wohin soll es gehen mit dem Klang?

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Calymne, 31.Dezember.2025.

  1. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Bei uns hat jedes Register einen "Fachlehrer", der wie gesagt alle 2 Wochen für 50 Minuten kommt. Sogar Klari und Sax extra :)
    Dazwischen ist Gesamtprobe.
    Die Lehrer sind samt und sonders aus der Musikschule.
     
    Rick, Witte und Livia gefällt das.
  2. Livia

    Livia Ist fast schon zuhause hier

    Wir haben auch Registerproben, auch meist für jedes Instrument getrennt, je nach Schule - in seltenen Fällen aber auch nur Holzbläser und Blechbläser separat oder sogar gar keine Registerproben oder nur sporadisch nach Bedarf. Jede Woche 45 Minuten von Musikschullehrern. Da hat man aber eher das Gefühl, dass man versucht die Stücke in irgendeiner Form zu reparieren. Aber da die Schüler durch die schlechte Literaturauswahl komplett überfordert sind, ist es sehr mühsam. Deswegen habe ich selber vor 8 Jahren aufgehört, in irgendeiner Form mit Bläserklassen zusammenzuarbeiten.
    Die Orchesterleitung macht aber leider immer ein Musiklehrer. Nicht im Tandem mit einem Musikschullehrer, wie es bei dem Projekt aus NRW "JeKits" mal angedacht war. Und das ist meiner Meinung nach der größte Fehler.
     
    JES, Witte, Gerrie und 3 anderen gefällt das.
  3. khayman

    khayman Ist fast schon zuhause hier

    Da muss ich doch mal ein positives Beispiel für die Bläserklasse bringen (sonst denken alle, Bläserklassen seien nix... ;) )

    Bei uns im Ort läuft die Bläserklasse der Grundschule in Kooperation mit dem Musikverein und der Musikschule, allerdings ausserhalb des Schulunterrichts als Angebot der Nachmittagsbetreuung. Die Leitung der Bläserklasse wird vom Musikverein gestellt, wöchentlicher Instrumentalunterricht findet in der Musikschule für jedes Instrument getrennt statt. Die Kosten sind für die Eltern attraktiver, als regulärer Unterricht an der Musikschule. Das Angebot aber begrenzt auf zwei Jahre und es werden die Schüler der dritten Klassen angesprochen.

    Die Bläserklassen der weiterführenden Schulen werden allerdings auch wie @Livia es beschreibt von den Musiklehrern der Schulen geleitet, aber auch sie erhalten Instrumentalunterricht von den Instrumentallehrern der städtischen Musikschule (für jedes Instrument getrennt).

    Ich denke, vieles liegt am Engagement der Lehrkräfte und vor allem auch am Schüler selber. Oder aber... hier bei mir in einer süddeutschen Kleinstadt geht es einfach noch musikalischer zu als im Chaos Berlins :cool:

    Meine eigenen Erfahrungen mit dem dörflichen Schulorchester in Niedersachsen und dem Erlernen der Klarinette durch den Orchesterleiter (keine Ahnung, ob der alle Instrumente unterrichtet hatte), sind zu lange her, als dass es heute noch repräsentativ wäre. Aber es war kein Musiklehrer der Schule und ich habe von ihm mehr Grundlagen der Musiktheorie "mitgenommen", als in vielen Jahren Klavier- und Flötenunterricht an der Musikschule.
     
    Rick und Livia gefällt das.
  4. Tobias Haecker

    Tobias Haecker Ist fast schon zuhause hier

    @any Admin, @ppue , @Katzenmusiker : kann man die Bläserklassen Posts vielleicht in einem neuen Thread kopieren?
    Ist doch recht offtopic aber eigentlich ganz interessant und wird wohl gerne hitzig diskutiert
     
    Rick und Livia gefällt das.
  5. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    Die Bläserklassen, die ich kenne, nicht repräsentativ da es nur zwei Schulen sind.
    Die faszinieren mich regelmäßig. Das seit Jahren.

    Die Leiter sind Musiker inclusive Studium und Dirigenten Ausbildung. Spielen auch in einer Band oder Orchester.

    Die Konzerte besuche ich regelmäßig.

    Einen Saxophonisten konnten wir überzeugen in unserem Sax Orchester mitzuspielen.
    Was besseres kann Dir nicht passieren.

    Die musikalischen Leiter sind voll bei der Sache, strahlen eine Begeisterung aus zu Musiker und Publikum.

    Und sie stellen die Musiker und deren Leistungen in den Vordergrund.

    Da kann bei uns eher die Musikkapelle was lernen.

    Grüsse Gerrie
     
    Livia und Alex_Usarov gefällt das.
  6. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich kann nur persönlich berichten, was mein Sound-Primer-Erlebnis war.

    Da spielte ich als Schüler in der Musikschulbigband 1. Tenor. Ich denke das war schon eine ganz passable Schülersection, kein quäkiges Gehupe mehr und schon ganz kontrollierter Klang und Intonation, etwas brav und typischerweise nicht mehr als mezzoforte.

    Dann fiel das 2. Tenor aus und ein Kollege meines Lehrer sprang kurzfristig ein, kam zur letzten Probe und fügte sich unauffällig und fehlerfrei in den Satz ein. Als ich ihm anbot, ein Solo zu übernehmen, hat er dann in der Probe mal für 20 Sekunden gezeigt, wo der Hammer hängt! Ich denke es hatte sich was angestaut. :) So viel Soundvolumen und Lautstärke hatte unsere Band selten erzeugt, auch nicht Tutti im Shout-Chorus!

    Ich denke das war für alle Beteiligten ein Aha-Erlebnis und nicht nur ich wurde danach deutlich dynamischer im Spiel.

    Ich habe ihn übrigens nach der Probe nach seinem Setup befragt, dachte dass ich mir dieses High-Baffle Killerteil kaufe, egal was es kostet. Es war im Prinzip das gleiche STM 7* Link, das ich auch spielte.

    Die Konsequenz aus dem Erlebnis hat natürlich viel länger gedauert als die Einsicht selbst, hat Unmengen Zeit, Experimente, Blätter sowie ein paar Bücher und doch auch ein Paar Mundstücke gebraucht und letztlich ist die Arbeit immer noch nicht vorbei.

    Ich habe aber irgendwann begriffen, dass die Lösung des Problems vor allem mit Luft zu tun hat. Alles andere kommt danach. Ich habe übrigens im Unterricht gelernt, nicht mehr Luft zu geben als ich mit dem Ansatz kontrollieren kann. Nach dieser einen Probe habe ich mir aber irgendwann vorgenommen, nicht mehr Kontrolle auszuüben, als ich Luft reinpacken kann.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14.Januar.2026
  7. Calymne

    Calymne Ist fast schon zuhause hier

    Hm das mit den eigenen Ansprüchen kam schon irgendwo.

    Ich hab letztens eine kurze Aufnahme eines Weihnachtslieds bekommen, dass ich mit Orchester gespielt habe.
    OK, ein Handy hat nicht den besten Ton, wir waren nicht gestimmt und mussten direkt nach dem Essen los spielen, war also keine Glanzleistung.
    Trotzdem hat's mich fast schon entsetzt, wie schrecklich sich das angehört hat. So möchte ich nicht klingen.
    Und bevor gefragt wird: ne ich möchte das hier nicht öffentlich reinpacken.
     
    _Eb, Matthias Wendt und Gerrie gefällt das.
  8. Bb7

    Bb7 Ist fast schon zuhause hier

    Ja, aber aus solchen Hörerlebnissen lernt man doch auch. (hoffentlich :) ) Ich kann mich an ein Konzert mit dem wankenden Wolf auf einem Strassenfest in Neukölln erinnern, wo wir mitten im song einfach aufgehört haben, weil alles einfach zu schräg und schxxxe klang. In erster Linie war es mein Sax, was völlig daneben klang, weil ich den Temperaturunterschied nicht so berücksichtigt habe.
    Aus einem warmen Raum mit ca. 22 °C auf die Bühne mit ca. 4°C das funktioniert halt nicht.
    Das passiert mir mit Sicherheit nie wieder und gemeinsames Stimmen auf A oder sonstwas kurz vor dem Konzert ist ja auch völlig i.O. und bei schnellen Temperaturunterschieden ein Muss!
    Denke mal, das wird`s auch bei euch gewesen sein, ist ja nicht so ungewöhnlich.
     
  9. ppue

    ppue Mod Experte

    Wenn dich das weiter interessiert, mach einfach einen dafür auf. Ich fand die Diskussion hier recht stringend und würde sie ungern auseinander zuppeln.
     
  10. Tobias Haecker

    Tobias Haecker Ist fast schon zuhause hier

    Das ist nicht verwunderlich, geht den meisten so. Mir auch.
    Man ist selbst sein größter Kritiker. Das liegt aber auch an der Irritation, dass man sich selbst beim spielen anders wahr nimmt. Das ist genauso, wenn man es nicht gewohnt ist Aufnahmen der eigenen Stimme zu hören.
    Ich kann mir meine Recordings auch nur mit Abstand anhören. Selten ist mal was dabei, was mich selbst wirklich überzeugt (ein Grund, weshalb ich eher weniger Recordings von mir poste).
    Aber so wie du das beschreibst, klingt es nicht so, dass dir die Soundrichtung nicht gefallen hat sonder die Soundqualität. Das sind unterschiedliche Sachen.
    Aber wäre das mit dem Sound easy, würde man keine Profimusiker brauchen, die da ihr Leben lang dran feilen. Und so ein Musikstudium dauert auch Minimum seine 5 Jahre.
     
    Wanze gefällt das.
  11. Bb7

    Bb7 Ist fast schon zuhause hier

    Naja...du brauchst mit Sicherheit kein Musikstudium, um einen guten sound zu haben.
    Ich persönlich mag das meiste von meinen Aufnahmen, auf den Keks geht mir halt in erster Linie, wie beschrieben, Unstimmigkeiten, technische Schwierigkeiten, schlechte Aufnahmen, Bühnengerangel und Mischpult/Mixer.
     
    Gerrie und Nemo gefällt das.
  12. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    @Bb7

    Das ist mit verschiedenen Instrumenten sehr kritisch. Mehrere Saxophone eher weniger. Weil die sich ähnlich (er) verändern.
    Schlimm ist es z,.B. Gitarre , Keyboard, Sax Trompete ....
    Im Saxorchester musste wir auch schon zwischen 440 und 442 Hz wechseln. Die nächste Position für das Mundstück wäre auf der Erde gewesen.:D

    Ich kann Dein Frust verstehen. Man probt und übt dann so was.

    Grüße Gerrie
     
  13. Bb7

    Bb7 Ist fast schon zuhause hier

    Ist kein Frust, sondern eher Begegnung mit realen Bedingungen bei live Mucke.. Man lernt daraus.

    VG Horst
     
    Gerrie gefällt das.
  14. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Damit kein falscher Eindruck entsteht:
    Auch "meine" derzeitige Bläserklasse (seit Herbst) spielt sehr leichte Stücke.
    Aber um das geht es gar nicht. Es geht mal darum wie es sich anfühlt, Musik zu machen. Auf den Punkt verlässlich einzusetzen, zusammenzuspielen, nicht immer am wichtigsten zu sein. Mitzukriegen wie eine Tuba, ein Fagott, eine Oboe whatever klingt.
    Zu reagieren, oder einfach für eine Zeit konzentriert zu sein, sich selbst und anderen zuzuhören oder auch mal die Klappe halten zu müssen.

    Da hab ich das Gefühl, dass die Kinder da viel lernen.
    Und sämtliche Schüler, die in Musikkapellen eingestiegen sind, sind innerhalb kurzer Zeit enorm viel besser geworden.
    Sei es von den Blattlesefähigkeiten, dem Ton oder der Technik (gezwungenermaßen), denn was die da in den Kapellen unserer Gegend im Programm haben ist nicht ohne.
     
    Sax-o-K, Still, altblase und 6 anderen gefällt das.
  15. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Es klingt vielleicht etwas mystisch, aber allein die Anwesenheit anderer Musiker, so meine Erfahrung, wirkt positiv auf allen Ebenen. Einfach ein anderes, glückliches, erhabenes Gefühl des Zusammenseins und -schaffens. Bei der Probe oder Jamm jetzt. Im Konzert, wenn es mal zustande kommt, werde ich wahrscheinlich ordentlich glühen. Aber im Proberaum - da bin ich eher nicht auf das Eigene konzentriert, sondern auf die Musik der Anderen (oder eher bin achtsam). Der Rest geschieht von allein.
    Seltsamerweise intoniere ich dann auch wesentlich besser, werde irgendwie in die gemeinsame Bahn gezogen.
    L.G. Alex
     
  16. Spacecat

    Spacecat Ist fast schon zuhause hier

    Einige der Mängel, die mir gerade besonders im Weg stehen, hätte ich nicht, wenn ich in einem Musikverein, Bläserklasse oder ähnlichen Projekt mal eine ganze Zeit lang gewesen wäre
     
    Rick und Gerrie gefällt das.
  17. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Es ist nie zu spät.
    Als ich nach vielen Monden (die durch Covid damals noch viel mehr wurden) das erste Mal - vor Bangigkeit schlotternd - wieder mit anderen in einem Raum Musik machen konnte, war das wie ein Erweckungserlebnis.

    Je mehr, desto besser.
    Auf einmal macht diese ganze Überei, das ganze Theorie-Pauken, die vielen Stunden im Kämmerlein erst so richtig Sinn.
    Und so lange es nicht gerade ein Genre ist, das mir total fremd ist, macht es auch noch Spaß.

    Meine neue Combo hat heute ein paar … naja … Popsongs geprobt.
    Nur haben sie leider vergessen, mir Noten oder auch nur Changes zu geben.
    Egal - 16 Takte Solo nach Gehör und Bauchgefühl ohne nennenswerte Unfälle … hat Spaß gemacht!

    Gleich danach hatte ich ein unleserliches Schmierblatt mit dem Tenorsolo von Smooth Operator in der Hand - das wollten sie dann als nächstes spielen… :rolleyes: ja, klar, sach ich… nächstes Mal ;)
     
    korfi62, Gerrie und Spacecat gefällt das.
  18. tehjay

    tehjay Kann einfach nicht wegbleiben

    ....um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: ich finde die Diskussion zum eigenen Klang hier interessant. Es wird hier -wie auch in anderen Fäden- schnell darauf verwiesen, wie wichtig und essentiell Lehrer sind.
    Dem würde ich nicht grundsätzlich widersprechen wollen, jedoch wesentlich wichtiger -wie Lehrer- ist das lernen an und für sich. Und da gibt es eben unterschiedliche Zugänge.

    Geschmack kann man in allen Künsten zu einem gewissen Grad lernen, hat jedoch m.E. viel mehr mit eigener thematischer Reflektion / Beschäftigung zu tun, als jemand anderer (ein Lehrer) dazu beitragen kann. Mir schmecken Anchovis auf der Pizza nicht und auch ein Lehrer könnte mich dahingehend wahrscheinlich nicht überzeugen. Es geht also zunächst vielmehr darum den eigenen Geschmack bei anderen zu "erhören" und versuchen diesen zu reproduzieren...
     
    _Eb, Livia und Gerrie gefällt das.
  19. Spacecat

    Spacecat Ist fast schon zuhause hier

    Mit ebenso schlotternden Knien habe ich schon einige Zeit in 3 Combos Beschäftigung, das ist schon gut. Ich meinte für mich mehr in Richtung lernende Bläsergruppen. Zum jetzigen Zeitpunkt reichen meine Notenfähigkeiten nicht, um z.B. in einem Verein mitzuspielen
     
  20. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    @Spacecat was verstehst Du unter Notenfähigkeit?

    Grüße Gerrie
     
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden