Saxmasters

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von Ernesto, 21.März.2024.

  1. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Heißt das nicht "Krankhaftes Mißtrauen" in der Fachsprache?
    Wenn man die Unterrichtsangebote, die man findet, als nur für junge Menschen geltend empfindet und irgendwann das Gefühl hat, dass es als unanständig empfunden wird, wenn ein Mensch mit 57 Jahren Saxophon lernen will, und wenn man im Forum einen Thread eröffnet und nach dem ersten Kontra das Forum verlässt... da glaube ich schon, dass ein Lehrer mit Erfahrung sich so etwas nicht unbedingt antun will. Und zwar nicht des Alters halber.
     
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  2. scenarnick

    scenarnick Admin

    Liebe Leute, bitte spekuliert jetzt nicht über mögliche Gründe. Der User hat um Löschung gebeten, dem Wunsch haben wir entsprochen. Ende der Geschichte.
     
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  3. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Seltsam, ich finde das Layout sehr übersichtlich und gut aufgebaut.
    Sein Lehrmaterial das ich kenne und auch so wie er spielt, das ist weniger my cup of tea :)
     
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  4. khayman

    khayman Ist fast schon zuhause hier

    Vielleicht hat es sich ja in den letzten zwei Jahren auch ein wenig angepasst/verändert?
     
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  5. JES

    JES Gehört zum Inventar

    War bei mir ähnlich. Hinzu kam, dass ich schon ein wenig spielen konnte.... Das passte einigen potentiellen Lehrern so gar nicht ins Konzept.
    Als dann noch Juchem ausgepackt wurde als Lehrbuch... Ich bin gegangen.
    Wenig Gegenliebe gab es auch für meine Instrumente, alle etwas älter und etwas anders.... Nope.
    Vielleicht ist das in Ballungszentren einfacher, aber hier im nördlichen Münsterland ist das Angebot an Unterricht überschaubar, und wenn du nicht der norm entsprichst, wird es Glückssache. Oder du musst Fernunterricht nehmen (was ich nicht will).
     
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  6. tango61

    tango61 Strebt nach Höherem

    Was heißt nördliches munsterland
     
  7. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Naja, die inoffizielle Nordgrenze ist etwa die A30. Nördlicher ist dann Niedersachsen mit Emsland, Grafschaft und Osnabrücker land....
    Zur Nordgrenze kann ich zu Fuß in 10-15 Minuten laufen.
     
  8. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Die Frage war schon berechtigt, weil hinter der Landesgrenze das Oldenburger ML mit Vechta und Cloppenburg liegt.
     
  9. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Ich sprach aber von nördlichem Münsterland, und nicht nördlichem Oldenburger Münsterland. Und das Münsterland endet im Norden an der Grenze zu Niedersachsen...
     
  10. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Und wieder passt Greg Fishmans Aufsatz " Dear Fred", Letter to an adult learner" in die Diskussion. @Claus hat ihn hier 2011 gepostet. (Mir gelingt es gerade nicht, mit dem Handy einen Link zu setzen).
     
  11. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

  12. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Ist ja schon ein Weilchen her, dass ich den von dir zitierten Eindruck geschildert habe.
    Super, wenn die Webseite jetzt besser ist.

    Bei Gelegenheit schaue ich da mal rein.

    Gruß,
    Otfried
     
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  13. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Tja, und was ist die Konsequenz daraus, aus Sicht des Lehrers? Junge Schüler sind einfacher zu unterrichten, machen schneller Fortschritte...
    Bestätigt das nicht, dass potentielle Lehrer sich den Stress mit einem Erwachsenen als Schüler nicht antun wollen?
    Hinzu kommt m.E. auch noch, dass Erwachsene anders lernen, einen anderen Unterricht brauchen und anderes Material (mal abgesehen von der Qualität, ich habe bspw keine Lust aktuelle Stücke aus dem Radio ala Juchem/Dapper o.ä. zu spielen. Ich bin mit dem Zeug nicht groß geworden, es ist nicht meins. Gleiches mit Kinderliedern. Bei o'Neil wird aber schon sparsam geschaut... )
     
  14. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Ein wenig Demut steht auch einem Erwachsenen gut an.
    Dass da oft Kinderlieder sind hat einerseits den Grund, dass keine Rechte drauf sind. Zweitens ist das Zeug halt einfach zu hören, und es ist leichter, sich auf das Saxophontechnische zu konzentrieren.
    So gerne ich selbst die Songs im O'Neill höre - die Lieder modulieren oft stark.
    Dass jeder einen anderen Unterricht braucht würde ich jetzt nicht zum stärksten Teil auf einen Altersunterschied zurückführen.
    Ich habe alte Kinder und kindliche Erwachsene in meinem Kundenkreis.
     
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  15. Spacecat

    Spacecat Ist fast schon zuhause hier

    Was mir auffällt, dass z.B. fast sämtliche Spätstarter die sich nach außen zeigen, Karaoke-Sax von Beginn an als Weg und Ziel lieben. Kann mir vorstellen, dass es nicht immer leicht ist, Unterricht mit allen Schülerwünschen zu vereinbaren.
     
  16. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Ist das n Wunder? Ein zuverlässiger voll klingender Rahmen, der alles außer Rausfliegen verzeiht, peppt jedes Getröte zur wohlfeilen Hausmusik auf.
     
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  17. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Und das zieht Kreise: bei der Leistungsshow unserer klassisch ausgerichteten Musikschule präsentiert die Flötenlehrerin ihr Ensemble mit poppigem schön verhalltem Playalong. SchülerInnen und Eltern sind begeistert.
     
  18. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    You get, what you pay for.
     
  19. Cazzani

    Cazzani Ist fast schon zuhause hier

    Danke an @gaga , dass Du uns den Brief noch mal verlinkt hast!

    Greg Fishman an Fred: "Sie <die erwachsenen Schüler> stören ständig den Ablauf des Unterrichts und verlangen von mir, meine Ratschläge zu begründen." Das ist der einzige Punkt in Fishmans Brief, der mich sehr beim Lernen stören würde. Alles andere ist für mich eine sinnvolle Anregung zur Reflexion. Aber ich habe schon als Kind vor allem gelernt, indem ich überzeugt werden wollte, indem ich das Angebotene an möglichen Ausnahmen hinterfragt und überprüft habe, um es wirklich zu verstehen. Den Unterricht nicht durch Fragen nach guten Gründen stören zu dürfen heißt, mir als Schüler das aktive Lernen abzunehmen und stattdessen darauf zu hoffen, dass der gleiche Trichter für alle passt. So könnte ich nicht lernen.

    Ich kenne den Prozess des Unterrichts bis heute aus beiden Perspektiven, als Lehrer und als Schüler. Eine entscheidende Voraussetzung fürs Gelingen ist für mich, dass Lehrer und Schüler einander als Erwachsene behandeln und Klarheit über die beiden Rollen haben. Als Lehrer weiß ich, dass jeder Mensch seinen individuellen Lernweg hat. Ich muss versuchen zu verstehen, über welche Schwelle mein Schüler als nächstes will und kann und warum das dennoch gerade schwer ist, und ihn unterstützen, es selbst zu schaffen. Wenn Lehrer das gleiche Programm für alle Schüler verwenden, das kommt mir denkfaul vor. Lehren heißt doch, sich im Probieren und im Dialog mit dem Schüler vorwärts zu tasten.

    Als Schüler muss ich bereit sein, mich darauf einzulassen, dass ich mir für ein Spezialgebiet einen Profi gesucht habe. An zwei Stellen habe ich das in besonderer Weise erlebt: Als Student hatte ich einen Gesangslehrer, der war als Mensch sehr merkwürdig und redete über Alltagsdinge völlig bescheuertes Zeug. Aber als Gesangslehrer hat er mich weiter gebracht als mehrere andere Gesangslehrer vor ihm. Wahrscheinlich hat er gar nicht gemerkt, wie gut er für mich war - auf dem schmalen Feld Gesangsunterricht. Da habe ich gelernt, dass ich als Lehrer keinen Guru brauche, sondern eigentlich ein Spezialwerkzeug, dem ich auf diesem Lerngebiet vertraue. Das gehört für mich zum erwachsenen Lernen.

    Später, nachdem ich schon 15 Jahre als Berufsmusiker unterwegs war, habe ich noch ein kleines Aufbaustudium Jazz-Chorleitung gemacht. Da habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich von Leuten, die halb so alt sind wie ich, eine Menge lernen kann. Und dass es dafür egal ist, dass ich andere Dinge (als lebenserfahrener Mensch, aber auch als Musiker in anderen Feldern) besser weiß als sie. Denn ich bin nicht zum Rechthaben in den Unterricht gekommen, sondern zum Lernen in einem ganz speziellen Bereich, wo sie mir etwas Wertvolles bieten können.

    Üben und sich auf Anregungen einlassen ist das Hauptprogramm. Zusätzlich halte ich es beim Unterricht für Erwachsene (für Kinder in angemessener Form auch) für wichtig und produktiv, mir selbst beim Lernen (oder bei der Sabotage des eigenen Lernens, siehe Fishman) zuzuschauen. Meine derzeitigen Grenzen, Ungeduld und Motivationsschwankungen, Umwege und Sackgassen zu reflektieren. Und es braucht Vertrauen des Lehrers, dass der Schüler oder die Schülerin den eigenen Lernweg finden wird, auch wenn es nicht kontinuierlich vorwärts geht (dafür gibt es manchmal überraschende Durchbrüche, der Knoten platzt). Und Vertrauen des Schülers, dass es beim Lehrer etwas zu holen gibt, was der Schüler sich nicht selbst geben kann. Für mich ist es etwas Wunderbares, Erwachsene zu unterrichten und als Erwachsener weiter zu lernen, auch in klassischen Unterrichtsformaten. Dieses Lernen ist etwas Kostbares und Zerbrechliches, das zum Gelingen auf beiden Seiten Augenhöhe (mit Rollenklarheit) und Respekt braucht. Und wenn es im Unterricht mal nicht ganz auf der Ideallinie läuft, kann Lehrerin oder Schüler das vielleicht vorübergehend abfedern.

    Die Arbeitsbeziehung, der Prozess des Gelingens im Unterricht ist nicht selbstverständlich. Eigentlich braucht es am Anfang (und manchmal zwischendrin auch als zusätzliche Klarstellung) eine Art Vertragsverhandlung "Was machen wir hier eigentlich miteinander?" In diesem Sinne ist Greg Fishmans Brief ein vorbildlicher Start für die gemeinsame Unterrichts-Arbeit.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7.Februar.2026
    Trulla, Sax a`la carte, giuseppe und 2 anderen gefällt das.
  20. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Es gibt genügend Alternativen, die diese Kriterien auch erfüllen. Es müssen keine kinderlieder sein. Und da an o"neill rumkritisierst: das zeug von juchem, was ich für die anfängerschulung kenne, ist so primitiv arrangiert, dass es schon beim Hören wehtut. Ja, gibt schnelle erfolgserlebnisse, da man zügig zu bekannten songs mittröten kann, aber mehr ist es nicht: mittröten. Da sind mir die "modulierten" Sachen von o'neill deutlich lieber...
    Und ja, Erwachsene lernen anders. Rationaler. Kinder sind eher "try and error", erst mal machen und schauen was passiert. Bei Erwachsenen ist es sehr häufig die Sinnfrage und Systematisierung/Strukturierung.

    Aber mal ne Frage an die Lehrenden. Nutzt ihr eigentlich schon KI/AI, um themenspezifisch Übungen für eure Schüler zu generieren? Das müsste doch genau das Tool sein. Rechtefreie Stücke, problemorientiert, variabler Schwierigkeitsgrad, playalong plus notation....
     
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