Vom Saxen wird man blind - ?

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von visir, 11.Februar.2020.

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  1. visir

    visir Strebt nach Höherem

    Hallo alle!

    Hab mir gestern eine Linse ins Auge einsetzen lassen, und hab heute mit dem entlassenden Arzt besprochen, was ich in nächster Zeit darf und was nicht. Was ich jetzt zwei Wochen nicht darf: Saxophon spielen. Ein Blasinstrument zu spielen erzeugt einen hohen Augendruck, und Leute, die viel spielen, können schon einmal einen grünen Star bekommen.

    Ups.

    Nicht, dass mich das mit "viel spielen" betreffen würde, aber ist vielleicht nicht uninteressant.
    Wer von den Vielspielern hier lässt zumindest jährlich seine Augen untersuchen?
     
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  2. Badener

    Badener Ist fast schon zuhause hier

    Das wurde an anderer Stelle hier schon mal erörtert. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es sehr verschiedene Meinungen verschiedener Ärzte.
    Die Forumsteilnehmer rieten überwiegend dazu, nach der OP lieber mal eine Pause zu machen, als etwas zu riskieren.
    Ich selbst hatte grenzwertigen Augendruck und nehme jetzt Tropfen. Ob das vom Saxspielen kam, ist nicht untersucht worden.
    Kontrollen ca. halbjährlich, mit guten Ergebnissen trotz Sax.....
     
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  3. RomBl

    RomBl Strebt nach Höherem

    Hmm, ich hatte vor 3 oder 4 Jahren Grauen Star (Katarakt) und mir wurden im Abstand von 6 Wochen beide Augen operiert.
    ich fragte den Augenarzt, wann ich wieder spielen dürfte. Der sagte, er spielt selber Klarinette und würde mir empfehlen, am Tag der Operation selber nicht mehr zu Spielen, aber am nächsten Tag wäre das kein Problem. Er meinte, dass das Saxophonspielen keinen Einfluß auf die Augen hat.

    Ich habe am übernächsten Tag nach der OP wieder mit dem Üben begonnen und es gab keine Probleme mit den Glotzerchen..
    Ich würde aber das Thema in jedem Fall vorher mit dem Arzt besprechen.
     
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  4. Hewe

    Hewe Ist fast schon zuhause hier

    Ich bin zwar kein Augenarzt, aber es kommt meiner Meinung nach darauf an, wie man spielt. Ich habe Saxophonisten gesehen, die spielen, bekommen einen roten Kopf, alle Blutgefäße des Kopfes schwellen an, die Wangen und der Hals schwellen an... das sind dann Belastungen. Wenn ich spiele, spiele ich immer unangestrengt. Warum soll das dann negative Wirkungen haben? Und wenn mal für zwei Takte mehr Power gegeben wird, ist das nicht anders als Joggen, Saunabesuch, Tauchsport, Flugreise, Fallschirmspringen, Achterbahnfahrt... FG Hewe
     
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  5. Lagoona

    Lagoona Ist fast schon zuhause hier

    Doch, das kann schon sein.
    Durch erhöhten Druck im Brustkorb und im Bauchraum kann es zu einer Erhöhung des Augeninnendrucks (IOD)kommen, was eine Schädigung des Sehnerven hervorrufen kann.
    Das ist bei Blasinstrumenten nun mal der Fall.
    Aber eben nicht immer und nicht bei jedem, also keine Panik.

    Dynamik des Augeninnendrucks bei professionellen Holz- und Blechbläsern während alltäglicher Spielsituationen
    Susanne Jahnke, Gunnar Schmidtmann, Hans-Jürgen Grein, Egbert Seidel, Wolfgang Sickenberger
    Schlussfolgerung
    Professionelle Blasmusiker sind durch deutliche IOD- Erhöhungen und Schwankungen einem erhöhtem Glaukomrisiko ausgesetzt und sollten regelmäßig ophthalmologisch untersucht werden.
    Musikphysiologie und Musikermedizin 2011, 18. Jg., Nr. 3
     
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  6. Badener

    Badener Ist fast schon zuhause hier

    ...wohl bei Blechbläsern noch gefährlicher als bei uns.
    Fazit: Kontrolle besser als Risiko. Alter spielt wohl auch eine Rolle?
     
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  7. TSax80

    TSax80 Ist fast schon zuhause hier

    Wer beim spielen einen roten Kopf bekommt, erhöht damit ziemlich sicher kurzzeitig seinen Augeninnendruck. Ist der vorher schon hoch, kann das durchaus ein sehr hoher Druck werden. Aber wer spielt schon durchgehend mit rotem Kopf und geschwollenem Kamm?
     
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  8. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Das Risiko dürfte proportional zum Blaswiderstand sein.

    Am höchsten bei der Oboe.

    Klarinette > Sopransax > Altsax > Tenor > Bariton

    Modulo Setup (also hoher Blaswiderstand bei hartem Blatt + großer Mundstücköffnung).

    Das merkt man aber eigentlich selbst beim Spielen (evtl. auch mal gegen einen Spiegel spielen).
     
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  9. ppue

    ppue Experte

    ... macht am Saxophon höchstwahrscheinlich etwas falsch.

    Trompeter, Klarinettisten ok, insbesondere aber Oboisten haben Probleme mit dem Druck, den sie aufbauen müssen. Beim "normalen" Gebrauch des Saxophons entsteht gegenüber den erstgenannten Instrumentalisten kaum Druck im Oberkopf.
     
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  10. visir

    visir Strebt nach Höherem

    Darf ich auch grad alles nicht... :smil3dbd4e29bbcc7:

    Am DO schaut mich noch einmal der Oberarzt an, der mich operiert hat, aber heute nicht da war - mal schauen, was der zum Thema "Sax" so im Allgemeinen sagt. Aber mein rechtes Auge werde ich jedenfalls hüten wie... ähhh...
     
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  11. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier

  12. ppue

    ppue Experte

    aus
    :

    Blasinstrumenten werden in sog. Hoch- bzw. Niedrigwiderstandinstrumenten unterschieden. Hochwiderstandblasinstrumenten sind Oboe, Trompete, Waldhorn und das Fagott, alle anderen Blasinstrumente wie z. B. Klarinette und Posaune werden als Niedrigwiderstandinstrumente be-zeichnet
     
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  13. Lagoona

    Lagoona Ist fast schon zuhause hier

    @visir
    Du kannst dem Oberarzt ja von der fachlichen Diskussion aus dem Forum berichten.
    Auf jeden Fall gute Besserung!
     
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  14. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier

    Ich weiss nicht ob Du das scherzhaft gemeint hast. ;)
    Aber das könnte durchaus informativ für ihn sein.
    Meine Erfahrung ist, dass viele Augenärzte nichts oder kaum was zu dem Thema sagen können.
    So in der Richtung; "Blasinstrunente können.... äähhh... ja... eventuell... den Augeninnendruck ...."
    Fragt man dann direkt nach Saxophon kommt dann meistens so gut wie gar nix mehr.
    Spielt ja auch nicht jeder Augenarzt ein Blasinstrument oder kann Blasinstrumente hinsichtlich des
    erforderlicheb Blasdrucks kategorisieren.

    SlowJoe
     
  15. kukko

    kukko Ist fast schon zuhause hier

    das gilt genauso für viele Zahnärzte, Urologen, ..... Da hab ich schon viel Unsinn gehört.
    Ich durfte nach der OP auch am nächsten Tag wieder spielen. Allerdings bekomme ich einen roten Kopf nur dann, wenn ich mich in der Gruppe verspiele :p
     
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  16. Lagoona

    Lagoona Ist fast schon zuhause hier

    @slowjoe
    Dass der Augeninnendruck steigt liegt nicht am Saxophon oder der Trompete, sondern an der Muskeln, die angespannt werden.
    Das passiert genauso, wenn du auf dem Klo sitzt oder einen Luftballon aufpustest. Und diesen Zusammenhang hat jeder Arzt gelernt.
    Der Arzt hat ganz klar eine Spielpause von 2 Wochen verordnet. Ohne wenn und aber.
    Den Ärzten kollektives Nichtwissen über grundlegende Körperfunktionen zu unterstellen ist anmaßend.

    Ich freue mich aber immer, wenn mir ein Patient einen Artikel oder eine wissenschaftliche Arbeit mitbringt.
    Ich lerne einfach dazu, ob der sachliche Zusammenhang zutrifft oder nicht.
    Deshalb war das auch durchaus ernst gemeint, denn ob der immerhin Oberarzt die Arbeit von Klappmayer kennt ist fraglich und
    er findet es sicher interessant.
     
  17. Badener

    Badener Ist fast schon zuhause hier

    ...mein Saxophon ;):)
     
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  18. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier

    Hmmmm Ich schrieb da:

    Ich schrieb da über meine persönlichen Erfahrungen als seit jungen Jahren aktiver Schlechtseher, Brillenschlange und Blindschleiche mit ein paar Augenärzten hatte denen ich im Laufe meiner Saxophonistenzeit begegnet bin. Ich hatte 2 Katarakt OPs, diverse Laserbehandlungen wegen Nachstar, Laserbehandlugnen zur Absenkung des Augeninnendrucks etc. Da kommen schon ein paar Ärzte und Beratungsgespräche zusammen....

    Und die "Schwammigkeit" in den Aussagen kommt mit Sicherheit nicht von "kollektivem Nichtwissen über grundlegende Körperfunktionen".
    Wie käme ich auch dazu mit meinen beschränkten Erfahrungen so eine Aussage zu machen.
    Sondern von meiner Einschätzung nach eher dünn verteiltem Wissen über Unterschiede beim Spielen unterschiedlicher Blasinstrumente. Wie könnte es auch anders sein, welcher Augenarzt kennt sich schon im Detail mit unterschiedlichen Blasinstrumenten aus. Detailkenntnisse über Unterschiede beim Spielen einer Trompete im Vergleich zu einem Saxophon - und das war meine Frage - wären da reiner Zufall.

    SlowJoe

    Die Empfehlung nach der OP grössere Anstrengungen und Pressatmung zu vermeiden bekam ich auch.
     
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  19. Lagoona

    Lagoona Ist fast schon zuhause hier

    @slowjoe
    Ich würde meinen Patienten folgendes mitteilen:

    Bitte vermeiden sie in den nächsten 2 Wochen jegliche Art von Anspannung der Bauchmuskel außer dem täglichen normalen Ablauf wie Aufstehen, Gehen, Anziehen usw...und vorsichtig auf Toilette gehen.
    Ich glaube Dir Deine Historie und frage mich aber, warum die Kommunikation so stattfindet.
    Selbst wenn ich als Arzt noch nie ein Saxophon gesehen habe, käme von mir die Frage:
    Müssen sie dafür die Bauchmuskeln anspannen um Druck zu erzeugen?
    Antwort: Ja
    Dann lassen Sie es bitte!

    Bei mir müsstest Du noch unterschreiben, dass du darüber informiert worden bist.
     
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  20. hoschi

    hoschi Ist fast schon zuhause hier

    beide seiten, beide linsen getauscht…schon vor jahren…inkl. retinablöung, öleinfüllung...usw...usw...war ein erlebnis...wir hatten einen ganz guten augenprof hier in wuppertal...
    bin da jedes quartal zur kontrolle…alles super gut, linsen sitzen, innendruck ist super…
    wenn du da respekt hast, was nur natürlich ist, gehe regelmäßig zur kontrolle, augeninnendruck, d.h. 2x ins auge blasen, dauert keine 20 sec.
    und dann die intervalle verlängern..

    ich hab keine probs damit und mein operateur als auch augendoc zuhause sagt, sax spielen wäre ok, nicht tagsdrauf, nicht stundenlange konzerte...
     
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Status des Themas:
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