Warum denkt man immer, man ist schlecht?

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von Saxoryx, 29.Mai.2026 um 10:41 Uhr.

  1. Eike_Sax

    Eike_Sax Nicht zu schüchtern zum Reden

    Horizon ahead - was für ein wunderschönes Stück.

    Chattie sagt dazu:
    • Golson erzählte bei Konzerten, dass die Formulierung „Horizon Ahead“ von dem großen Jazzpianisten Hank Jones stammte. Jones hatte diesen Ausdruck einmal eher beiläufig verwendet. Erst später wurde Golson klar, wie gut er den Jazz beschreibt: Man bewegt sich immer auf einen Horizont zu, erreicht ihn aber nie ganz. Perfektion bleibt ständig vor einem – genau wie der Horizont.
    • Bei einem Konzertbericht wurde erwähnt, dass Golson das Stück sogar Hank Jones widmete und diese Geschichte auf der Bühne erzählte.
    • Noch bevor das Album Horizon Ahead von 2016 erschien, spielte Golson das Stück bereits jahrelang live. Ein Bericht aus dem Jahr 2000 beschreibt „Horizon Ahead“ als eine Komposition, die Golson „allen aufstrebenden Jazzmusikern“ widmete. Die Idee dahinter passt wiederum zum Titel: Es gibt immer ein nächstes Ziel, immer einen weiteren Horizont.
    • Interessant ist auch, dass viele Kritiker fanden, das Stück spiegele Golsons Persönlichkeit wider: elegant, optimistisch und gleichzeitig nachdenklich. In Konzertkritiken wird beschrieben, wie er oft erst eine längere Geschichte erzählte und anschließend „Horizon Ahead“ spielte – fast wie eine musikalische Fortsetzung seiner Gedanken.
    • Der Titel begleitete Golson über Jahrzehnte. Bereits Ende der 1990er wurde er als Eröffnungsstück seiner Konzerte erwähnt, lange bevor er dem Album von 2016 seinen Namen gab.
    Wer Golson als Erzähler mochte, findet gerade bei diesem Stück einen typischen Gedanken von ihm: Jazz ist kein Zustand, den man erreicht, sondern ein Weg, auf dem immer noch etwas vor einem liegt – eben ein „Horizon Ahead“.

    zurück zum Thema - danke für die vielen guten Tipps hier. :)
     
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  2. altoSaxo

    altoSaxo Strebt nach Höherem

    Gut oder schlecht ist für mich nicht 1 oder 0. Ich kann Stück X gut spielen und Stück Y, dass ich noch nicht genug geübt habe, schlecht. Dabei bin ich insgesamt weder gut noch schlecht. Schlecht bis gut sehe ich als Spektrum verschiedener und veränderbarer Parameter*, die meine Fähigkeiten als Saxophonist in der Summe ausmachen und von Stück zu Stück variieren können. So definiere ich das für mich, aber das kann natürlich jeder anders sehen.

    *z. B. Intonation, Vom-Blattspiel, Rhythmussicherheit, Microtiming, Geschwindigkeit, Genauigkeit der Phrasierung, Impro-Fähigkeiten, Erfahrung in verschiedenen Stilen, Beherrschung der Dynamik, Soundqualität- und Variabilität, Theoriekenntnisse, Wissen über Komponisten und Stücke, Kenntnisse zur Funktionsweise des Instruments, Ausdauer, Gehörbildung, Fähigkeit zur Interaktion, etc.
     
    Spätberufener und _Eb gefällt das.
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