Wie sinnvoll sind Licks beim Improvisieren?

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von ufosax, 25.September.2025.

  1. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Zusammen,

    Ich habe mir Moises abonert, und dieses App hat mir von Anfang an viel Freude bereitet und nützliche Dienste erwiesen.
    Jetzt habe ich probiert, auf die verschiedenen einzelnen Parts zu improvisieren. Es war eine sehr interessante Erfahrung.
    Plötzlich hatte ich viel Platz und alles war sehr deutlich. Es erleichterte mir die Kommunikation sehr.
    Und wenn zu jedem Instrument satt improvisiert wurde, kommt alles beisammen: Schlagzeug und Bass lasse ich unberührt, Klavier und Gitarre stelle ich leiser. Und dann, wenn ich auf das Fertige improvisiere, bin ich mit einzelnen rhythmischen Linien im Stück recht vertraut.
    Ich vermute schwer, erfahrene Musiker hören einzelne Linien auch ohne Moises deutlich. Für mich als Anfänger war es sehr hilfreich.

    Weiß jetzt nicht, ob jemand eine vergleichbare Erfahrung gemacht hat.

    Liebe Grüße, Alex.

    P.S. Moises arbeitet nicht sauber, zumindest meine 5 Euro Version, aber für die Übungsszwecke reicht es allemal.

    P.P.S. Es entstehen dabei quasi keine Leaks, wenn.man es nicht möchte. Aber man erforscht quasi die rhytmischen Möglichkeiten und kann viel besser reagieren.
     
  2. ppue

    ppue Mod Experte

    Erkläre doch mal die App. So sagt mir das alles nichts.
     
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  3. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    @ppue Ist wohl eine KI - Anwendung, die Stücke in Tracks teilt und jedem Instrument einen Track zuteilt. Man kann dann jedes Instrument lauter oder leiser machen oder gar ausschalten. Auch Vokal.
    So sieht es dann aus.
    Da sind nur Schlagzeug und Bass. Ich orientiere mich an Bass sehr schwierig. Wenn ich aber Bass ein paar Mal separat anhöre, höre ich ihn auch besser im Stück.
     

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  4. Iwivera*

    Iwivera* Ist fast schon zuhause hier

    Mein früherer Saxlehrer hat mir immer empfohlen, besonders auf den Bass zu achten. Fiel mir gerade wieder ein.
    Ich nutze die kostenlose Version von Moises, um die Vocals rauszufiltern. Es geht einigermaßen, finde ich. Die angezeigten Akkorde stimmen eher nicht, allenfalls als grobe Orientierung.
     
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  5. Lagoona

    Lagoona Ist fast schon zuhause hier

    Wenn ich mich recht erinnere, dann war das auch die Empfehlung in einem sehr gut gemachten Harmonie-Lehre Kurs, den ich vor vielen Jahren absolviert habe. Auf den Bass zu hören,
    um die Tonart zu erkennen.
    Danke Peter, der Kurs war spitze.
     
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  6. ppue

    ppue Mod Experte

  7. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    Ich finde solche Aussagen sehr demotivierend für Anfänger im Improvisieren. Für Profis mag das gelten, was er sagt, und falsch ist es natürlich auch nicht, aber was soll ich als Anfängerin im Improvisieren damit anfangen? Das nützt mir gar nichts. Wie du sagst, Giuseppe, man muss erstmal Vokabeln lernen, dann kann man Geschichten oder meinetwegen Gedichte schreiben. Und welcher Dialog oder auch Monolog in einer Geschichte enthält kein bekanntes Material? Dann würde ja niemand verstehen, was ich sagen will.

    Gut, in der Musik ist es etwas anders, das stimmt. Man hört Musik anders als man ein Buch liest. Aber trotzdem ist es doch ähnlich. Manchmal ist eine bekannte Redewendung eben genau das, was man braucht. Aber die Vorrausetzung ist, dass man diese Redewendung überhaupt kennt. Als Anfänger muss man die erstmal kennenlernen, dann kann man damit herumspielen, Wortspielereien machen, sie verzerren, umdrehen, auf den Kopf stellen, was auch immer.

    Solche Aussagen wie die von Lee Konitz haben mich jahrelang vom Improvisieren abgehalten. Weil das ein Ideal ist, dass man nie erreichen kann. (Und vielleicht auch gar nicht will. Mich interessiert der Prozess eigentlich nicht besonders, mehr das Ergebnis.) Nicht als Hobbymusiker, der einmal, zweimal in der Woche übt, weil er nicht mehr Zeit dafür hat. Wir Anfänger sind mit Licks und bekannten Redewendungen besser bedient. Wenn man sich allerdings nur daran festhält, dann wird man sich bald mit sich selbst langweilen (ganz zu schweigen von den Zuhörern). Für Profis sieht es immer anders aus als für uns Ab-und-zu-mal-Spieler, das ist klar, aber trotzdem finde ich die Aussage von Lee Konitz grenzwertig. Er setzt seine eigene Vorstellung, die ihm viel bringt, als Standard oder als die beste Methode.

    Das ist sie nicht. Nicht für jeden. Jeder muss seine eigene Sprache finden. Wir alle sprechen Deutsch, und trotzdem spricht jeder von uns es anders. Jeder hat seine eigene Art zu sprechen. So ist Improvisieren für mich auch. Ich will nicht spielen wie Lee Konitz (falls ich das je könnte), sondern ich will spielen wie ich. Meine eigene Ausdrucksweise, meine eigenen Redewendungen oder das Verwenden bekannter Redewendungen auf die mir eigene, einzigartige Art. Die jeder hat. Lee Konitz hat seine und das ist sein gutes Recht, aber es ist nicht meine und eventuell auch nicht die vieler anderer. Es ist eben die von Lee Konitz.
     
  8. Bb7

    Bb7 Ist fast schon zuhause hier

    Ich verstehe dich und ich verstehe dich nicht. Lass doch andere Leute spielen , wie sie können und wollen. Höre es dir ggf. an und lerne etwas oder auch nicht. Letztlich geht es doch nur um dich und nicht um Vergleiche mit profis. Da verlierst du doch immer......ich auch, aber mich interessiert das null. Ich mache da einfach mein eigenes Ding....jenseits von gut oder schlecht.
     
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  9. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    A geh.
    Die Sprache ist gleich, nur was zu sagen ist kann man so oder so sagen.
    Insofern gibt es auch Regeln. Meistens jedenfalls.

     
  10. Moritz.M

    Moritz.M Ist fast schon zuhause hier

    :cry2:
     
  11. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Das ist weder Lee Konitz‘ Schuld noch durch den Inhalt seiner Aussage begründet.

    Du magst zu viel Respekt vor dem ganzen Berg haben, bevor du den ersten Schritt auf den Wanderweg setzt - und danach alle anderen hinterher, immer nur einen nach dem anderen. Das kennen wir alle, nein ich korrigiere, viele kennen das. Man nennt es auch innerer Schweinehund. Oder vielleicht auch übermäßiger Respekt, mit ein bisschen Minderwertigkeitsgefühl. Alles in allem ist das ganz gesund, so lange wir uns entweder doch noch aufraffen um es doch selber zu tun, oder uns demütig verneigen und es gut sein lassen.

    Aber jemandem, der als leuchtendes Beispiel voran geht, die Schuld dafür zu geben, dass wir uns nicht aufraffen wollen, ist weder fair, noch holt es uns aus dieser Trägheit.

    Du schreibst dich um Kopf und Kragen, warum du etwas nicht machen kannst, was du gerne machen würdest. Improvisieren, auswendig spielen. Und der Zeit hättest du vielleicht sogar eine Seite von der Weihnachtsnummer auswendig gelernt. Probier es doch mal! Immer nur ein kleiner Schritt und dann der nächste.
    Ohne zu viel Blick auf die Größe des ganzen Projektes. Wenn du bis Weihnachten nur eine Zeile auswendig kannst, hast du einen großen Schritt gemacht!
     
    altoSaxo, Sax_Player, bthebob und 3 anderen gefällt das.
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