Saxophon lernen - Saxophon lehren

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von ppue, 8.Februar.2026.

  1. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Naja. Mal ist es Euphorie, mal Frust. Die Kunst eines guten Lehrers ist den Schüler irgendwo dazwischen, mit tendenz eher zur Euphorie zu halten. Motivation ist endlich, zu viel Frust frisst sie auf, zu viel Euphorie auch (wozu üben, kann ja alles).
     
  2. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Das finde ich auch. So viele Schüler hören ziemlich bald auf, weil sie nicht mehr motiviert sind.

    Bei meinen (wenigen, erwachsenen) SchülerInnen achte ich darauf, dass jede Stunde zum Ende hin motivierend für sie ist. Am Anfang gibt es trockene Technik. Aber danach wähle ich auch immer Stücke (Duette oder Hefte, oft mit Playalong), die ihnen gefallen und die sie nicht überfordern. Es geht ja um nichts, wir müssen kein bestimmtes Level erreichen.

    Zu Beginn erzählen sie meistens noch von aktuellen Alltagsproblemen. Aber wenn sie gehen, sind sie beschwingt und haben die Sorgen für eine Zeit lang vergessen. Schon mehrmals haben sie mir das (ungefragt) hinterher per Mail geschrieben. Das hat mich besonders gefreut.
     
  3. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Genau darum geht es,100%
     
  4. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich denke da stimme ich zu. Ich habe klassisch Klarinette gelernt und auf dem Sax jahrelang gekämpft irgendwie so zu klingen, wie ich eigentlich wollte. Der Durchbruch war bei mir die zufällige Feststellung, dass ich bei einem langsamen Scoop, also Aufwärts-Bending zum Ton, etwa auf halbem Weg den Sound höre, der mir jahrelang vorschwebte. Da lag dann zwar noch nicht das Ziel, aber zumindest der Weg erstmals da und ich hatte eine Idee, wie ein Saxophonansatz beschaffen sein muss, damit das sonor und samtig-sägend klingt.

    Auf der Klarinette kann man das natürlich auch. Und obwohl ich insgesamt nur noch armselige Klarinettenchops habe, gefällt es mir da weniger gut, wenn es zu sehr in die Saxrichtung geht.

    Letztlich bestimmt der Ansatz das Pitchcenter und das das Klangideal. Ob das so eindeutig altmodisch und modern ist, weiß ich auch nicht so sehr. Ich denke schon, dass Blätter besser und Mundstückfacings im Schnitt exakter wurden, wodurch man kürzere offenere Bahnen mit etwas leichteren Blättern spielen kann, wofür man früher schon ein Ausnahmemundstück brauchte.

    Andererseits glaube ich, dass es die Könner nicht viel anders gemacht haben als heute. Es wurde halt nur im Meisterkurs unterrichtet und stand nicht im Netz.
     
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  5. Roland

    Roland Strebt nach Höherem

    Hm, mal den a'-a"-Test *) vorher (sprich: vor dieser Erkenntnis) gemacht?

    Grüße
    Roland

    *)
    a'-a"-Test:
    - a' greifen und spielen
    - ohne(!) Ansatzänderung Oktavklappe hinzu nehmen => a'' sollte erklingen
    - ohne(!) Ansatzänderung Oktavklappe loslassen =>Ton sollte wieder - ggf. nach kurzer Verzögerung - nach a' fallen
    Tut er das nicht => Ansatz zu fest
     
  6. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Vermutlich nicht, ist schon ein Weilchen her, so 35 Jahre. Vielleicht hat mein Lehrer auch sowas gemacht, erinnere mich aber nicht. Hätte sicher angeschlagen.

    Bin aber eher ein bisschen skeptisch dem Test gegenüber. Nicht was die grundsätzliche Technik und Aussage betrifft, sondern die sinnvolle Durchführung ohne unwillkürliche Ansatzänderung.

    Manche moderne Hörner sind so sparsam geventet, dass gerade G und A, die Grenztöne, im Prinzip oben so gespielt werden müssen, als ob man die obere Oktave ohne Oktavklappe spielt, damit sie sauber klingen.
    Auf meinem Selmer musste ich tiefes und hohes A anders voicen/ansetzen. Mit dem Ansatz vom tiefen A ist das hohe A ein wenig kratzig. Also gewöhnt man sich daran, es anders zu spielen. Dann fällt es aber nicht prompt runter ohne Oktavklappe. Ich habe immer wieder das Gefühl, das manche moderne Hörner hier tatsächlich absichtlich so designt wurden. Hoher Ansatzdruck, wenig Geräusche durch die Vents. Hat seine Zielgruppe.

    Auf dem Conn mit großem Vent geht es tatsächlich, alles eher tief zu voicen/anzusetzen. Da kann ich den Test bedienen.
     
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  7. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Ja, man sollte so spielen können, aber, genau so wichtig ist es, auch ganz ohne Oktavklappe den Oktavwechsel hinzubekommen.

    Bei mir ist es so, dass ich beim "richtigen" spielen jeden Ton so voice, dass beim Loslassen der OK nix, und beim Drücken (zumindest beim a') nur wenig passiert.

    Gruß,
    Otfried
     
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  8. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    @ppue
    ich geb Dir ja insofern recht, als der Begriff "moderner Ansatz" eher eine Modeerscheinung darstellt, und es beliebig viele Varianten gibt.

    Aber es gibt eben auch den ziemlich heftig gebissenen Ansatz, und auch bei guten, klassisch ausgebildeten Spielern. Zumindest frage ich mich, wieso so einige Klassiker einen Schutz über die Zähne legen, damit die Lippe geschont wird, wenn die Zähne diese gar nicht berühren.

    Gruß,
    Otfried
     
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  9. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Ändert sich der ganze klarinettenansatz nicht sowieso gerade?
    Ich hatte ja mal nach Albert-klarinetten gesucht, und viel über die Unterschiede gelesen zwischen Systemen, bohrungen, Klang etc.. Da kam heraus, dass gerade in den letzten 20 Jahren die bohrungen boehm und deutsch zunehmend ähnlicher wurden und eigentlich auch die Mundstücke (zumindest funktional, also nicht unbedingt in der Breite der Bahn). Was auch heraus kam war, dass vor mehr als 20 Jahren gerade auf dem deutschen System (da fasse ich mal grob alles drunter, was nicht Böhm oder böhmähnlich ist) eher enge, kurze Bahnen, kleine Öffnung mit harten Blättern gespielt wurde, während Böhm schon immer eher offenere mpc mit längeren Bahnen verwendete.
    Wenn das alles so stimmt, dann wäre es nur logisch, wenn die Bohrungen sich angleichen, damit die mpc ähnlich werden, dass auch der Ansatz sich ändert.
    Im extrem entwickelt sich die klarinette dann zu einer Einheitsbohrung, auf die nur ein anderes Klappensystem aufgesetzt wird, der Rest ist gleich (gibt es m.E. schon).
     
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  10. JES

    JES Gehört zum Inventar

    @Florentin

    So macht es mein Saxlehrer auch.
    Mein Beitrag zum Unterricht ist eher, dass Stück am Ende so zu wählen, dass überschaubare und für mich alleine anfassbare baustellen bleiben, die ich zuhause üben kann. Das Stück sitzt quasi schon im Unterricht, ein bischen nacharbeit an kritischen Stellen bleibt offen für zuhause.
    Nur hat das wenig mit Motivation zu tun. Die sehe ich eher darin, dass ich mich als Schüler verbessern möchte und die "unbequemen" Kritiken und Übungen meines Lehrers als Hilfe sehe. Mit dieser Motivation habe ich Unterricht gebucht, gehe hin, erzähle meine Baustellen, meine Ziele, spiele Übungen, nehme Kritik entgegen und Hilfestellungen, übe zuhause. Die Motivation erhalte ich dann eher daraus, dass es tatsächlich besser wird (wenn auch langsam).
    Wenn mich mein Lehrer motivieren müsste besser werden zu wollen, dann ist das ja seine Sicht, ich muss das ja nicht wollen und kann daher auch keinen Bock haben. Das hatte ich als Jugendlicher, als mich meine Eltern (so ein bischen gegen meinen Willen) zum Klarinettenunterricht angemeldet hatten. Der Lehrer hat sich bemüht ohne Ende, nur, ich war nicht motiviert. Das wurde nix, und das lag sicher nicht am Lehrer.
     
  11. korfi62

    korfi62 Schaut öfter mal vorbei

    Bei Erwachsenen setzte ich eine freie Entscheidung voraus, Saxophon lernen zu wollen.
    Da sollte dann auch schon Motivation dahinter stecken.
    Aber nicht Motivation mit Zielsetzung verwechseln.
    Bei der Zielsetzung kann der Lehrer helfen (bzw. korrigieren, je nachdem); bei der Motivation eher nicht.
    Bei Kindern kann es natürlich anders sein.
    Halte es allerdings für eher selten, dass dann ein Saxophon dabei raus kommt.
     
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  12. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Die Geschichte mit dem "Modernen Ansatz", den man spielen müsste, um "modern" zu klingen, halte ich für kompletten Unsinn.
    Man muss sich ja nur den Spaß machen und sich (wie bei Saxontheweb vor einiger Zeit) eine "Embouchure Gallery" erstellen.
    Es gibt einen Haufen von Spielern, wo Du ganz wenig bis keine Unterlippe siehst.

    "Modern klingen" müsste man dann vom Stil her auch definieren :)
    Das "Honkige", dass viele hier und anderswo plagt kommt jedenfalls IMHO nicht von der Unterlippe.
     
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  13. Roland

    Roland Strebt nach Höherem

    Ich habe die Übung von meinem Lehrer. Funktioniert auf seinem Bass (Holton BJ 1922), Bariton (Yanagisawa B-991), Tenor (Selmer MK VI), Alt (Selmer MK VII), Sopran (Yamaha YSS-62R).
    Ich habe es probiert mit meinem Sopran (Yamaha YSS-875) und Bariton (Yanagisawa B-901).

    Hat sich danach soviel noch geändert im Saxophonbau? Was bedeutet 'sparsam gevented'? Bezieht sich das auf Klappendurchmesser oder Klappenaufgang?

    Grüße
    Roland
     
  14. ppue

    ppue Mod Experte

    Ich kenne da keinen, der das macht. Muss aber zugeben, dass ich auch nicht mehr viele kenne. Ich war halt vor 50 Jahren mal in der Szene (-:

    Nun ist der klassische Klarinettenansatz grundsätzlich so, dass die Lippe zwischen Blatt und Zähnen liegt. Die Mundwinkel sind eher pikiert nach innen gezogen und geben das in etwa schon vor für die Unterlippe.
     
    JES gefällt das.
  15. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Kann es vielleicht sein, dass heute tendenziell ein größeres Gesundheitsbewusstsein auch bei den Musizierenden und Musiklehrenden gibt?
     
  16. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Du gibst Geld bei einem Lehrer aus,opferst Zeit dafür ,hast aber keinen Bock besser zu werden ? :confused: wozu dann die ganze Mühe. Mein Tip,verkaufe deine Saxophone und widme dich Sachen zu denen du Bock hast ;)
     
  17. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Mein ehem. Saxpartner erzählte von sowas. Teilweise zigarettenpapier über die unteren Schneidezähne. Ich hab das nie selbst versucht.
     
  18. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Habe ich nicht gesagt. Nur, wer hetzt jetzt gerade?
     
  19. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Nein gesagt hast du das nicht sondern geschrieben,und wo ist das denn gehetzt . Wenn ich keinen Bock habe besser zu werden,brauch ich auch keinen Lehrer,eigentlich auch kein Sax. Meine Meinung
     
  20. ppue

    ppue Mod Experte

    Ja, ich kenne auch eine, der gesagt hat, dass er gehört hätte ...

    Wenn du Profiklarinettist bist, hast du kein Zigarettenpapier über den Zähnen. Das ist doch absurd.
     
    Matthias Wendt gefällt das.
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