Der Blaswiderstand

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von ppue, 10.Juli.2019.

  1. ppue

    ppue Experte

    Gerade noch einmal probiert: ich halte einen Gefrierbeutel an das Ende des S-Bogens, sauge ihn leer und blase mit meinem normalen Blasdruck in das Mundstück, sagen wir im Mezzoforte. Nach 20 Sekunden ist der Beutel voll. Fülle ich den Beutel voll mit Wasser, passen da 1,8 Liter hinein.

    Durch das Mundstück und das Rohr fließen also in der Sekunde (1,8l/20sec) 0,09l, sagen wir der Einfachheit halte 10 Zenti-Liter. Der Tenor-S-Bogen hat einen Einlassradius vom 6mm, macht nach Pi*Daumen hoch 2 eine Fläche von 113 mm2, machen wir der Einfachheit halber 100mm2 oder einen Quadratzentimeter.

    Es fließen also ca. 10 cl Luft in einer Sekunde durch die Öffnung. Auf die Strecke umgerechnet beträgt die Geschwindigkeit also 10cm/h, was umgerechnet 0,036 km/h sind.

    Ich bin weder Mathematiker noch Physiker. Können die Physiker die Rechnung einigermaßen nachvollziehen?

    Nur mal, um eine Vorstellung von der Windgeschwindigkeit im Rohr zu bekommen.
     
  2. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier

    Ich glaube das ist ein Missverständnis.
    Wenn Du ein G greift und auf die Membran klopfst wird der erzeugte Ton ein G sein. Egal wie schnell du klopfst. Im Extremfall kannst Dein Gehör die einzelnen Impulse nicht mehr unterscheiden und Du nimmst das Ganze als Dauerton wahr. Probiers mal aus. Die Tonhöhe ändert sich nur wenn Du einen anderen Ton greifst, also eine andere Luftsäulenlänge mit Deinem Geklopfe anregst.

    Aber wir rutschen hier immer mehr out of topic. Hier gehts um Blaswiderstand und nicht um stehende Wellen. Schwingungsknoten, Reflexionen am Luftsäulenende und Abschlussimpedanzen.
    :topic:


    SlowJoe
     
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  3. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Und die entscheidende Frage: Hört man den gefühlten geringeren Widerstand?
     
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  4. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Windstärke 1, ein leichter Hauch auf der Haut, hat 1 - 5 km/h....

    CzG

    Dreas
     
  5. ppue

    ppue Experte

    Ja, aber es gibt eine Menge Halbwissen, meines eingeschlossen. Ohne grundsätzliches Verständnis dessen, was im Korpus passiert, kommen wir nicht weiter.
    Zum Beispiel wäre es interessant zu wissen, ob man durch eine stehende Welle schlechter durchpusten kann als durch Luftteilchen in der Normalverteilung. Anders gefragt: Bietet die stehende Welle einen Luftwiderstand?
     
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  6. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Bietet das Schwimmen im Wellengang mehr Widerstand als im komplett ruhigem Wasser? Ja, oder?

    CzG

    Dreas

    P. S. Die Wassermoleküle bleiben beim Wellengang auch an der gleichen Stelle....
     
    Zuletzt bearbeitet: 11.Juli.2019
  7. kokisax

    kokisax Strebt nach Höherem

    @Ton Scott ,
    ich denke man spürt den Widerstand, bis das System zu schwingen anfängt.
    Ein "totes" Neck würde sich da sicher ziemlich stur zeigen, bis es anspricht.
     
  8. ppue

    ppue Experte

    Aber nur durch das auf und ab. Man müsste das beim Tauchen ausprobieren, wo man ja auch durch die verschiedenen Dichten schwimmt. Der Körper ist auch nicht direkt mit einem Wassermolekül vergleichbar (-;
     
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  9. Ton Scott

    Ton Scott Freak

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  10. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier

    Puuuh, heisse Frage. Ich habe hier etliche unterschiedliche Saxophone vom eher "leichtgänginen" SX90R über MK VI, SBA, BA, Conn Ladyfave Buescher 400 etc. Alle haben, wie Du mir unschwer glauben wirst einen anderen Widerstand. Zumindest empfinde ich das so. Und alle klingen anders. Zumindest höre ich das so.
    Wie die Klangunterschiede mit dem Widerstand beim reinpusten zusammenhängen kann ich nicht beurteilen. Zumal mir an jeder dieser Tröten ein anderes Mundstück gefällt.
    Und ich mich weder vom Können noch von der Flexibilität beim Einfühlen in ein anderes Instrument mit Dir vergleichen kann

    SlowJoe
     
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  11. ppue

    ppue Experte

    A hat weniger Widerstand, schätze ich mal. Bei B muss du arbeiten und formen, bei A fließt der Sound locker aus dem Horn, baut aber keine sonderlich komplexe Welle auf.

    Wenn es so wäre, entspräche es den gängigen (Vor-)Urteilen (-:
     
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  12. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier

    Gefühlt spricht für mich das Sax in der ersten Aufnahme leichter an....

    SlowJoe
     
  13. kokisax

    kokisax Strebt nach Höherem

    Vom Gefühl her denke ich herauszuhören, daß A "weicher" anspricht und somit den gefühlt geringeren Blaswiderstand aufweist.
    Bei B scheint die "Trennschärfe" der Töne höher zu sein, was auf den etwas höheren Blaswiderrstand zurückschliessen läßt.
    Aber jeder Saxophonist stellt sich auf sein Horn und seinen Blaswiderstand ein und kommt meistens damit klar.
    Beim Zuhörer kommen lediglich Nuancen an.

    kokisax
     
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  14. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier

    Klanglich gefällt mir die zweite Aufnahme besser.
     
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  15. ppue

    ppue Experte

    Absolut.
     
  16. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Sehe ich auch so.

    Der Ton klingt anders, ich würde nicht sagen, dass es leichter anspricht - im Sinne von "ich muss mich plagen". Es ist eher so, dass rund um einen "Grundton" ein komplexes Gebilde ist. Beim ersten (A) ist das eine relativ flache Soße.

    Wie gesagt, es "gehen" beide ganz leicht.

    Jo. Ist auch ein Selmer, hehe.

    Für meine Ohren ist es schon wesentlich besser, wenn ich von der Kombination MPC mit wenig "Widerstand" auf ein MPC mit mehr davon gehe. Das ist das erste Horn, ein unlackiertes Cannonball, (das zweite ist ein Selmer Reference 36).

    Hier das Cannonball mit einem Mundstück, das noch dazu enger ist (statt 8 wie vorher 7*), und gleicher Blatthärte.
    Ob das Mundstück einfach besser dazupasst oder man als positiv empfindet, dass ich mehr arbeiten muss - ich weiß es nicht :)

    https://www.dropbox.com/s/1hom73djru6i5lh/A1.wav?dl=0

    Vielleicht könnt Ihr meine Meinung verstehen, dass für mich weniger Widerstand nicht unbedingt etwas Positives ist.

    Grüßle, Ton
     
  17. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Das Volumen, das Du reinbläst, kommt auch am anderen Ende wieder raus. [ml/s]

    Weil aber der Durchmesser (Querschnittsfläche) größer wird, ist die austretende Geschwindigkeit kleiner. Deswegen spürt man sie nicht so stark.
     
  18. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Ist das die entscheidende Frage (in diesem Thread)? Glaube ich nicht.

    Ich bin der gleichen Meinung (kommen wir nicht beide von der Klarinette?). Aber das war doch auch nicht die Prämisse in diesem Thread.
     
  19. kokisax

    kokisax Strebt nach Höherem

    Sagte ich doch : Venturi Effekt...... !
    Die Luft wird aber verbraucht, weil jedes Mal, wenn das Blatt wieder aufmacht es wieder durch den Luftstrom angeregt werden muß um in Schwingung zu bleiben. Daß Luft verbraucht wird, sieht man doch daran, daß man irgendwann wieder atmen muß.
     
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  20. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Mich hat's bloß interessiert.
    Hätt ich da was rausgebracht, hätt ich mit dem Saxophon nicht begonnen.
    Im Ernst: Es kommt schon oft so raus, dass weniger Widerstand besser wäre.

    Grüßle, Ton
     
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