Saxophon lernen - Saxophon lehren

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von ppue, 8.Februar.2026.

  1. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Ich habe das öfter gesehen, sogar von einem Profi-Klarinettisten. Aber nur bei Probenwochenenden, wo wir mehr als 6 Stunden am Tag gespielt haben.

    Welchen Ansatz genau ich seinerzeit von meinem Klarinettenlehrer gelernt habe weiß ich nicht mehr genau. Auf jeden Fall waren das sehr harte Blätter (von der ersten Stunde an!), aber ein Mundstück mit sehr kleiner Öffnung und langer Bahn. Aber gebissen haben wir sicher nie.

    Als ich dann (Jahrzehnte später) regelmäßig Klarinette und Sax parallel zu spielen begann, habe ich meinen Klarinettenansatz verändert in Richtung Saxophon. Definitiv keine Unterlippe über die Zähne. Und das Mundstück weiter im Mund. Das funktioniert für meinen Gebrauch gut. Aber ein richtig schöner klassischer Ton ist das nicht.
     
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  2. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Das finde ich sehr schön. Ich bin aber kein studierter Instrumentallehrer an einer öffentlichen Musikschule, sondern nur engagierter Amateur. Und ich kenne meine Schülerinnen. Das sind gestandene Frauen 50+, deren Ziele recht bescheiden sind (im hiesigen Blasorchester die maximal 2. Klarinette mitspielen zu können). Wenn ich da nur Wissensvermittlung betreibe und keine Abstriche an der hehren Kunst mache, sind sie nach ein paar Wochen wieder weg.

    Das möchte ich auch nicht. Aber besagte gestandene Damen 50+, die Stress im Beruf haben oder deren Waschmaschine gerade kaputt gegangen ist, die kann ich nicht einfach einbremsen. Während sie ihr Instrument zusammenbaut, lasse ich sie reden (eine Antwort erwartet sie sowieso nicht). Und dann kommen schon die Tonleitern.
     
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  3. JES

    JES Gehört zum Inventar

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  4. ppue

    ppue Mod Experte

    Eine einfache Sache, die motivieren kann, ist das Lob. Ein positiver Blick auf das schon Erreichte. Anstatt aufzuzeigen, was alles noch gelernt werden muss, bis man so spielen kann wie Coltrane, macht man es sich einen Augenblick bequem mit dem, was man kann und bespricht die weitere Route.

    Bei Kindern liegt die Sache etwas anders und bei Heranwachsenden dann noch einmal. Wer es schafft, seine Schüler über die Pubertät hinaus zu halten, ist ein guter Lehrer, oder hat vielleicht eher sehr motivierte Schüler, die sich mit ihrem Instrument Chancen beim anderen Geschlecht erhoffen (-:
     
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  5. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Dann sind wir da wohl sehr unterschiedlich. Ich kann Menschen Motivation geben,kann sie motivieren
     
  6. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Net g'schimpft is Lob gnua!
    Im Ernst: Das ist aber jetzt nicht neu.
    SchülerInnen vergleichen mich (oder andere, die halt einen geraden Ton spielen können) aber manchmal mit sich (und bedenken nicht, wieviel Zeit und Energie ich reingesteckt hab) und schätzen sich dann ein, nehmen Lob nicht an.
    Ja, das ist für einige meiner SchülerInnen tatsächlich Motivation, die angebotenen Orchester zu besuchen.
     
  7. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Das war für mich früher auch immer eine Motivation zum Spielen, auf jeder Hochzeit sozusagen, leider aber nicht so sehr Motivation zum üben. Meine Zielgruppe war leicht zu beeindrucken. Was damals ein Vorteil war, sehe ich im Nachhinein als Nachteil.
     
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  8. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Das ist nicht von mir, s.h. Quelle.

    Grundsätzlich kannst du die Motivation eines anderen nur fördern oder bremsen, aber eben nicht erzeugen. Wenn einer nicht (mehr) will machst du gar nichts (salopp ausgedrückt).
    Nur, wir sind uns glaube ich im Grundsatz einig. Es geht um Begrifflichkeiten. Lohnt das?
     
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  9. ppue

    ppue Mod Experte

    Kam aber bisher in dem Diskurz zu kurs. Es fiel mir nur gerade auf, dass die Perspektive doch sehr auf das zu Erreichende gerichtet ist. In unserer Gesellschaft nicht weiter verwunderlich.

    Ich bin gedanklich immer noch beim Aspekt der Kreativität, der der Leistungsdruck eher hinderlich ist.
     
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  10. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Ja, und es zieht sich auch in den Instrumentalunterricht rein.
    Das kommt aber nicht nur vom Lehrer, weil der Schüler/die Schülerin das oft nicht so einfach abstreifen kann, was außerhalb des Unterrichts Sache ist.
     
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  11. bthebob

    bthebob Strebt nach Höherem

    Das motiviert mich, mit der -Zitatquelle- drüber reden zu wollen.:)

    Ich denke (u.a. aus eigener Erfahrung auf dem Weg zum Nichtraucher):

    Grade der Grund, warum ich mich für irgendetwas motiviere,
    sollte 100 % aus mir selbst kommen.

    Fremde können mir Fakten, Erfahrungen oder Lehrmaterial anbieten.

    Aber letztendlich:

    Ziel ist ein reiches (nicht monetär gemeint), erfülltes, sinnvolles Leben.

    Orientiert an den zutiefst eigenen, nicht übernommenen Werten.

    (frei zitiert nach der Akzeptanz- und Commitment-Therapie, ACT)

    VG
     
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  12. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Wo ist jetzt der disconnect, den du diskutieren willst?

    Ich sehe Motivation wie ein Glas, das gefüllt ist. Das bringt der Schüler mit, wenn er mit einem Instrument beginnt (er will, nicht er muss).
    Guter Unterricht gibt dir Wasser zu ersetzen, was ev verdunstet, schlechter Unterricht nimmt zusätzlich Wasser aus dem Glas.
    Ersteres kann man jetzt "motivieren" nennen, letzteres "demotivieren".
    Für ersteres gibt es Methoden, Lob, Spaß, Erklärungen bzgl Zielen und Wegen dorthin...
    Für zweiteres steht das Gegenteil, Tadel, Stress, Bevormundung, starre Regeln.
    Für den Erhalt des Pegels im Glas ist der Schüler zuständig, entweder mit Wasser vom Lehrer oder er muss selbst an zusätzliches Wasser kommen. Ersteres hieß zu meiner Zeit externe motivatoren, letzteres interne Motivator.
     
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  13. ppue

    ppue Mod Experte

    Na, ich kenne da verschiedene Schüler.

    Da waren welche, die wollten ihre Etüde und ihr Stück für nächste Woche aufbekommen, diese dann zu Hause durcharbeiten und die kommende Woche vorspielen. Alles andere interessierte nicht.

    Das war deren Regel, nach der sie den Unterricht genossen. Die Freiheit, selber zu bestimmen, wo die Reise hingeht, war vielen gar nicht recht.

    Anders mein Straßenbahnfahrer, der mich immer aus dem Zimmer schickte und sich eine halbe Stunde, aus dem Fenster schauend, einspielte, um mir dann zu gestehen, dass er gerade kein Geld hätte für die Stunde und mir seinen Ledermantel zum Tausch anbot (-:

    Sind schon alle sehr verschieden.
     
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