Instabile, flatternde Töne - Selmer Serie III

Dieses Thema im Forum "Soprano Special" wurde erstellt von Chrisi03, 7.Mai.2026.

  1. Chrisi03

    Chrisi03 Schaut nur mal vorbei

    Hallo zusammen,

    ich spiele seit knapp 14 Jahren Tenorsaxophon, vor 6 Jahren ist ein Alt dazugekommen und vor gut 2 Jahren hatte ich die Gelegenheit, meine "Familie" mit einem Sopran zu komplettieren. Ich habe damals mehrere Instrumente nebeneinander gespielt, mich klanglich in das Serie III verliebt und dann ein solches als Neuinstrument gekauft.

    Mir war von Anfang an klar, dass ein Sopran dem Spieler mehr abverlangt als das andere Instrumente möglicherweise tun. Leider fühlt sich das Instrument auch nach 2 Jahren nicht wirklich "zuhause" an. Problematisch sind die Töne fis'-d' - darüber und darunter spielt das Instrument einwandfrei und macht (auch darunter!) große Freude. Die besagten Töne sind überhaupt schwer anzublasen (darunter hab ich wie gesagt keine Probleme, ich hätte deshalb gedacht, dass es deshalb gerade nicht am Ansatz liegt) und "brechen" irgendwann. Ich achte, wenn ich das merke wirklich sehr auf Stütze und einen geraden Luftstrom, weil ich mir einbilde, es könnte etwas mit der Luftsäule zu tun haben, die im Instrument abbricht, aber die Töne sind dann einfach kaum anzuspielen/zu halten. Kurioserweise ist dieses Phänomen in gewisser Weise "tagesformabhänigig" und tritt auch manchmal erst auf, wenn ich ein bisschen gespielt habe (Wärme?).

    Auf dem Instrument spiele ich ein S80 in C* mit diversen Blättern (alle ohne großen Unterschied in o.g. Frage). Auch andere Saxophonisten mit mehr Erfahrung hatten (mit anderem MPC/Blatt) ähnliche Erfahrungen mit dem Saxophon.

    In meiner Werkstatt war das Instrument schon mehrfach zum "nachjustieren" - zuletzt sind die Polster der rechten Hand komplett gewechselt worden (wider Erwarten hatte Selmer bei der Herstellung nicht Pisoni verbaut). Danach habe ich mir eingebildet, es wäre besser geworden, aber heute hatte ich erneut dieselben Probleme...

    Ich hätte wirklich einfach gern ein Saxophon, was einwandfrei spielt und sich nicht dauernd nach einem Kompromiss anfühlt, den ich bei diesem namhaften Hersteller einfach nicht einzugehen bereit bin, und den ich bei meinen anderen Saxophonen (selber Hersteller, andere Modellreihe) auch noch nie so wahrgenommen habe...

    Vielleicht hat ja einer von euch die zündende Idee - seelisch bereite ich mich nämlich schon wieder darauf vor, zum antesten/nachjustieren/antesten/nachjustieren/antesten/nachjustieren ohne "Aha-Moment" zur Werkstatt zu fahren...

    Liebe Grüße!
     
  2. Onkel D

    Onkel D Ist fast schon zuhause hier

    Das ist ein bekanntes Problem beim Sopran. Bei der Serie III ist es recht deutlich, das weiß ich auch aus eigener Erfahrung. Bei Yanagisawa und Yamaha ist es wohl weniger ausgeprägt, aber das habe ich nur gehört, keine eigene Erfahrung. Der Saxdoc wird da vermutlich nicht viel machen können. Einer der Saxdocs hier im Forum, ich glaube @ArminWeis , hat dazu mal einiges geschrieben, vielleicht finde ich das nachher noch.

    Er hatte als mögliche Lösung genannt, den Hals ca. 2 mm rauszuziehen und dafür das Mundstück entsprechend weiter draufzuschieben. Das hat bei mir aber nicht viel gebracht und ist sicherlich vom konkreten Setup abhängig.

    Bei mir ist die Stärke dieser Tendenz zum Flattern von Mundstück und Blatt abhängig. Am besten haben die Legere funktioniert, da war der Effekt komplett weg.

    Ich habe ein Bisschen rumexperimentiert und bin bei einer Kombination Drake Son of Slant 6 (oder ist es 6*?) mit Rigotti Jazz 3s gelandet. Die klingt super und spricht super an und das Flattern kriege ich durch einen lockeren, kontrollierten Ansatz und Luftstrom in den Griff.

    Ich glaube, es gibt Setups, die mehr oder weniger zum Flattern neigen, aber grundsätzlich bekommt man das Thema mit Üben ganz gut in den Griff. Wenn es Dich zu sehr nervt, bleiben Yanagisawa und Yamaha als super Alternativen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7.Mai.2026
  3. Onkel D

    Onkel D Ist fast schon zuhause hier

    Chrisi03 gefällt das.
  4. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich habe zwar kein Sopran, das sowas macht, kenne aber das „Motorboating“ von Altos beim H und Bb, bei Tenören bei D und Eb. Bei Altos hilft es, den Bogen unten am Sax zu verjüngen, bei Tenören ist der Heilungseffekt geringer, das Problem meist aber auch.
    Beim Serie III wird es aber nicht mit dem unteren Bogen zusammenhängen, da dort keiner ist. Wie erklärt man da das Phänomen? Es bleibt eines der Geheimnisse, die ich gerne besser verstehen würde…
     
  5. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Wenn ich nicht komplett falsch informiert bin, wären Pisoni Polster in einem Selmer ab Werk eher ungewöhnlich.
    Meines Wissens verwendet Selmer seit Langem Selmer-Polster, die von Chanu hergestellt werden.

    Dicht muss es sein, sonst macht es keine Freude und Pisonis (welche überhaupt - es gibt an die 20 verschiedene…) sind nicht das Maß der Dinge.

    Das nur am Rande.


    Das Sopran ist, und das wollte ich eigentlich schreiben, auf keinen Fall das zickige Biest, als das es immer wieder hingestellt wird.
    Das kommt meiner Meinung nach davon, dass einige versuchen, ein Sopransax wie eine Klarinette zu spielen, es sieht ja fast so aus.

    Auf www.sopranoplanet.com gibt es eine ganze Menge guter Informationen zum Spiel auf dem Sopran und man muss nicht mal eins der Mundstücke kaufen (die sind zwar sehr gut aber das Soundkonzept von Joe Giardullo ist für meine Ohren eher schneidend als ausgewogen).

    Die Lösung für das Problem mit dem Serie III Sopran dürfte entweder darin liegen, das eigene Konzept von Ansatz und Luftführung zu überdenken (schwierig, langwierig und nicht immer kompatibel mit dem, was man auf Tenor und Alt so macht), so lange am Setup herumzuspielen, bis man einen tragfähigen Kompromiss gefunden hat oder gleich auf ein anderes Instrument auszuweichen.

    Klanglich in eine ähnliche Richtung gehen Yamaha 82Z und Yanagisawa S-WO10, tonal etwas breiter ist ein S-WO20 (in eigener Sache: meins steht bei @Toko in Pinneberg zum Verkauf - ich gehe inzwischen klanglich andere Wege).
     
    _Eb und Gerrie gefällt das.
  6. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    Frage: hast du das Horn neu gekauft? Mein neues Serie II war mehrmals beim Nachjustieren mehrerer Polster (eins musste ersetzt werden), bis es richtig dicht war. Leider ein Problem bei Selmer, und wenn deine Werkstatt es nicht richtig kann, dann hast du eventuell ein rechnisches Problem.
    Wenn die Polster decken, dann sind deine Töne auf jedem Sopran ein Problem…. Linderung ist die richtige MPC + Blatt Kombi. Auf dem Sopran geht bei mir z.B. Selmer Concept nicht, S80 ist OK, aber da taucht bei mir das Problem auch auf. Bin dann auf Super Session E umgestiegen, und lasse parallel das Concept umarbeiten, ist mir zu eng. Auf dem Super Session spiel ich Vandoren blau + Vandoren Jazz. Auf dem Video ist das Super Session am Start, und ich eier viel unten rum. Das Super Session einen hauch enger, dann wärs perfekt.
     
    JTM, Hünchen, urnon und 5 anderen gefällt das.
  7. Chrisi03

    Chrisi03 Schaut nur mal vorbei

    Lieben Dank für die Tipps! Dann probiere ich es erstmal mit ein paar andere Mundstücken und vielleicht mal ein Legere-Blatt.
     
    Onkel D gefällt das.
  8. Chrisi03

    Chrisi03 Schaut nur mal vorbei

    Mir ggü. ist kommuniziert worden, dass Selmer z. Zt. des Baus des Saxophons nur ausnahmsweise nicht Pisoni verbaut hat/verbauen konnte:-?

    Danke für den Tipp, das schau ich mir mal an. Das Instrument selbst schreibe ich aber noch nicht so schnell ab. ;)
     
  9. Chrisi03

    Chrisi03 Schaut nur mal vorbei

    Ja, das Saxophon war neu, aber in einem örtlichen sehr bekannten ProShop gekauft, dessen Werkstatt das mit Sicherheit gut macht (deshalb auch meine Verunsicherung, s.o.).

    Danke für die Tipps! Hast du bei dem Concept schon eine konkrete Bahnöffnung im Kopf?
     
  10. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    das Concept gibts ja nur in einer Öffnung zu kaufen, und bei der Überarbeitung kann das Problem der Tisch und viele andere Parameter sein. Mein Refacer kennt mich schon so lange,
    und hat soviele Mundstücke vermessen, auch meine aktuellen, das er weis was ich benötige. Nicht falsch verstehen, out of the box macht Selmer sehr gute Mundstücke... ist wie mit
    einem Blatt, meistens geht da noch was in sachen Feintuning. Die Bahnöffnung ist einer von vielen Parametern die bei einem Mundstück in Serie nicht optimal sein müssen. Und wieder Achtung,
    das ist meine Erfahrung. Und meine Vorgehensweise.
     
  11. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    @Shorty

    Wundervoll wie Du Dein Sopran spielst.

    Ich mag diesen Style.

    Grüße Gerrie
     
  12. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    thanks
     
  13. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Dieser Satz ergibt für mich keinen Sinn.
    Alle meine Sopransaxophone waren in dieser Hinsicht völlig Problemlos, wenn die Polster decken und die Kopplungen korrekt reguliert sind.

    Es fehlt entweder ein k bei „ein Problem“ oder ein nicht vor „decken“, oder?

    Dann hast Du mit jedem Instrument ein Problem.

    Eine der Herausforderungen bei Selmer ab Serie II sind die gefederten Spitzschrauben. Wenn da etwas nicht 100% ist, wird es zur Lotterie
    @Toko hat dazu kürzlich etwas geschrieben und er neigt dazu, diese Konstruktion aufwendig rückzubauen.
     
  14. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Bei meinem Mark VI war es mir nicht möglich, das g' angestoßen zu spielen, da konnte ich machen was ich wollte.

    Ein Freund von mir hatte null Probleme damit, derweil ich auf seinem SA80 das g' nur schwer anspielen konnte

    Bei meinem jetzigen Sopran, löcherig wie Schweizer Käse, also die Klappendeckung betreffend habe ich wiederum gar keine Probleme mit dem g', allenfalls mit dem tiefen h.

    Soll heißen, das Problem ist sehr individuell, setup- und spielerabhängig.

    Von daher hilft nur ausprobieren, Blätter, Mundstück, Ansatztechnik, und am Ende ggf. das Saxophon.

    Gruß,
    Otfried
     
    _Eb und Chrisi03 gefällt das.
  15. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    sorry, falsch ausgedrückt, verschrieben, war zu früh heute, ich meinte, selbst wenn alles deckt, gibt es auf jedem Sopran Problemtöne.... vielleicht bei Selmer ausgeprägter
     
  16. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Äähm, ääh … nein. Das entspricht nicht meiner Erfahrung.

    Wenn Deckung und Timing (Regulierung) stimmen, habe ich auf meinen bisherigen, halbwegs modernen Sopranen - Yanagisawa S800, S-WO20, Selmer Mark VI - keinerlei „Problemtöne“.
    Ein Rampone & Cazzani R1 war ab dem hohen C etwas anspruchsvoller, was die Luftführung angeht, hatte sonst aber auch keine Problemtöne.

    Ich habe ein Brancher J17 Metallmundstück für modernere Sachen, das möchte ab E abwärts etwas mehr gebeten werden, als alle anderen, die ich so habe (PhilTone Sapphire, Morgan Jazz L) bzw. hatte (Sopranoplanet, Drake, Link TE) - dafür ist es „obenrum“ extrem leichtgängig.

    Meiner Erfahrung nach ist es gerade beim Sopran auch oft eine Blattfrage.
    Für mich funktioniert Marca American Vintage, Jazz Filed, Superieure (von dunkel nach hell) seit Jahren bestens. YMMV.
     
  17. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Na dann bin ich ja mal gespannt, da seit gestern zufälligerweise auch glücklicher Besitzer von einem Selmer Tenor Serie III, Bj. 1999.

    Da ich schon lange grundsätzlich keine fertigen und spielbaren Blechle kaufe, sondern nur vorzugsweise preisgünstige Großbaustellen, wird es noch einige Zeit dauern, bis ich prüfen kann, ob ich da auch einen " Flattermann " drinnen habe. :)

    Bericht wird folgen.

    Gr Wuffy
     
  18. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Wenn ich es richtig mitgeschnitten habe, betrifft die Flatterei nur das Serie 3 Sopran.
     
  19. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Dann habe ich ja nochmal Glück gehabt :)
     
  20. Perlvatt

    Perlvatt Kann einfach nicht wegbleiben

    Hallo Chrisi,
    Das 'flattern" genau dieser Töne ist ein prinzipielles Problem beim Sopran. Ich bin deswegen vor ein paar Jahren zu drei Saxdocs gelaufen und habe verschiedene Lehrer aufgesucht. Alle haben mir bestätigt, dass mein Sax in Ordnung war und dieses Problem beim Sopran existiert und nur durch üben (oder viel üben) in den Griff zu bekommen ist.
    Eine sehr gute Übung ist z. B., ein e1 zu spielen und während es klingt, nur durch Veränderung der Zungen und Gaumeposition den Ton zum überblasen zu bringen. Dabei genau hinfühlen, was man im Mund verändert. Wenn man den Vokal a oder o denkt, sollte es am besten klappen, dass es nicht überbläst.
    Ich habe verschiedene Sopräne probiert, auch ein gebogenes Yanagisawa und ein gebogenes Rampone. Bei mir hat das keinen Unterschied gemacht. Das Mundstück macht bei mir dagegen schon einen Unterschied. Welches für dich am besten geht, musst du vermutlich selber rausfinden.
    Also viel Glück und Erfolg!
     
    Chrisi03 gefällt das.
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden