Der Vibrato-Thread

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von Ton Scott, 14.Dezember.2017.

  1. albsax

    albsax Ist fast schon zuhause hier

    @Ton Scott
    eine sehr schöne & spannende Idee, zu der ich auch gerne etwas beitragen möchte.

    "For all we know" würde mich sehr reizen, ich kann aber leider die nächsten Tage nicht aufnehmen. Ich habe gestern aber zum ersten mal mit meinem neuen Tascam eine Aufnahme gemacht, die vielleicht zum Thema paßt (wenn auch lange nicht mit der Versiertheit von Wuffy oder Dir)

    https://hearthis.at/albsax-ot/misty-albsax/
     
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  2. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Ist doch sehr schön, aber leider ist das Saxophon sehr leise im Verhältnis zum Playalong.
    Kannst Du es neu abmischen?
     
  3. reiko

    reiko Ist fast schon zuhause hier

    Interessantes Thema. Ich krieg das Vibrato und die Bendings ja nicht weg, sobald ich die Seele baumeln lasse kommen sie. Mir fällt bei @Ton Scott auf, dass im tiefen Register weniger schnelles Vibrato (von der Frequenz her) kommt als im hohen und auch weniger intensives (von der Amplitude her). Ich finde es im hohen auch leichter. Über Hüllkurven habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Eigentlich eher darüber, wie ich es wieder los werde, weil mir ständig gesagt wurde das sei altmodisch und neuerdings sogar verpönt.
    Werd mal probieren mich in der Richtung wieder etwas auszuleben. Das vorgeschlagene Stück ist ja wie gemacht für Vibrato und Bendings.
    Erinnert mich übrigens an folgende Geschichte aus meiner Kindheit:
    Ich fragte meine Mutter, warum Schnurrbärte bei Männern nicht mehr modern seinen so wie früher. Sie antwortete mir, das es daran läge, dass es viele Männer mit spärlichem Bartwuchs gibt. Die hätten sich zusammengetan und dafür gesorgt, das Bärte unmodern werden.
    ;)
     
  4. last

    last Ist fast schon zuhause hier

    Ich habe mich mal der Aufgabe des Meisters ;) gestellt...
    Und das ist alles, was bei mir im vierten Lehrjahr drin ist...



    Timing und Vibrato sind eher Glückssache :)...
    Aber ich übe einfach noch ein bisschen - so 20 Jahre noch (hoffentlich;))...
    LG

    :)last
     
  5. ppue

    ppue Experte

    Das ist gut vom Vibrato her. Sehr unaufgeregt und ausgeglichen. Der Sound ist mir ein wenig zu feucht (-;
     
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  6. reiko

    reiko Ist fast schon zuhause hier

    Ich hab jetzt mal eine Aufnahme gemacht, bei der ich es nicht sehr bewusst eingesetzt habe. Eher die Seele baumeln lassen.
    Mir fallen zwei Dinge auf:
    1. die Frequenz des Vibratos scheint mehr oder weniger immer gleich zu sein, bis auf ein paar Stellen an denen ich dann doch bewusst eingegriffen habe.
    2. im oberen Register finde ich es aufdringlicher als im unteren, da sollte ich mich zurücknehmen - obwohl wenn ich an Sydney Bechet denke ...

    @last sehr schön und unaufdringlich gemacht. Was bei dir zu feucht ist bei mir zu trötig. Ich habe schon die Position im Raum verändert, geholfen hat es aber nicht viel.

     
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  7. last

    last Ist fast schon zuhause hier

    Lieber @ppue und lieber @reiko !

    Vielen Dank für die netten Rückmeldungen! Ja - mir ist es selbst auch zu feucht :)... muss am ostfriesischen Wetter liegen! :)
    @reiko ... ich finde Deine Aufnahme nicht zu trötig...und auf jeden Fall hast Du einen sehr hohen Wiedererkenungswert! Ich behaupte mal, dass ich mittlerweile sofort hören kann, ob ein Stück von Dir gespielt wird. Und im Gegensatz zu meiner Aufnahme, bei der das Vibrato tatsächlich eher Glückssache ist, hört man bei Dir deutlich, dass Du es sehr gekonnt und genau einsetzen kannst.
    Hier noch ein zweiter Versuch (weniger feucht ;)) und mit dem anderen Playback aus dem Tuben-Link...



    LG

    :)last
     
  8. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Danke für den Beitrag, ich hab mir ein paar Gedanken dazu gemacht (auch aus Eigennutz :))

    Du machst es so, dass Du den Ton zu tief anspielst (locker lässt), und dann mit dem Druck das Vibrato formst. Ich finde das in Ordnung, klingt halt oldschool. Wenn es Dich stört, überlege mit...

    Ich hab's halt so gelernt, dass mein Voicing einen Teil der Tonhöhe übernimmt, und ich (wahrscheinlich) mehr Vibrato um die korrekte Tonhöhe nach oben herum mache. Die Geschwindigkeit ist nur ein Teil von oldschool. So wird es dann (wie mein Lehrer auch meint) mehr Intensität als Tonhöhe. Vielleicht meint das auch der Mister Buckland.

    Ich hab versucht, dieses Vibrato ein wenig nachzuahmen (und sicher ein wenig übertrieben), und zwischendrin ein wenig hin- und herzuswitchen.


    https://www.dropbox.com/s/deprmlow7554rht/Pitching.mp3?dl=0



    Danke jedenfalls, Dein Beitrag hat es mir bewusster und mich weitergebracht!
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.Dezember.2017
  9. last

    last Ist fast schon zuhause hier

    Ich finde oldschool toll! Fast immer! :)
     
  10. last

    last Ist fast schon zuhause hier

    Hört Euch mal bitte das Vibrato an!!!

    Wynton Marsalis meinte dazu: "There is no greater sound on earth, than Joe Temperley on a horn."

    ...und ich finde, da hat er recht!



    LG

    :)last
     
  11. ppue

    ppue Experte

    Ich höre eindeutig ein Tonhöhenvibrato und kein Vibrato des Voicings. Mit dem Tonhöhenvibrato geht meistens auch ein Lautstärkevibrato einher, wie man hier schön sieht ...

    vibrato.png

    ... und auch stark verlangsamt hört:



    Die Lautstärke ändert sich automatisch durch den engeren und weiteren Spalt zwischen Blatt und Mundstück beim Ziehen des Tones. Diese für mich ganz normale Art des Vibratos ist eigentlich die einzige, die ich kenne. Ja, gibt noch ein Gaumen-Lautstärkevibrato, ist aber ungewöhnlich.

    Beim Vibrato hat man im Grunde nur zwei Parameter zur Verfügung: Tonhöhenausschlag und Schnelligkeit des Vibratos. Ein Sägezahnvibrato wie im Film halte ich für Unfug.

    Entscheidend für mich ist allerdings, wie ich das Vibrato einsetze. Bei kürzeren Tönen gar nicht und bei längeren erst gegen Schluss. @reiko setzt es sehr früh im Ton an und @Ton Scott hat es zur Übung über den ganzen Ton gelegt. Ich spiele lange Töne oft gerade an und mache kurz vor dem Schluss des Tones noch ein, zwei Vibratoschlenker.
     
  12. ppue

    ppue Experte

    Ach, vielleicht auch interessant: @Ton Scott 's Ton schwingt +5 Cent nach oben und -46 Cent nach unten um den Grundton. Es ist also genau ein Viertelton, um den es vibriert.
     
  13. Ton Scott

    Ton Scott Freak


    Wenn ich die Tonhöne generell viel durch Druck mache (sagst Du ja oben selbst), kann ich nur mehr nachlassen.
    Wenn ich vom "lockerer" spiele, habe ich Luft nach oben.
    Bei Reiko und bei mir in der Übung kommt das Vibrato sehr stark vom Kiefer, nachlassen und drücken.
    Wenn ich wechsle weniger, auch der Ausschlag ist kleiner.

    Grüßle, T.S.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.Dezember.2017
  14. ppue

    ppue Experte

    Verstehe ich.

    Hm. Verstehe ich nicht. Was wechselst du?

    Du vibrierst 5 Cent nach oben und 46 Cent nach unten. Willst du das so oder war es anders gedacht?

    Den ganzen Voicingkram, der was ersetzen soll, verstehe ich auch nicht. Auch wenn ich mich ein wenig anstrenge.
     
  15. xcielo

    xcielo Gehört zum Inventar

    [offtopic] Was freue ich mich auf meine Bassklarinette :) [/offtopic]
     
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  16. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Heyo,

    was ist daran so schwer zu verstehen?
    Ich kann die Tonhöhe auf verschiedene Sachen machen. Unter anderem durch Druck gegen das Blatt.

    Wenn Du richtig zuhörst, hörst Du, dass der Ton bei Reiko am Anfang immer mächtig zu tief ist, was Teil dieses Vibratos ist.

    Aber kein Problem, wenn Du nicht willst, willst Du halt nicht.

    Cheers
     
  17. ppue

    ppue Experte

    Bei dir ist das Vibrato auch tief. Deshalb meine Frage, ob es so gewollt ist? Gar nicht wertend gemeint, schätze, meines ist auch nach unten weiter als oben drüber.
     
  18. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Moin,

    Praktisch, dass es Weihnachtsfeiern gibt

    Praktisch, wenn man dann alleine zuhause ist

    Praktisch, wenn man noch bis nach Mitternacht tröten kann, ohne Jemand zu stören

    Praktisch, wenn man einem gerade heute fertig gewordenes altem VKS-Kohlert Alto zum ersten Male nach Jahrzehnten wieder Töne entlocken kann.

    Unpraktisch, weil man das Instrument überhaupt noch nicht kennt und weil es doch nicht so einfach zu bedienen ist, wie die Gewohnten.

    Egal......hier mein nächtliches Vibrieren..ohne aber zu denken, was ich da machen muss oder sollte (Sinus-Sägezahn-Dingens &Co.)

    Ein paar Bendings habe ich aber zum Spass noch mit einfließen lassen.

    https://hearthis.at/wuffysax-mn/for-all-we-knowbmavip-17-dez-2017/5Zq/

    Schöne Restnacht

    LG Wuffy
     
    Zuletzt bearbeitet: 17.Dezember.2017
    reiko, Atkins und last gefällt das.
  19. xcielo

    xcielo Gehört zum Inventar

    Moin,

    ich hab mal die mir möglichen verschiedenen Varianten auf dem klingenden Ton C#'' (auf dem Alt ein Bb'') versucht auszuloten. Eben mit dem Handy in meiner Box aufgenommen, also nicht das beste Klangerlebnis, aber zu Demonstrationszwecken sollte es reichen.

    Erst mal ganz ohne Vibrato:


    Dann ein normales Kiefervibrato:


    Und das Gleiche in Stark:


    Schliesslich zwei gegenläufige Versuche, es asymmetrisch hinzukriegen, hört sich an wie Heulboje:



    Es folgt das mir inzwischen lieb gewonnene Zungenvibrato, also nur durch Bewegung der Zunge im Mundraum ausgelöst:


    und ein Versuch, es nur im Hals/Rachenraum vibrieren zu lassen:


    Zuletzt noch eine Art Flötenvibrato, also nur aus der Atmung heraus:


    Für mich war und ist es interessant, meist benutze ich wohl eine Kombination von Kiefer, Zunge und Hals. Die Frequenz ist bei mir relativ stabil und orientiert sich an meinem Flötenvibrato, welches ja mehr oder weniger zwangsläufig ist.

    Vielleicht findet ja auch der Ein oder Andere hier das auch interessant.

    Gruß,
    Otfried
     
    flar, Taiga, ppue und einer weiteren Person gefällt das.
  20. ppue

    ppue Experte

    Schöne Studien, Otfried. Ich finde, das Flötenvibrato klingt auf dem Sax nicht. Die Heulbojen sind auch raus (-: und was bleibt, ist ein ganz normales Vibrato, welches man nach Gutdünken stärker, schwächer, weiter oder enger spielen kann.

    Das Zungenvibrato nehme ich dir nicht ab. Ich habe das ausprobiert und bekomme damit keinerlei Veränderung des Tones hin, egal, was meine Zunge auch anstellt. Ich würde dich bitten, das noch einmal zu probieren und genau drauf zu achten, dass oder ob Kiefer und Unterlippe sich keinen Deut bewegen.

    Ich kann ein Vibrato nur im musikalischen Zusammenhang bewerten, deshalb mache ich nicht solche abstrakten Studien und spiele einfach ein paar Töne hintereinander.
    Musikalisch heißt in meinem Fall, dass ich den Ton nicht gleich mit Vibrato belege, sondern erst gegen Ende. Was mir dabei auffiel, ist, dass ich das Vibrato immer mit der Erhöhung des Tones anfange, also daaaaaaaaioioio. Das höre ich bei Otfrieds zweitem Beispiel auch so.

    Am Ende habe ich ein auch noch ein Lautstärkenvibrato versucht. Zu guter letzt hören wir das gigantische Supervibrato (-:



    PS.: Die Frage war noch offen: Geht das Vibrato eher nach unten als oben? Habe ich nachgemessen: Bei mir schwankt die Tonhöhe recht gleichmäßig um den Anfangston. Ist bei @xcielo, so wie ich das sehe, auch so.
     
    xcielo gefällt das.
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