Wie umgehen mit Gagen?

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von Nemo, 24.April.2026.

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  1. Nemo

    Nemo Ist fast schon zuhause hier

    Moin!

    Wie geht ihr als Amateurband mit Auftrittsgagen um?
    Welche rechtlichen Vorschriften muss man beachten? Versteuern? Wer? Wie?
    Habt ihr eine bestimmte Rechtsform, z. B. GbR?

    Wie geht dem alles?
    Ich will keine "Rechtsberatung", aber vielleicht kann ja mal einer berichten, wie eure Band das handhabt.

    LG
    nemo
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.April.2026
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  2. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Ich kassiere, unterschreibe und versteuere, weil ich selbständig war und immer noch Einkommensteuer abrechnen muss, allerdings als Kleinunternehmer ohne MwSt. Die Kollegen quittieren mir ihren Anteil. GbR lässt sich im Jazzbereich wegen der tatsächlichen oder auch nur möglichen Fluktuation gut vermeiden.
     
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  3. ppue

    ppue Mod Experte

    Eine GbR ist man automatisch, wenn man als Gruppe Verträge macht und Gagen in Empfang nimmt. Wenn die Band die Gage an die Mitglieder auszahlt, muss ein jeder selbst versteuern. Hat er im Jahr nach Abzug seiner Unkosten weniger als 410,-€ verdient, gilt es als Hobby und ist steuerfrei.
     
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  4. Al Bundy

    Al Bundy Kann einfach nicht wegbleiben

    ..ich darf nicht sagen was ich denke, weil hier keine politischen Diskussion entstehen sollten....ist auch gut so...nur eines..ich würde immer unter 410€ bleiben...
     
  5. altoSaxo

    altoSaxo Strebt nach Höherem

    Du hast auch die Möglichkeit, beim Finanzamt für die konkrete Situation der Band nachzufragen, ob Steuererklärungen abzugeben sind.
     
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  6. mato

    mato Strebt nach Höherem

    Wie verhält sich das bei einer „Bandkasse“, aus der man evtl. entstehende Gemeinkosten wie Proberaummiete und Spritgeld zahlt?
     
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  7. Al Bundy

    Al Bundy Kann einfach nicht wegbleiben

    Egal wie man es nennt, jeder Cent den man einnimmt, wird vom Fiskus überwacht. Selbst wenn bei einem nachbarschaftlichem Straßenfest, selbstgebackener Kuchen verkauft wird...sie greifen einem so tief in die Tasche.
     
  8. ppue

    ppue Mod Experte

    Natürlich könnt ihr die Unkosten von der Gage abziehen und euch erst danach ausbezahlen. Sind das dann unter 410,-€, gilt es als Hobby. Ansonsten versteuerst du das einfach, wobei du ja dann auch noch die Kosten für deine Instrumente, Reparaturkosten, Noten etc. abziehen kannst.

    Wenn die Band unter 25.000,- € im Jahr verdient, gilt die Kleinunternehmerregelung und sie ist umsatzsteuerbefreit.
     
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  9. altoSaxo

    altoSaxo Strebt nach Höherem

    Das ist echt schlimm mit den Steuern! Bei mir ist es sogar mein Arbeitgeber, der von jedem verfickten Cent, den ich verdiene, gleich mal Steuern einbehält und an den Fiskus abführt und so verhindert, dass der Anteil, den der Fiskus haben will, überhaupt in meiner Tasche landet. Ich würde das Geld auch gerne mal sehen, anfassen und in die Tasche stecken können, bevor es mir der Fiskus wieder abnimmt.
     
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  10. ppue

    ppue Mod Experte

    Wir greifen uns in die Taschen. Ist unsere Regierung, von uns gewählt und nach unseren Gesetzen handelnd. Wilmanns ändern, muss man seinen Einfluss geltend machen, wählen, sich politisch engagieren, Petitionen einreichen, demonstrieren, Lobbyverbände bilden ...

    Ich verstehe, dass man sich darüber ärgern kann, aber so ganz übel ist das System nicht. Über die Verteilung der Gelder können wir dann im Politika-Thread diskutieren. Gerne auch grundsätzlich zum Thema Steuern.
     
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  11. BP

    BP Ehem. Katzenmusiker Admin Mod

    @Nemo, solch eine hohe Gage kannst Du gar nicht erhalten, dass Du im Ergebnis deutlich über die 410 Euro kommst. Rechne mal ALLE Deine Kosten, die Du aufbringen musst, um die Gage zu erhalten, gegen die Gage.

    Also nicht allein Fahrtkosten, auch Saxdoc, Blätter, Proberaum, auch die Probestunden würde ich ansetzen (Zeit ist ja Geld), jedes gekaufte Notenblatt und Buch (man darf ja nicht gegen Urheberrechte verstoßen), die Spende ans Saxophonforum (man muss sich ja weiterbilden, und das geht nur hier, kann ich Dir schriftlich geben), Telefonanteil, Internet, gerne pauschal, die Instrumente (Abschreiben auf xy Jahre), den elektronischen Krimskrams im Proberaum vom Mikro bis zum Verlängerungskabel usw.

    Ideal ist aber, wenn Du nach zwei, drei Jahren im Ergebnis auf Plus kommst. Dann machst Du Gewinn, den Du selbstverständlich versteuerst, bist auf der positiven Seite. Ach der kritischste Finanzbeamte wird Dir Gewinnerzielungsabsicht zugestehen. Ist dieses Zauberwort erst einmal gefallen, muss er Deine Kosten langfristig akzeptieren.
     
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  12. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ja, echt schlimm, dass dieser Staat dann Straßen und Schulen davon baut und manchmal sogar erhält.
    Und Sozialleistungen an arbeitsscheues Gesindel bezahlt - Rente, Kindergeld, Arbeitslosengeld … sowas! :(

    Jetzt also auch noch den Hobbymusikern tief in die Tasche zu greifen und sie zu so etwas Ekligem zu zwingen, wie eine Aufstellung der Ausgaben und Einnahmen … um dann bei 25.000€ Jahresüberschuss (den machen manche Profis nicht…) etwa 8-10% Steuern darauf zu verlangen … INFAM!!! :mad::mad::mad:

    Mal im Ernst: man könnte, wie vorgeschlagen, über Steuern und Ausgaben des deutschen Staates angeregt diskutieren (in einem Politica-Faden). Ein so reflexhaftes „der Staat ist doof, weil er Steuern erhebt“ finde ich, um es vorsichtig auszudrücken, „unterkomplex“.
     
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  13. ppue

    ppue Mod Experte

    Das hat er nicht geschrieben.
     
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  14. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ich würde die Beiträge #4 und #7 ziemlich genau so lesen.
    Der erkennbar satirische Beitrag von @altoSaxo lässt mich vermuten, dass ich damit nicht alleine bin.
     
  15. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Also wir machen das mit unserer Gage so.
    Wir versaufen und verhuren den größten Teil unserer Gagen, und mit dem Rest machen wir dann irgendwas unvernünftiges . :duck:
     
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  16. altoSaxo

    altoSaxo Strebt nach Höherem

    Vorsicht, Glatteis!

    Bzw. gib mir bitte Bescheid, wenn das Finanzamt das abnickt. Denn dann setzte ich meine Arbeitszeit als Werbungskosten an und kriege die komplette Lohnsteuer erstattet. ;)
     
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  17. korfi62

    korfi62 Schaut öfter mal vorbei

    Warum muss ich jetzt bloß an die Blues-Brothers denken, als die in Bobs Country Bunker als "The Good Old Blues-Brothers-Boys-Band" nach Verrechnung ihrer Gage noch 300 Doller draufzahlen sollten

    Da dürfte dann auch das Finanzamt keine Einwände haben.
    :)
     
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  18. mcschmitz

    mcschmitz Strebt nach Höherem

    Das Draufzahlen entstand ja, weil sie das von der Band konsumierte Bier bezahlen sollten, da nur die 1. Runde auf‘s Haus ging.
    Ließe sich das evtl. unter „Betriebsmittel oder -Stoffe“ absetzen?
     
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  19. Argonrockt

    Argonrockt Ist fast schon zuhause hier

    ...und auch Hobbyband-Leader sind beim Stellen von Gesamtrechnungen, wenn nicht als GbR beim Finanzamt veranlagt KSK pflichtig! Also besser dem Kunden Einzelrechnungen stellen.
     
  20. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    Ich verstehe das nicht warum alle immer glauben dass dass ich keine Steuern zahlen wollen..
    Am Ende erwartet man vom Staat Musikschulen und den Unterhalt von Infrastruktur...
    Aber dafür bezahlen, nein wieso..
    Irgendwie schräg so eine Sicht..
     
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