix und sollte meinem Geschmack deutlich mehr entsprechen. (mehr Filmmusik, rockiges, Klassik usw und das teilweise swingig für Bigbands geschrieben). Da soll es im Herbst ein Konzert geben. Mal sehen, was daraus wird.

    Dafür habe ich meinen Chor aufgegeben, weil 2 feste Termine in der Woche reichen - ich hab halt dann doch noch ne Familie. Als Single sähe das sicher deutlich anders aus, da würde ich vmtl. noch mehr machen.
    Also ja: das was ich mache, mache ich sehr gerne, bin jedes Mal geknickt wenn ich nicht zur Probe kann.

    was kann ich nicht erwarten - gut zu klingen?
    Ich habe nicht bei Null angefangen: Block+ Querflöte als Kind/Jugendliche plus 4 Jahre Klavier/Keyboard um Corona. Also nein musikalisch keine Anfängerin, auch wenn die Theorie häufig eher zu kurz kam.

    Allerdings was ich nicht wusste und was mich uU abgehalten hätte: dass man auf dem Ding aufgrund der Bauart keine gerade Tonleiter einfach mal so spielen kann.
    Nachdem ich das mitbekam, war es aber schon zu spät um aufzuhören :D

    Da hatte ich auch einen Thread zu (wenn es mal so gar nicht läuft). Ich habe mit Unterricht angefangen aber nie die Grundlagen gelernt, weil ich dank Blockflöte die Griffe alle noch konnte und Notenlesen eh. Also haben wir direkt angefangen Stücke zu spielen. Meine Fragen nach Ansatz und "schönem" Ton wurden beantwortet mit: kommt später von selber. Diesen Lehrer (private Musikschule, spielte selber Sax + Klarinette) hatte ich ca 1 Jahr bevor er da aufhörte. Danach habe ich mir jemand anders gesucht, der eher ein Allrounder ist (spielt x Instrumente auch selber). Bei dem habe ich auch einiges gelernt (zählen zB), aber auch nicht den richtigen Ton. Aussage war die gleiche: Ton kommt von selber. Dort habe ich nach ca. einem halben Jahr wieder aufgehört weil ich halt nicht das gelernt habe, was ich wollte. Zählen kann ich auch alleine weiter üben.
    Dazwischen war ich im Frühsommer bei einem Workshop von einem Saxquartett, die eine Spielerin ist ausgebildete Musikpädagogin und hat ganz andere Erklärungsansätze, ich habe mir eine halbe Einzelstunde erbettelt ;) das war SEHR hilfreich um überhaupt mal was über die Grundlagen von Ansatz, Zungenhaltung, Tonbildung etc. zu kapieren.

    Und eine Art Tagesworkshop mit Grundlagenübungen hatte ich dann auch noch - sehr hilfreich und darauf kann ich immer zurückgreifen falls es mal ein schlechter Tag ist.

    Wie geschrieben, ich hätte schon gerne wieder Unterricht, aber diesmal dann doch nur von jemand, der nicht nur selbst spielt sondern auch gescheit vermitteln kann.
    Denn ich glaube ich könnte deutlich besser sein, als ich es aktuell bin.

    und
    Nein, keinesfalls habe ich das falsche Instrument. Es macht unzweifelhaft Spaß! Wie geschrieben machen damit sogar auch in Grenzen Musikrichtungen Spaß, die eigentlich nicht so meins sind.
    Warum Sax? Weil in der Musikschule ein Alt im Fenster rumstand und ich es über Wochen jedes Mal sah und ich es dann irgendwann mal ausprobieren wollte - allerdings wusste ich sofort, dass es ein Tenor sein sollte was zum Glück vorhanden war.
    Weils n tolles Instrument ist und geil klingt. Weil es mich nach der ersten schiefen Tonleiter schon gepackt hat.

    Warum Instrument? Weils Spaß macht natürlich - am meisten mit anderen, aber auch alleine - Keyboard spiel ich ja nur für mich.
    Bühne: ja auch geil. Zusammen spielen ist cool, zusammen auftreten noch mal was anderes. Außerdem geben Auftritt den nötigen Druck, dass alle nicht nur "ja passt schon" spielen, sondern dass es sich wirklich gut anhören soll.

    das Video ist... interessant. Das muss ich mal wirken lassen.

    ansonsten:
    neinneinnein ich habe mir mein Tenor ganz bewusst rausgesucht - ich habe ja schon mehr bezahlt als ich wollte, weil die für Anfänger angepriesenen Modelle sich nicht so anhörten, wie ich das schön fand.
    Generell spiele ich lieber tief und finde es immer schade, wenn die Stücke sich hauptsächlich über dem C" abspielen.

    Es käme höchstes noch ein Bari infrage. Das steht auch schon auf der "Lebens-Todo-Liste", aber weit hinten. Es hängt aktuell an zwei Dingen: dem Preis und vorallem aber vorher: ich will erst mal "meins" zufriedenstellend können, bevor ich was Neues dazutue. Ich habe nicht die Zeit, an zwei Instrumenten parallel zu üben um GUT zu klingen.

    so wieder viel geschrieben - erstes Fazit?
    Muss ich noch bisl überlegen.
     
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  18. Calymne

    Calymne Ist fast schon zuhause hier

    uff. Ja schon irgendwo hilfreich. Würde für mich jetzt zu dem Fazit führen: die Suche nach gutem Unterricht deutlich zu intensivieren.


    :-?
     
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  19. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    Also meine unmässige Meinung :
    Klang ist glaube ich der leichtere Teil, wenn du nach "deinem Sound" suchst.
    Das ist in meinen Augen Handwerk ( also übertragen)
    Spiel ein beliebeing Ton und frage dich was gefällt mir daran nicht ?
    oder nimm eien Ton und spieldrumherum , also etwas fallen lassen, leise, laut. mit viel Luft mit viel Druck
    dann könntest du vielleicht einwenig deinene Ton finden...

    Mit dem Musikstil finde ich persönlich schwerer. Aber das fand ich den Ansatz spiel doch mal ein Lied das dir gefällt am sinvollsten
    Vielleicht ist es bei dir wie bei mir, ich habe nicht die Musikrichtung. Schau bei Wuffy der mit einer sehr grossen Varianz und schönem Ton daher kommt
    Vielleicht mal als Anregung
     
    bthebob gefällt das.
  20. bthebob

    bthebob Strebt nach Höherem

    @Calymne
    Meine Frage zielte nicht auf das Instrument an sich, sondern auf die Punkte, wie @Bereckis
    sie schön rausgearbeitet hat.

    Wobei es sicher keine strenge Trennung gibt.
    Motivationen fürs Erlernen vermischen und ergänzen sich

    Ist aber hilfreich, wenn man für sich selbst klärt,
    wohin die Reise gehen soll.

    Weil man beim Lernen und Üben jeweils andere Prioritäten setzen wird.
    Meine Meinung.

    VG
     
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