Schnelles unauffälliges Einatmen

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von Perlvatt, 2.August.2026.

  1. Perlvatt

    Perlvatt Kann einfach nicht wegbleiben

    Hallo zusammen!

    Ich habe regelmäßig das Problem, dass ich Stücke spiele (meist klassisch), bei denen ich sehr lange Phrasen zu spielen habe, so dass ich hier und da einatmen muss.
    Wenn mein Lehrer mir das vormacht, schafft er es, dass die letzte Note vor dem Einatmen ein schönes Ende hat und dass die erste Note nach dem Einatmen pünktlich kommt.
    Bei mir dauert der Einatemvorgang viel länger und die letzte Note vor dem Einatmen klingt am Ende abgehackt, so dass auch jeder hört, dass ich Luft holen muss.
    Hat jemand Ideen oder Übungen, wie ich das Einatmen unauffälliger hinbekomme? Ich habe auch versucht, Permanentatmung zu lernen. Mit Strohhalm und Wasserglas kein Problem, aber mit Saxophon geht es gar nicht.
    Sonnige Grüße und vielen Dank für eure Gedanken!
     
  2. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Ich schaue bei einem Stück erstmal ,wo genau ich atmen kann. Dort setze ich mir Atemzeichen. Und wenn möglich verkürze ich die Note vor dem Einatmen. Dann habe ich etwas länger Zeit zum Atmen. Aber eigentlich sollte dir dein Lehrer,der es dir ja vormacht,richtig erklären und in der Praxis auch zeigen können. Der ist der beste Ansprechpartner für dich .
     
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  3. Perlvatt

    Perlvatt Kann einfach nicht wegbleiben

    Mit meinem Lehrer haben wir schon passende Stellen rausgesucht und daran gearbeitet. Normalerweise kann er auch alles ganz genau erklären. Aber hier konnte er mir nicht richtig weiterhelfen. Ich vermute, ich muss meine Atemtechnik insgesamt verbessern, dass ich also noch schneller und mit noch weniger Anstrengung einatmen kann.
     
  4. holgi1964

    holgi1964 Ist fast schon zuhause hier

    JTM kann ich nur zustimmen.
    Es passiert auch leicht, dass man viel einatmet, nicht die ganze Luft loswird, dann einatmet und eigentlich die Luft ausreicht man aber meint, dass das nicht so ist.
    Das würde ich mal beobachten.
     
  5. Jaysax

    Jaysax Schaut öfter mal vorbei

    Ich habe gelernt nicht nur an bestimmten Stellen einzuatmen sondern auch möglichst viel Luft in kurzer Zeit aufzunehmen. Dabei habe ich mir erstmal nicht so viel Gedanken über die Geräusche gemacht, die kann man nach und nach reduzieren. Außerdem habe ich geübt einen Ton so lange wie möglich zu halten, ich weiß nicht ob ich das empfehlen sollte, aber mir hat das geholfen.
     
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  6. Dsharlz

    Dsharlz Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Perlvatt,

    wie atmest du ein:
    - Mund?
    - Nase?
    - kombiniert?

    luftige Grüße
    Dsharlz
     
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  7. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Dann hat er es selbst vielleicht nicht bewusst, sondern nur intuitiv oder einfach über die Zeit gelernt. Wenn Du die Geduld hast, könntest Du das auch. Aber wenn Du es gezielt lernen willst...

    Ja, das ist das Thema. Eine gute Anleitung dazu, wie es denn besser geht, wäre hilfreich. Mir hat das eine Gesangslehrerin beigebracht.
     
  8. Cazzani

    Cazzani Ist fast schon zuhause hier

    @Perlvatt Körperliches Lernen braucht Zeit - hab Geduld mit Dir! Nächstes Jahr ist das Thema wahrscheinlich durch.
    Ein technisches Detail: Wenn man kurze Noten laut spielt, klingen sie oft unschön, wie Schluckauf. Probiere, die letzte Note vor dem Atmen leise zu spielen. Das kann die Stelle unauffälliger machen.
     
  9. ppue

    ppue Mod Experte

    Praktische Übung zum Einatmen.

    Hole ganz normal Luft, lasse nur einen schmalen Schlitz zwischen den Lippen und während du ein paar langsame Schritte nach vorne machst, atmest du die ganze Luft langsam aus.
    Ist sie draußen, dann bleibst du stehen und wartest drei Sekunden, bevor du dich einfach nur entspannst. Das Einatmen macht dein Körper schon alleine, da brauchst du gar nichts für zu tun.
     
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  10. moorsax

    moorsax Schaut nur mal vorbei

    Ich habe gelernt, dass zum Einatmen auch das bewusste und rasche Ausatmen gehört.
    Normalerweise spielst du ja nicht bis zum Ende deiner Luft, dann klingen die letzten Töne nicht mehr so voll (jedenfalls bei mir...).
    Also kommt vor dem Einatmen ein kurzes Ausatmen, um den Rest loszuwerden.
    Ich habe dazu auch sehr lange gebraucht und mir immer wieder andere Sax-Spieler live angesehen.

    Das bewusste Ausatmen hilft mir persönlich sehr. So kann ich mir noch besser die Stellen im Stück heraussuchen und entspannter atmen.

    Aber ich bin da sicher kein Fachmann, das können andere besser erklären.
     
  11. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich könnte mir vorstellen, dass der Lehrer nicht viel erklären kann, weil die Sache grundsätzlich schon stimmt aber halt geübt werden muss um schneller und flüssiger zu werden.

    Mir persönlich hilft es bei Atemproblemen zu unterscheiden, ob ich atmen muss, weil einfach nichts mehr drin ist und nichts mehr rauskommt (Bari), oder ob ich atmen muss, weil ich dringend frische Luft brauche, während die Lunge noch halb voll ist (Klarinette). Wenn ich das erkenne, kann ich meine Strategie anpassen, wenn das Licht weiterführt in seltenen Fällen auch mal das Setup (insb. wenn das Mundstück sehr eng oder sehr offen ist).
     
  12. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Lief da unter dem Stichwort "reflektorische Atmung/ Einatmung", nicht zu verwechseln mit einer ähnlich benannten Therapie, und ich finde auf die Schnelle im Netz auch kaum passendes...
     
  13. Livia

    Livia Ist fast schon zuhause hier

    Bei der Atempause zunächst auszuatmen, bevor man einatmet, ist nicht günstig. Oder hast du das anders gemeint?

    @Perlvatt: Das bewusste Ausklingen der letzten Note einer Phrase kannst du separat üben. Lass dir zunächst mehr Zeit, als du im Stück hast. D. h. du lässt die letzte Note jeweils ausklingen (decrescendo), solange es bei dir halt dauert, unabhängig vom Notenwert, atmest dann entspannt aber zügig ein (auch ohne Zeit-/Tempodruck) und spielst weiter. Mit der Zeit versuchst du, das schneller zu machen - die Note also schneller ausklingen zu lassen und schneller einzuatmen. In jedem Fall kannst du Notenwerte vor Atempausen stärker abkürzen, als du vielleicht denkst. Wenn du beispielsweise eine halbe Note hast und direkt danach geht es ohne Pause weiter, kannst du sie auf eine punktierte Viertel runterkürzen für das Atmen.
     
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  14. cwegy

    cwegy Ist fast schon zuhause hier

    In einem Online Workshop hatte ich mal drei klassische Stücke. Aus „Pflichtgefühl“ wollte ich sie spielen und hab dann sehr schnell gemerkt, wie anspruchsvoll hier Atmung und Timing zusammenspielen müssen. Das war eine tolle und sehr lehrreiche Lektion.
     
  15. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Ja so Klassik ist schon was anderes wie das bischen Jazzgehupe :duck:
     
  16. Sax-o-K

    Sax-o-K Ist fast schon zuhause hier

    Aus dem Gesang hab ich gelernt, beim Einatmen bewusst den Bauch "dick" zu machen, dann , so geht es jedenfalls mir unterstützt das die schnelle Einatmung.
     
    scenarnick gefällt das.
  17. cwegy

    cwegy Ist fast schon zuhause hier

    …oder dieses Rock‘n Roll Gebratze :D

    Auf jeden Fall ist Klassik für jeden Saxophonisten mal einen ausführlichen Versuch wert ;):)
     
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  18. visir

    visir Gehört zum Inventar

    wen es interessiert...
     
  19. scenarnick

    scenarnick Admin

    Genau das wird im Gesangsunterricht vermittelt. Ich habe lange Zeit in den Gesangsstunden damit verbracht, auf dem Rücken zu liegen, Bücher auf dem Bauch gelegt bekommen und die Atmung so zu lenken, dass sich die Bücher heben. Das dann schneller aber entspannt. Weitere Übung: In den Vierfüßlerstand und hecheln wie ein Hund, auch hier mit Fokus auf Entspannung vor Geschwindigkeit. Damit wird dann der Einatemreflex trainiert und beschleunigt.

    Falls man viel "Spucke im Mund" hat kann man sich leider leicht dabei verschlucken (passierte mir regelmäßig). Entweder Mund weiter öffnen als Gegenmaßnahme oder durch die Nase einatmen, wobei hier der Luftstrom nie so schnell ist wie durch den Mund durch die geringere Öffnung der Luftkanäle der Nase, verglichen mit der Rachenöffnung.
     
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