Nach welchen Kriterien wählen Profis ihre Saxe?

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von Gelöschtes Mitglied 5328, 5.Dezember.2013.

  1. GelöschtesMitglied5507

    GelöschtesMitglied5507 Guest

    Ich bin froh, dass ich Amateur bin. Da kann ich das Saxophon spielen was ich will. Meins muss nur so klingen, wie ich es mir vorstelle und muss technisch zuverlässig sein.

    LG cweg
     
  2. Rick

    Rick Experte

    Und ich finde, dass die Frage viel zu allgemein gestellt ist.

    Welcher Profi ist denn gemeint?

    Ein auf internationalen Festivals gefeierter Star hat andere Ansprüche und Bedürfnisse als der Musikschullehrer in der Provinz, der in seiner Freizeit mit spieltechnisch anspruchsvoller Avantgarde durch die Konzertsäle tingelnde Hochschuldozent unterscheidet sich von dem Unterhaltungsmucker, der schon mal bis zu 8 Stunden pro Gig auf der Bühne steht und einen Knochenjob erledigt, der "honkende" Rock'n Roller benötigt anderes Equipment als der coole Dinner-Jazzer... :roll:

    Wenn ich mich so auf Jam-Sessions bei den Kollegen umschaue, dann gibt es da grundsätzlich zwei Fraktionen:
    Die einen haben "ihr" Horn schon vor vielen Jahren gefunden und spielen es seither, die anderen suchen nach besonderen Vintage-Instrumenten für einen bestimmten Sound und probieren deshalb immer mal wieder rum.

    Ständig neue Sachen kaufen sich die wenigsten, und wenn, dann eher Mundstücke.

    --------------------------------------------

    Hallo JuJu,

    im Grunde genommen habe ich einen "Reparatur-Deal", meine Saxe werden jederzeit kostenlos von einem hervorragenden Holzblasinstrumentenbaumeister gewartet, das ist auch nicht zu verachten. ;-)


    Schöne Grüße,
    Rick
     
  3. saxhornet

    saxhornet Experte

    Ist das so? Sehe ich anders. Die meisten dieser Dinge (ok das mit gefeierter Star auf internationalen Festivals ist noch nicht erreicht, mal sehen ob das in diesem Leben.... :-D ) mache ich persönlich alle mit dem gleichen Horn und das kann es auch, dafür brauch ich nicht eigene Hörner aber danach wähle ich mein Horn auch aus, daß es sowas kann und das ist dann eins meiner Kriterien.

    Lg Saxhornet

     
  4. GelöschtesMitglied4288

    GelöschtesMitglied4288 Guest

    Hallo Dreas,
    wieso kein Conn Chu Berry? Ich hatte auch öfter mal überlegt, ob ich nicht etwas anderes spielen sollte (besonders wegen der Anprache). Doch der Klang hat mich immer wieder auf den Boden der Tatsache zurückgebracht. Was ist mir wichtig?? DER SOUND eben! Ich habe mit allem gekämpft: mit Intonation, Schnelligkeit, Ansprache, etc. etc. Und nach dem ganzen Training, meine ich heute, nahezu alle Genres bedienen zu können! Gerade das Chu Berry (oder nur meins???) hat so einen feinen Klang! Es brüllt nicht so los, wie manch anderes Vintage-Horn.
    Außerdem wählt sich doch schlussendlich jeder seinen Musikstil. Ich spiele das, was ich am liebsten mag. Auch auf der Bühne! (oder frag mal Troy Roberts & Olivier Temime, beides Conn-ChuBerry-Spieler!)
    Lieben Gruß,
    jazzwoman
     
  5. Ginos

    Ginos Strebt nach Höherem

    Hi Juju,
    < das kannst Du wirklich nicht verallgemeinern.
    Dem stimme ich uneingeschränkt zu ... es gibt eben nicht nur schwarz oder weiss.

    < Ein Freund von mir bekommt ständig Saxophone geschickt, als Geschenk, und die will er überhaupt nicht. Er probiert die noch nicht mal aus.

    OK, falls er mal wieder Platz braucht und bevor er sie wegwirft, ich nehm ein paar davon für meine Sammlung ... ;-)

    Spass beiseite,
    selbstverständlich jedem das was er will, braucht und sich damit wohl fühlt.

    Ein Thema zu dem Allgemeinaussagen sicher nicht zielführend sind. Da sind wir bestimmt rasch einer Meinung.

    Sax zum Gruß
    Oswald

     
  6. Ginos

    Ginos Strebt nach Höherem



    Thats reality ... nur wer bemerkt das schon und wen interessiert es ...
    MPC freaks ja, Sax Kenner ja .. aber die Masse bestimmt nicht... und von Menge leben die Hersteller.

    Sorry, das führt jetzt zu weit.

    Sax zum Gruß
    Oswald
     
  7. Gast

    Gast Guest

    [/i]


    da ist das mpc bestimmt vorher runtergefallen!
     
  8. Rick

    Rick Experte

    Hallo Saxhornet,

    klar, geht mir ähnlich, dann sind wir eben Allrounder - eine weitere Kategorie! ;-)

    Natürlich kann ich mit einem relativ neutralen Equipment sowohl lauten Rock als auch dezente Hintergrundmusik spielen, sowohl differenzierte, technisch anspruchsvolle Partien wie auch warm klingende Töne, kreischen und säuseln.

    Aber ich habe schon erlebt, dass "Spezialisten" (die sich auf eine bestimmte Richtung festgelegt haben) ihr Setup ganz auf eine bestimmte Eigenschaft (z. B. das "Röhren") hin auswählen, so extrem würde ich als Allrounder eben nicht vorgehen.

    Mir ist ein Fall bekannt, wo ein in der Rhein-Neckar-Gegend sehr bekannter Jazz-Saxofonist (Hochschuldozent) während eines sog. Jazz-Frühstücks fast schon vom Wirt aus dem Lokal geworfen wurde, weil er diesem für den Anlass viel zu laut war - das Mundstück war so offen, er KONNTE damit gar nicht leiser spielen. :-o

    Umgekehrt habe ich mir schon bei mancher Rock-Band in der Vergangenheit ein lauteres Setup gewünscht, wenn die Gitarristen mal wieder ihre Verstärker voll aufdrehten und ich dagegen selbst mit Mikro kaum eine reelle Chance hatte. :-(

    Ich kenne Vintage-Sax-Liebhaber, die bewusst gewisse Einschränkungen ihrer Hörner bei der Geläufigkeit in Kauf nehmen (sie würden auf moderneren Kannen manches leichter haben), doch das wäre wiederum für mich nichts. :roll:

    Selbstverständlich kann man grundsätzlich mit allem alles spielen, aber dem einen oder anderen liegt ein bestimmtes Horn oder Mundstück für einen bestimmten Spielweise schlechter oder besser.
    Ich kaufe mir nicht für jeden Zweck ein anderes Setup - mir sind aber Leute bekannt, die genau so vorgehen, vor allem wenn absehbar ist, dass sie bei dieser Verwendung (z. B. Klassik: Solo oder Orchester) bleiben.

    Das ist auch kein neues Phänomen, manche Alt-Stars wie beispielsweise Dexter Gordon berichteten meines Wissens davon, wie sie (zumindest in ihrer Anfangszeit) durchaus nach dem ihnen am besten geeigneten Equipment für Big-Band oder Combo suchten.


    Schöne Grüße,
    Rick
     
  9. Jazzquartett

    Jazzquartett Schaut nur mal vorbei

    Hallo Player!

    Die Frage nach dem richtigen Sax wird nie richtig beantwortet werden können, da die Qual der Wahl viel zu individuell ist. Ein gutes Instrument muß zum Spieler passen. Charlie Parker spielte jede Woche ein anderes Horn, oftmals sogar welche im schlechten Zustand. Und er klang trotzdem gut. Aber ein gutes Instrument macht noch keinen guten Spieler (sonst wär´s ja leicht)... Also hilft nur: ausprobieren und selbst entscheiden.

    Zum Begriff PROFI: Profi bedeutet meiner meinung nach nur, dass man von Musik leben kann - oft spielen Profis gut, aber es gibt viele Amateure, die an die Profis heranreichen.

    Liebe Grüße
    Jens
     
  10. Blasebalg

    Blasebalg Ist fast schon zuhause hier

    Sehe ich anders:

    Viele Profis können leider nicht von dem leben was sie professionell machen. Das war so, ist so und wird aller Voraussicht auch so bleiben...

    Zum Thema: Die Frage nach dem richtigen Sax ist bei Profis, wie auch Amateuren sicher eine absolut individuelle Entscheidung, basierend auf den Punkten, die dem einzelnen dann halt besonders wichtig sind.

    Es gibt da kein klares Auswahlprinzip.
     
  11. Gast

    Gast Guest

    sei mir erlaubt etwas hinzuzufügen und das aus erster hand.


    es gibt einige spieler die vor dem gig mit geliehenem geld ihr instrument in der pfandleihe auslösen. oft hatten diese leute wirklich hochwertige saxe, woher und wie auch immer. gerade diese hochwertigkeit führte dann zu der überlegung es auch relativ hochwertig in das pfandhaus zu geben, natürlich mit dem willen es KOMPLETT auszulösen.
    wunsch und wirklichkeit - und schon wieder war es verpfändet.


    ich gestehe gerne, dass ich des öfteren daran denke wenn ich wieder ein horn nach hause schleife und ein anderer damit geld verdienen könnte.

    die welt ist ungerecht.
     
  12. saxhornet

    saxhornet Experte

    Das mag die Definition sein aber nicht wie es allgemein gesehen wird. Ich kenne genug Amateure, die damit gutes Geld verdienen aber einfach nicht gut sind. Das sind für mich keine Profis, zumindest nicht am Instrument. Für mich, gehört, anders als bei der Definition des Begriffs, auch Können dazu. Ich kenne aber auch exzellente Amateure, die sehr sehr gut sind und genug erstklassige "professionelle" Musiker, die einen Zweitjob machen müssen.

    Lg Saxhornet
     
  13. saxhornet

    saxhornet Experte

    Klar gibt es die. Du suchst was Dir gefällt und zu Dir passt, Dir hilft deinen Sound umzusetzen, sich angenehm spielen lässt, Dir wenig Ärger bereitet und Du bezahlen kannst.
    Der Hauptunerschied zwischen Profi und Amateur ist doch, daß Dir Macken mit etwas Glück eher auffallen als dem Amateur und Du in punkto Sound und Handling pingeliger bist.

    Lg Saxhornet
     
  14. noodles

    noodles Ist fast schon zuhause hier

    A Jazz musician is someone, who puts a 5000 Dollar Horn into a 500 Dollar car, to drive 50 kilometers for a 5 Dollar job.

     
  15. Blasebalg

    Blasebalg Ist fast schon zuhause hier

    Das sind bereits mindestens 6 (sehr gute) mögliche Auswahlpunkte die du aufzählst. Diese haben aber meiner Meinung nach,für jeden individuell (unabhängig ob Profi oder Amateur) eine andere Gewichtung und es ist somit kein klares Auswahlprinzip was sich immer gleich abarbeiten lässt bei der Auswahl.

    Mir fallen Macken am Sax zudem schon mal auf, aber ich bin weit davon entfernt ein Profi zu sein. So steht bei mir natürlich immer ALS ERSTES im Raum, das ich vielleicht einen Fehler mache und nicht das das Sax eine Macke hat....Wenn ich nochmal in die Verlegenheit komme oder käme ein Sax auszuwählen, dann würde ich mich wieder an einen Profi (Lehrer oder Saxophonisten) wenden, der dann das Horn, oder die Hörner, welche mir persönlich sehr gut gefallen, auf Macken austestet...

     
  16. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    @Saxhornet:
    Auch wenn ich mein Geld nicht mit der Musik verdiene, glaube ich nach mehr als 30 Jahren Saxophonerfahrung in der Lage bin, wie ein sogenannter Profi, die für mich geeigneten Instrumente aussuchen zu können...

    @alle:
    Ansonsten finde ich die Frage eher müßig; denn die Kriterien sind doch sehr typen-bedingt.

    Es gibt bekannte Saxophonisten, denen ist das Instrument fast egal. Hauptsache es funktioniert.

    Und es gibt bekannte Saxophonisten, die suchen ewig.

    So - wie auch hier im Forum immer wieder heiß diskutiert wird.

    Und auch, wenn ungern hier gehört wird: Selmer ist bei alten und neuen Hörnern weiterhin weit vorne.

    Vor ca. 30 Jahren empfand ich dies noch extremer. Da habe ich im internationalen Jazzclub fast nur Selmer gesehen. Jeder meiner Mitsaxophonisten wollte ein Selmer haben und möglich ein Mark 6, wenn die Kohle irgendwie reichte.

    Heute scheint es eine offenere Haltung zu geben und die zukünftigen Profis spielen mehr, was ihnen gefällt.

    Dies begrüße ich!

    Gruß
     
  17. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Den Begriff sollte man wirklich mal sauber definieren.

    Wie in allen Berufen gibt es gute, mittelmäßige und schlechte Aktive.

    Warum soll dies bei Musikern anders sein?

    Gruß
     
  18. Gast

    Gast Guest

    danke, ja Michael

    ...Vor ca. 30 Jahren empfand ich dies noch extremer. Da habe ich im internationalen Jazzclub fast nur Selmer gesehen. Jeder meiner Mitsaxophonisten wollte ein Selmer haben und möglich ein Mark 6, wenn die Kohle irgendwie reichte...

    hype und wahrheit.

    augen zu und hören.
     
  19. Gast

    Gast Guest

    Wer oder was ist ein Saxophon-Profi?

    Euer Einverständnis vorausgesetzt, gehen wir wissenschaftlich vor.

    Wissenschaft ist die Summe aus These und Beweis. Formel: W = T plus B

    Ich persönlich kannte bisher nur Klaus Doldinger und Branford Marsalis, die auf der HP von Selmer aufgeführt sind. Dort kann man noch viele andere Künstler finden. Auch die anderen Profi-Marken handeln ähnlich, indem sie die bekanntesten Künstler auf ihren Internetseiten aufführen.

    Hat man es also bis dahin geschafft, ist man Voll-Profi.
    Der Profi-Nachwuchs und die genannten Voll-Profis haben eines gemeinsam: Sie können alles spielen! Der Vergleich hinkt zwar, aber ...

    Wäre dieses "alles spielen können" eine Zitrone, holen die genannten Personen auch das letzte Tröpfchen Saft aus der Frucht heraus. Dabei haben sie eine ganz bestimmte (subjektive und objektive) Klangvorstellung. Objektiv: Das Sax darf nicht klingen, wie eine Zitronenpresse. Subjektiv: Tröpfchen für Tröpfchen bis hin zum letzten Tröpfen Qualität im gesamten Register bis nichts mehr geht und dem Applaus - des Profis täglich Brot - nichts mehr im Wege steht.

    Bei den Preisen für Saxophone, vom Anfänger- bis hin zum Profi-Instrument, kommen wir Saxxer noch gut weg.

    Obleich es durchaus 24k vergoldete Querflöten gibt, sind auch heute noch viele Profis mit Vollsilber unterwegs.
    Die Semi-Profi-Modelle (Musiklehrer, Musikstudenten) enden so bei 10k, die Vollsilber-Modelle - je nach Ausführung der Löcher (gebogen oder gelötet) und Mundstück (vergoldeter Kamin) enden so bei 20k, und die 24k vergoldeten Modelle - ohne Gravur - können schonmal locker 100k Euros kosten.

    Aber, schaut doch mal selbst

    http://www.youtube.com/watch?v=tt27qUrVG7M
    http://www.youtube.com/watch?v=JkRkNAxHO20

    Genau so - analog dem Beitrag von Radio Bremen - seinem derzeitigen Repertoire entsprechend, sucht ein Profi-Saxophonist sein Saxophon aus.

    *winkt*
    Jörg








     
  20. cedartec

    cedartec Ist fast schon zuhause hier

    Profi = beruflich Saxophon spielen, sagt doch nichts darüber aus ob gut oder schlecht. Für Berufsmusiker (egal welcher Beruf, ob Lehrer, Band oder Orchestermitglied, Solist, Star oder was ich sonst noch vergessen habe zu erwähnen) muss ihr Arbeitsgerät doch funktionieren, damit sie ihrem Beruf nachgehen können, da wäre nach jedem Auftritt oder besser Arbeitseinsatz ein Besuch beim SaxDoc doch höchst lästig. Na ja und die Anforderungen sind ja wie man liest sehr verschieden, oder hat schon jemand irgendwelche immer wiederkehrenden Anforderungen gefunden?

    Cheers, gerhard
     
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden