Akute Synkopie....wer leidet noch darunter? Was tut ihr dagegen?

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von Dreas, 29.November.2017.

  1. flar

    flar Guest

    Moin, moin Andreas

    Ich denke mal das mit dem Perkussioninstrumenten ist schon mal eine grundsätzlich gute Idee, das kannst Du aber auch mit dem Sax machen.
    Am besten spielst Du mit einem Lied mit wo die "Unds" deutlich hervortreten.
    Polka wird Dir nicht so liegen und da müßtest Du Dir auch ggf. Noten besorgen, nur für den Fall das doch 2. oder 3. Tenorhorn in Deinem Fall.

    Ska wird Dir vermutlich eher liegen, wenn Du da etwas bekannteres auswählst, einfach Chords und den Titelnamen in die Suchmaschine eingeben und mit den Akkordgrundtönen das Lied begleiten.
    So wie 47tmb es oben beschrieben hat, auf 1,2,3,4, kurz einatmen die "Unds" spielen, wird häufig auch als Nachschlag bezeichnet.

    Das wird vermutlich einige Takte gut gehen, bis Du anfängst zu hecheln, einmal richtig Luft holen und wieder probieren einzusteigen.
    Um ein Gefühl für die Sache zu kriegen ist das mit dem Luft holen ganz gut, um einen Titel komplett durch zu stehen eher nicht.
    Darum solltest Du wenn Du ein Gefühl für den Nachschlag entwickelt hast probieren nur auf der 1 zu atmen und den Rest des Taktes ohne erneut Luft zuholen durch zu spielen.
    Wenn das rhythmisch klappt probier mal nur jede zweite 1 einzuatmen. Bei einem mittleren Tempo sollten irgandwann vier Takte ohne Probleme zu schaffen sein.

    Wenn das sicher gespielt wird wäre der nächste Schritt einen Takt den Nachschlag zu spielen und jeden zweiten Takt auf 1 eine achtel Pause dann zwei viertel Noten und eine Achtel auf die 4und zu spielen.
    Dann hast Du schon mal Deine Synkopen. Wenn Du die Übung aus bauen willst kannst Du auch die 4und überbinden zur nächsten eins und die Synkopen über mehre Takte durch spielen.

    Das mit dem Nachschlag wird am Anfang gar nicht so einfach sein weil es auch gar nicht so leicht ist sich im Takt zu orientieren, "war das jetzt 3und oder schon 4und im zweiten Takt oder im dritten?" :eek:
    Wenn man es aber erstmal gefressen hat wird es vor allem eins, schnell langweilig!;)
    Der Übergang zu den zwei Synkopen dürfte dann etwas schneller klappen, schwieriger wird es allerdings wieder wenn die nicht mehr auf einem Ton laufen sondern in einer Melodie auftauchen
    und vor allem nicht mehr so regelmäßig an der gleichen Stelle sind und nicht mehr von dem Nachschlag "eingerahmt" werden.
    Aber als "Starthilfe" wäre das geschriebene vielleicht einen Versuch wert.

    Viele Grüße Ralf
     
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  2. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Übestoff sammelt sich ja hier reichlich...:D

    Übrigens bei neuen Stücken komme ich besser zurecht. Stücke, die ich schon lange spiele und bei denen ich einen unkorrekten Rhythmus verinnerlicht habe umzulernen ist echt schwer.

    CzG

    Dreas
     
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  3. 47tmb

    47tmb Ist fast schon zuhause hier

    Irgendwann kommt man dann zum "virtuellen Einatmen" (auf der 1,der 2,der 3, der 4)......
     
  4. TSax80

    TSax80 Ist fast schon zuhause hier

    Pat Metheny sagte mal, alle Musiker sollten Schlagzeug spielen, damit bei allen die time stimmt. Ohne gute time geht nix, mit guter time fast alles. ACDC zum Beispiel haben (oder hatten) auf ihren frühen Platten einfach eine sagenhafte Kombi aus Schlagzeug und Bass, auf diesem Fundament klingt fast aller Kappes gut.
     
  5. 47tmb

    47tmb Ist fast schon zuhause hier

    Dies unterstellt, dass alle Leute, die das Schlagzeug bedienen die time halten (können):duck:
     
  6. Sandsax

    Sandsax Ist fast schon zuhause hier

    @Dreas

    Ich glaube Deine Selbstdiagnose hinkt.
    Nach dem was Du schilderst, leidest Du eher an einer überaus hartnäckigen chronischen Synkopose… :woot:
    Akuten Synkopien ist deutlich besser beizukommen!

    Gute Genesung :nurse:

    :wink:
     
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  7. TSax80

    TSax80 Ist fast schon zuhause hier

    Hauptsache, es wird keine Synkophobie...
     
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  8. flar

    flar Guest

    Moin, moin 47tmb

    Jo genau, ich mache immer Atmen, Ton und dann immer weiter gedachtes Hmm, Ton.
    Im Polkatempo acht Takte und dann Wiederholung, die oft dann tatsächlich auch da steht! :D :D :D

    Wenn man bei den Proben 2.Stimme Ersatzalt spielt und bei den Auftritten, wo das Eigentlichalt eingentlich immer da ist, ;)
    kein Tenor zu ersetzen ist bekommt man die Eb Horn Stimme.
    Neben 5 Jahren Ska Band Erfahrung von vor ganz lange her, weiß ich also auch aktuell wo von ich beim Nachschlag so Rede! :(
    Aber es gibt auch Lichtblicke, jeder dritte oder vierte Titel in der Eb Horn Mappe ist eine F Horn Stimme, das hält wach und ist auch sehr lehrreich.
    (Im Prinzip das selbe als wenn man mit dem Tenor eine C Stimme spielt, sehr schöne Übung!)
    Auch sehr interessant wie schwer es ist richtig zu Intonieren wenn man einen ganzen Titel lang F,G und A in der unteren Lage nur als kurze Töne gespielt hat und in den letzten vier Takten in den höchsten Tönen plötzlich mit den Trompeten um die Wette dudelt.

    Tenor spiele ich aber trotzdem lieber! :cool:

    Viele Grüße Ralf
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 30.November.2017
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  9. giuseppe

    giuseppe Ist fast schon zuhause hier

    Komm etwas zu spät hier, will aber dennoch meinen Senf dazugeben:

    Ich sehe zwei Aspekte, damit das mit den Synkopen und Offs klappt.
    Zum einen muss der "innere Puls" bombenfest sitzen. Ich glaube, darauf zielen die Anmerkungen von @Ton Scott und allen, die die Füße oder Tanz (@xcielo) ins Spiel bringen. Bei mir war es früher auch immer der Fuß (bis der Schienbeinmuskel brannte). Für den Off-Beat hat mein Fuß oben in der Luft dann auch einen imaginären Anschlag gehabt, denn ich nur mit dem inneren Ohr/Fuß hören oder fühlen konnte, aber ganz deutlich. Bei mir gings also auch nur über das präzise Klopfen und mathematische Zerlegen. Mittlerweile ist der Fuß einem imaginären Fuß gewichen, und dieser wiederum einem imaginären formlosen Taktgeber. Ich erinnere mich aber deutlich, dass das in meinen ersten Musikerjahren nicht so war.

    Ein anderes Problem ist das assimilieren lassen durch einen "äußeren Puls", was meines Erachtens nochmal mindestens genauso schwierig ist. Wer kennt das Phänomen: Der Drummer zählt flott ein, so ca. 210 bpm, die Rhythmusgruppe spielt ein 8-taktiges Intro in diesem Tempo - und dann kommen die Hörner. Und die knallen das Thema bombig heraus, und zwar in absoluter Einigkeit bei 190 bpm. Es gibt kein verzögern oder bremsen, der Tempowechsel ist ein scharfer Cut und die Rhythmusgruppe ist chancenlos. Ich habe das so oft gehört und selber erlebt und finde es zum Mäuse melken, weil man es selbst bei den besseren Musikern (in meiner Liga versteht sich) kaum rausbekommt. Das Problem ist meist nicht, dass es nicht schneller ginge, sondern dass das Tempo, dass man im Ohr hat, bzw. der eigene "innere Puls", versuchen sich gnadenlos durchzusetzen. Und um dieses Problem anzugehen ist meines Erachtens das üben mit Metronom unersetzlich. Wenn man die schwierigen Rhythmen in Tempi kann, die die innere Uhr erstmal nicht spielen will (meist sehr langsam oder schnell), kann man sie auch im Bandkontext mit anderen problemlos abrufen.
    Meine wichtigsten Rhythmuslehrer in Sachen Jazz waren übrigens die Basie- und die Ellington-Band, vorzugsweise (aber nicht nur) bei Begleitung von Sängern/Sängerinnen. Gerade die synkopierten Back-Ups und Kicks, die da oft zur Anwendung kommen, brauchten bei mir zig Wiederholungen im Mitsingen und Mitspielen, bis ich sie "tight" mit der Band raushauen konnte. Diese alten Aufnahmen bergen wirklich einen Schatz an Timing-Schule, das Mitspielen und Mitsingen kann ich da jedem wärmstens empfehlen, der mit der Musik auch was anfangen kann.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1.Dezember.2017
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  10. 47tmb

    47tmb Ist fast schon zuhause hier

    Sinngemäße Zitate von meinem jetzigen BigBand-leader, zwei Dozenten auf unterschiedlichen Jazz-WS (davon einer ein Gitarrist) und einem Gast-Dozenten auf eine SAX-WS:

    "Wenn Du Swing lernen willst, höre Basie. Alles!"

    Cheerio
    tmb
     
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  11. Florentin

    Florentin Ist fast schon zuhause hier

    Sagt der Schlagzeuger zum Bassisten: "Du, was isn eigentlich eine Synkope?" Bassist: "Na, Deine Eins zum Beispiel ..."
     
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  12. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Kleine Übung:
    Metronom auf ca. 40 (oder langsamer).
    Tonleiter, Arpeggio spielen.
    Z.B. Durtonleiter von g' bis a''. Zuerst (genau!) in Vierteln, dann in Achteln, Sechzehntel, Zweiunddreißigstel legato.
    Man kommt dann drauf, dass die Time (bei mir ist das halt so) nur für einen bestimmten Bereich ausreicht.
    Man muss nicht nur Melodien lernen, sondern auch Tempi. Amen.

    Cheers
     
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  13. Nilu

    Nilu Ist fast schon zuhause hier

    40 ist brutal hart, bei einem unsportlichen Ruhepuls von 74 aufwärts.
    Eine Herausforderung der Geduld, zumindest bei den Vierteln.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2.Dezember.2017
  14. guemat

    guemat Ist fast schon zuhause hier

    Transkribieren, transkribieren...
    Dexter Balladen zB der Kerl swingt bis in die 32tel....

    und Eins und Drei "vergessen", nur zwei und Vier zählen

    lg

    gue
     
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