Saxmasters

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von Ernesto, 21.März.2024.

  1. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Das wäre die Kragenweite von Hamburg bis Bretagne. Metaphern sind eigentlich mein Job, insbesondere welche mit Bergen. Aber du hast sie sehr schön, treffend und im Sinne der Verständlichkeit gewählt, deshalb gönne ich sie dir! :cool:
     
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  2. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Wohl war. Andererseits reicht mir vielleicht erstmal, in Richtung des einen Horizonts zu kommen, den ich sehen und nicht erreichen kann. Und wenn ich da hingeführt werde, sehe ich trotz dem verkrusteten Erwachsenengehirn vielleicht sogar von selber einen anderen.

    Der junge Schüler geht mit, lässt sich den Horizont einfach zeigen und was dahinter ist, entdeckt tausend Sachen auf dem Weg. Er hat jede Woche Unterricht und gefühlt 1000 Jahre Zeit.

    Als Erwachsener kann ich das nicht mehr. Ich sehe den nahen Horizont, habe viel versucht, alles gelesen und weiß trotzdem nicht, ob ich den nahen Horizont noch in diesem Leben erreiche. Mein Unterrichtswunsch ist konkreter und ich denke viele Lehrer kommen auch gut damit klar. Manche schaffen es sogar, ganz nebenbei, einem doch noch den Horizont zu erweitern oder das Ziel ne zu definieren.
     
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  3. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    genau das ist was ich meine ...
    ich lerne halt etwas anders ...
    Für mich ist ein Instrument ein Werkzeug.
    da muss ich erstmal die Grundfähigkeiten können ...
    Dann muss ich auch noch die vokalbeln derer lernen die Musik schreiben ( noten und gedöns)
    und dann kann ich mich um die Stücke bemühen.
    Heisst nicht das wenn man vier Töne "kann" mit diesen nicht auch mal eine Melodie versucht.
    Und ja natürlich kommen die Fertigkeiten der Artikulation und auch die Gelassen heit mit dem Noten und Stücke fressen.
    aber zu erst braucht das Haus einen soliden Keller und für mich heist das das ich das Instrument zumindest chromatisch bei tempo 80 von oben nach unten und zurück in vieteln kann.
    Die Töne sollten dabei nicht klingen, als würde jemand auf einer Hupe ausrutschen.
    Aber da kann es die wildesten Vorstellungen geben alles ok . aber für mich und mein Lernen ist diese Reihenfolge nun mal das was ich möchte....
    Und ich bezahle den Lehrer.
     
  4. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Vielleicht will ich den gesamten Horizont gar nicht erreichen, weil ich auf Grund meines Alters und meiner eigenen Erfahrungen einfach weiß, dass mich der Norden gar nicht interessiert. Vielleicht will ich ja unbedingt nach Süden, und da eben über den Horizon hinaus... Es sind meine Ziele und nicht die, von denen ein Lehrer meint, dass es meine Ziele sein müssen, nur weil er dann in seiner Komfortzone bleibt.
    Um beim Bergsteiger zu bleiben: ich suche mir das Ziel, ich suche mir selbst den Weg, den ich bewältigen will, ich höre mir gerne seine Bedenken an, und ggf berücksichtige ich die auch und ändere mein Ziel/meine Route, und dann darf mir der Lehrer das beibringen, was mir an Fähigkeiten ev fehlt. Und bei kommt der Lehrer mit... Mit gefangen, mit gehangen. Sonst kann ich mir auch ein YT-Videos über das Bergsteigen ansehen... Und das geht schief!
     
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  5. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Wundert sich da noch irgendjemand, wenn eine eher schlecht bezahlte Lehrperson lieber zehn Kinder nach Schema F als einen reifen Erwachsenen unterrichten möchte? (Um mal wieder den Bogen zum Ausgangspunkt des aufgewärmten Freds zu schlagen)
     
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  6. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Haha, das wiederum ist eine Frage des Geldes! :D Es hat alles seinen Preis…
     
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  7. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    naja beim Bergführer würde ich schon drauf bauen das er weis was man besser lässt.....
    Beim Sax Lehrer hingt der Vergleich ....
     
  8. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Ich kann nur für mich sprechen, aber ich unterrichte Erwachsene gerne.
    Durch einen seltsamen Zufall hat meine betagtere Klientel nämlich einfach nur das nebulöse Ziel, gut Saxophon spielen zu lernen und vertraut auf das, was ich von mir gebe.
    So konkrete Do's and Don'ts wie hier vorgetragen mit Ausschluß von irgendwas oder Beharren habe ich ehrlich in 40 Jahren nie erlebt.
    Konkretes Equipment ist auch nie ein Thema gewesen.

    Klar muss man ab und zu mit falschen Vorstellungen aufräumen (ich kann dies oder das nicht, kann nicht singen, nicht schnell spielen blabla), aber da kann man erklären warum und wieso.

    Also KI, nimm das und lerne für etwaige Anfragen.
     
  9. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Wie ist das denn bei denjenigen, die ev jahrelang Klarinette gespielt haben?
    Vielleicht noch in einer Blaskapelle?
    Sorry, ich habe da schon eine Vorstellung, dass ich nicht mehr in den kalten Norden zum Horizont will (da war ich schon), sondern lieber in den warmen Süden. Weiter, als ich bisher war.
    Ich möchte auch nicht mehr in eine Blaskapelle, die irgend welche Prüfungen als Voraussetzungen verlangen. Damit muss ich auch nicht alles wissen und können, was da ev geprüft wird, kann also alle Ressourcen nutzen für Themen, die ev nicht prüfungsrelevant sind, mir aber Spaß machen.
    Wenn ich unbedingt Salsa tanzen lernen will, warum soll ich dann einen Tanzkurs für lateinamerikanische Tanzstile belegen, in dem vllt Salsa mal angerissen wird? Anders sieht das aus, wenn ich überhaupt nicht tanzen kann und bzgl der Stile auch keinen Plan habe, noch mal anders, wenn ich noch Turniere tanzen will.
    Wie du weißt lerne ich gerade trompete. Soll ich jetzt, obwohl ich ja einigermaßen Saxophon spielen kann, noch mal Noten lernen, Vorzeichen, Artikulationszeichen, theoretische tonleitern, musikstile, etc, oder ist es vllt sinnvoller sich auf die Trompete selbst zu konzentrieren? Und statt Grifftabellen auswendig zu lernen, ist es nicht ev sinnvoll zu verstehen, woher die Griffe kommen und mir damit meine Grifftabelle selbst zu entwickeln?
     
  10. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    Wenn man darauf bauen würde das der Bergführer weiß was man besser lässt gäbe es weniger Tote, weniger Verletzte und weniger Rettungsaktionen.

    Es scheint nicht nur beim Musikunterricht ein Problem zu sein. Natürlich sind die Konsequenzen nicht lebensbedrohend. Das ist korrekt.

    Hatte auch bei Unterweisungen zur Arbeitssicherheit Experten die schon alles wussten. Unterschreiben lassen fertig. Überzeugen unmöglich.

    Grüsse Gerrie
     
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  11. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Ich sähe mein Ziel als Lehrer dahingehend, dass ich Dich als Tanzlehrer vorbereite, dass Du alle Lateinamerikanischen Tänze tanzen kannst.
    Aber ich denke der Vergleich hinkt.

    In einem bestimmten Stil spielen zu können, setzt gewisses instrumentaltechnisches Können voraus. Das Wollen und die Liebe dazu muss eh vom Schüler kommen.
    Ich als Lehrer muss dem Schüler das saxophonistische und sonstwie musikalische Rüstzeug geben.

    Beispiel:
    Was soll ich mit einem Schüler machen, der über "Fly me to the moon" improvisieren will, nicht mal grundsätzlich Formen hört, seinen Daumen jedesmal beim Oktavwechsel vom Instrument nimmt und keine Ahnung vom Jazz Articulation hat?
    Soll ich ihm, weil er theoretisch was lernen will über den Cycle of fiths oder Kadenzen erzählen, dass es ihm gut geht?
    Oder ist es nicht besser, alles mal aufzudröseln und sein Spiel mit vielleicht sehr einfachem Material zu detoxen?
     
  12. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Also entscheidest du über meinen Kopf hinweg, was ich zu lernen habe? Obwohl du weißt, dass ich nicht generell alle Lateinamerikanischen Tänze tanzen können will.

    Da gehe ich mit. Ich erwarte aber eben auch, dass der Lehrer ev bereits vorhandene Kenntnisse berücksichtigt.

    Was, wenn er gar nicht improvisieren will, sondern nur die Melodie spielen? Muss er dann auch Improvisation lernen, weil der Lehrer das für wichtig hält? Nach dem Motto "wenn er schon ne jazznummer spielen will, dann muss er auch improvisieren können"?
    Ich bin schon der Meinung, dass der Schüler die Ziele definiert, und nicht der Lehrer. Die Aufgabe des Lehrers sehe ich eher darin den Schüler zu unterstützen seine Ziele zu erreichen.
     
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  13. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Lieber @JES ,
    ich klinke mich jetzt aus.
    Du verdrehst Dinge, stelltst Behauptungen auf, gibst Antwort auf nicht gestellte Fragen und gehst einen Scheiß drauf ein, was ich sage.

    Mein Fehler immer wieder. Ich sollte es schon besser wissen.

    Alles Gute und eine möglichst steile Lernkurve für Dich.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8.Februar.2026
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  14. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Lieber @Analysis Paralysis

    Ich verdrehe gar nichts, ich bin nur nicht deiner Meinung.
    Immerhin habe ich dich in einem einzigen post 3mal zitiert, also gebe ich schon was drauf, was du schreibst.
    Da du aber selbst nur akzeptierst, was von dir kommt, und dir jegliche Toleranz für andere Meinungen fehlt.... m.E. ein Teil der Diskussion: "Der Lehrer ist allwissend" und das sehe ich eben gar nicht, trotz Studium und jahrelanger Praxis. Es verunglücken auch erfahrene Bergsteiger oder Bergführer.
     
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  15. khayman

    khayman Ist fast schon zuhause hier

    @JES
    Also manchmal bist Du echt ein wenig.... anstrengend...

    die Annahme war:
    Jetzt kommst Du mit:
    Und Du meinst, Du verdrehst nix?

    Ich habe einiges musikalische Vorwissen, kann hervorragend vom Blatt spielen, Harmonielehre.... nun ja, ausbaufähig.
    Beide Saxophonlehrer, die ich bisher hatte, bzw. den einen habe ich ja immer noch, wären niemals auf die Idee gekommen, mit mir eine Anfängerschule durchzuarbeiten.
    Aber beide haben mir unabhängig voneinander vorgeschlagen, wenn ich Richtung Jazz gehen möchte, dass ich doch einfach mal mit Kinder-/Volksliedern anfangen soll.... Ist vielleicht was dran, auch wenn ich da irgendwie keine Lust drauf habe und auf den heiligen Gral warte, dass mir der mühsame Weg erspart bleibt.
     
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  16. JES

    JES Gehört zum Inventar

    @khayman

    Wenn hier jemand mit einem Extrembeispiel kommt, um seine Meinung durchzudrücken, dann bekommt er ein anderes Beispiel zurück.
    Aber bleiben wir mal dabei.
    Zum einen hatte ich den Kollegen gefragt, was er machen würde, wenn ich nur Salsa tanzen lernen wolle. Das Angebot war dann Grundlagentraining in lateinamerikanischen Tänzen. Mein Ziel wurde also ignoriert. Es wird nicht nach dem "warum nur Salsa" gefragt. Geht in meinen Augen gar nicht.

    In eine ähnliche Richtung geht dann sein Beispiel mit "fly me to the moon". Ich würde einen Schüler, der mit so etwas ankommt, erst einmal fragen, warum er das will. Und erst dann überlegen, was er braucht, statt gleich das große Paket mit Theorie und Praxis auszupacken.
    Es gibt da nämlich zwei Extreme
    1. Er will grundsätzlich in Richtung Jazz und Improvisation, dann ist eine Vollausbildung in diese Richtung das Richtige. Dann bekäme er von mir aber auch einen Plan, was dazu von seiner Seite alles noch zu lernen ist, basierend auf meiner Lehrererfahrung und seinem Können, auch, in welcher Reihenfolge etc.. Oder
    2. Er will tatsächlich nur dieses Stück können, weil er das vllt sogar aufführen will (z.B. Lieblingsstück der Mama, und die hat in 4 Wochen Geburtstag. Dann will er das spielen). Dann wäre in meinen Augen die ganze Theorie, die ihm die Hintergründe erklären, überflüssig (und zeitlich auch nicht machbar) . Da braucht es eher ein Kochrezept 'how to survive... ". Da nehme ich das Stück, ein paar fertige licks, bringe letztere in die richtige tonart,... Fertig.
    Es gibt da sicherlich noch Zwischenstufen. Nur diese Frage wird nicht gestellt. Wenn ich den Schüler aber nicht frage, was seine Ziele sind, was er will, sondern einfach irgend welche Annahmen für ihn treffe, für ihn entscheide, was er zu lernen hat, dann finde ich das extrem übergriffig. Ich erwarte, dass wenn ich mit dem einen oder anderen Ziel komme, dass er mir den Weg erklärt, die Konsequenzen meiner Idee. Wenn nicht wäre ich bei so einem Lehrer, egal mit welcher Ausbildung und mit wie viel Erfahrung, ganz schnell wieder weg.

    Ich habe jahrelang Projekte aller Art geleitet. Da wurde schriftlich festgelegt, was der Projektumfang war. Wenn ich da was einfach entwickelt hätte, was ich meinte, dann hätte es zum einen Ärger mit dem Kunden, zum anderen kein Geld gegeben. Da war es essenziell die W-Fragen zu stellen, die Ergebnisse festzuhalten, einen Projektplan auszuarbeiten, den absegnen zu lassen und sich daran zu halten. Das erwarte ich von einem Lehrer grundsätzlich auch (muss nicht schriftlich sein)...

    Und genau hier sehe ich auch das Problem mit diesen fertigen videokursen. Ein Abgleich in irgend einer Form zwischen Lehrendem und Schüler gibt es nicht. Eine direkte Lernkontrolle fehlt ebenfalls. Ev. kann man Aufnahmen einschicken und kommentieren lassen. Dann weiß der Schüler nur, was nicht gut war, aber nicht, wie er das konkret in seinem Fall verbessern kann.

    Dann war da noch deine Frage nach den Kinder- bzw Volksliedern (will ja nichts vergessen).
    Diese Lieder sind toll. Da sind die gängigen Intervalle drin, gut für die Gehörbildung, sie sind i.d.R. recht einfach, gut zu lernen. Kann man machen, gerade, wenn du keine Vorkenntnisse mitbringst. Genauso kannst du aber auch ein Kirchengesangbuch nehmen. Dort sind die Stücke ähnlich aufgebaut, weil die Gemeinde soll die Sachen ja mitsingen konnen ohne jahrelange Chorausbildung. Oder du nimmst die Juchem-Sachen. In denen ist alles Komplizierte rausamputiert, damit es einfach zu spielen wird.
    Du kannst auch bspw eine klassische Saxophonschule nehmen. Da sind dann eher wenig Lieder drin, noch weniger bekannte Sachen, sondern eher Übungen. Das ist eher auf Effizienz ausgelegt statt auf Unterhaltung und schnellen Fortschritt (=Masse, Menge der gekonnten Stücke) .
    Mir persönlich liegt heute der letztere Ansatz mehr, zumal, da ich bereits ein paar Instrumente gelernt habe bzw aktuell lerne, ich nicht immer wieder die gleichen Sachen spielen will bzw auch die Trainingseffekte daraus nicht mehr brauche. Ein bestimmtes Intervall ändert sich nicht, nur weil ich das Instrument wechsle. Eine Triole bleibt auch gleich, oder eine bestimmte Art und Anzahl an Vorzeichen bestimmen immer noch die gleiche Tonart... Ein neues Instruments bedarf da m.M.n. einen anderer Herangehensweise mit Schwerpunkt auf Tonerzeugung (weit gefasst) und Handling.
     
  17. khayman

    khayman Ist fast schon zuhause hier

    Ich hab doch gar nichts gefragt....
     
    Sax a`la carte und Silver gefällt das.
  18. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Es gibt keinen anderen, als den mühsamen Weg.

    Kein Gral, keine Muse, keine Eingebung, kein Talent kann Dir die kleinteilige Arbeit aus Hören, Verstehen, Nachahmen, Verbessern abnehmen, wenn Du frei Improvisieren willst.

    Harmonielehre hilft dabei höchstens beim Verstehen, nicht mehr.
     
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  19. JES

    JES Gehört zum Inventar

    !!!
     
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  20. Katzenmusiker

    Katzenmusiker Admin Mod

    Ein Like von JES an Silver – das feiern wir. Helau! Hoch die Tassen! :yiep:
     
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