Wurde an der Musikhochschule genommen

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von Kristina, 18.Juni.2017.

  1. StivenMasterJaZz

    StivenMasterJaZz Schaut nur mal vorbei

    Hallo. (ich bin neu )Ich habe eine Frage. Ich möchte gerne an oder Hochschule fur Musik bestanden, Richtung Jazz/Pop, da hab ich ein Eignungsprufüng, und was soll ich da am besten spielen, - Vorspiel von bis zu drei Stücken aus Jazz - oder Popmusik mit Improvisation. Mfg
     
  2. prinzipal

    prinzipal Ist fast schon zuhause hier

    rehallo, also herzlich willkommen. je nach hochschule sind die anforderungen je nach studiengang auch unterschiedlich.

    eine improvisation sollte allerdings eine echte improvisation sein, und keine transskiption einer improvisation eines anderen menschen. dies mag in einigen modulen eine eigene prüfungsaufgabe sein und ist eine sehr gute übung.

    auch sollte das vorspiel ohne probleme mit der begleitband möglich sein, die aus erfahrenen kollegen bestehen würde - im besten fall.

    wer nur mit cds anrückt oder nach bluetooth monitoren fragt, kann schonmal als wenig lebendig eingestuft werden.

    gelegentlich wird auch im jazz- und popbereich blattspiel geprüft, das können die üblichen pro bigband stimmen sein, oder auch mal ein teil einer flötensonate von bach oder eines klarinettenwerkes von karg- elert, einfach wegen der offenheit für diversität.

    viel glück !

    :-D
     
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  3. bluefrog

    bluefrog Ist fast schon zuhause hier

  4. StivenMasterJaZz

    StivenMasterJaZz Schaut nur mal vorbei

  5. Rick

    Rick Experte

    Klar, es gibt ja sowieso immer weniger öffentliche Stellen für Musiker, und im privaten Bereich war es schon immer (für Jazzer) wurscht, ob Du ein Diplom hast oder nicht.
    Ich frage mich deshalb schon lange, wozu es überhaupt noch dieses mittlerweile antiquierte Modell des Musikstudiums gibt, und ob diese Ausbildung, die in Deutschland noch nie an so vielen Hochschulen angeboten wurde wie heutzutage, nicht sogar Interessenten in die Irre führt, nach dem Motto: Wenn man es studieren kann, dann hat man damit etwas Solides in der Hand.

    Der Musikmarkt ändert sich gerade mal wieder extrem, es gibt immer mehr DJs, immer weniger echte Live-Musik, das typische Jazzclub-Publikum ist im Rentenalter und langfristig am Aussterben.
    Wer sich nicht anpasst, kommt unter die Räder, Studium und Diplom interessieren weder die Zuhörer noch die Veranstalter, wenn die Musik einfach nicht attraktiv genug ist.
     
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  6. Paco_de_Lucia

    Paco_de_Lucia Ist fast schon zuhause hier

    @Rick leider ein ganz dickes 'you're right!' aber:
    hätten Parker und Dizz auch so gedacht, als sie für gutbetuchte weiße Tussen und Männer in Smokings mit Vatermörder langweilge Broadway-Melodien geträllert haben, dann gäbe es heute keinen Bebop → und viel. gar keinen Jazz in dieser Form.
    Also, müssen wir als alte! Jazzer halt gegenhalten. Zitat aus einem meiner Lieblingsfilme: 'Jazzer müssen Revolution machen'
    aber: ich weiß auch um die Tücken, ich hatte selber mal ne Zeitlang so ein Drum&Base-Project, aber ich bekam da echt Hörschäden ;-(
    sofern, .... es ist ja zudem auch eine Frage des Hörgeschmacks, und der wiederum bedingt eine gewisse kulturelle Bildung.
    Oder einfach: die Fähigkeit zu differenzieren.
    Nettes Zitat aus der Pause - Chick Corea & Steve Gadd - Konzert:
    mehrere Paare warteten in der Pause [das ist schon so ein Ding für sich] und unterhielten sich:
    'also, wir haben gelost und die Wahl viel auf besagtes Konzert, und aber: ich mag ja voll Jazz - also so mit Streichern und Rieu, aber die hier,
    die können ja gar nicht richtig spielen - alles solche Dissonanzen und überhaupt, was macht der da immer an dem Keyboard! [war ne super Rhodes-Simulation] ...und was das gekostet habe [das Ticket], ...'
    das Volk hat gesprochen. Wenn jetzt noch Herr Brecker gespielt hätte, ein Traum.

    Das ändert aber nichts an der Situation - in Italien - immer beliebt - der Live-Musiker!
    Wir haben heute Live-Musik - ich gleich voller Neid - wer spielt denn da - ja der DJ-xxxx - ich - hä? DJ?
    das ist doch nur CD - nene, der spielt live....hm......
    Armer Stefano di Batista ;-)

    back topic: es liegt an einem selber - an uns - der [Jazz]Musiker muss das Publikum auch erziehen.
    War beim Konzert von Barbara Dennerlein - die ich übrigens sehr schätze - als Zuhörer - die hat das Publikum didaktisch sehr gut mitgenommen auf eine Reise der Hammond. Klar, sie spielte Blues in F und Bb, 2 Latins, eine spährische Komposition - nur Klang.
    Aber wunderbar gemacht, hat die Orgel bisi erklärt etc. die Leute waren alle mehr angetan als der Konsument im Chick Corea-Konzert.
    keept on groovin'
    Paco
     
  7. 47tmb

    47tmb Ist fast schon zuhause hier

    In dem Augenblick, wo der/die (Jazz?-)Musiker/in verstanden hat, dass das Publikum unterhalten werden will, dass die Leute nach Hause gehen wollen mit dem Gefühl:" Jau, ich hab' mich jetzt grad 1 , 2 Stunden wohl gefühlt. " kommt auch das Publikum....
     
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  8. guemat

    guemat Ist fast schon zuhause hier

    Ich verstehe nicht warum von Musikern immer so ein DJ Bashing ausgeht?

    Wodurch unterscheidet sich ein DJ (arbeitet mit Samples und Loops, und Aufgenommenen Nummern)
    von einem Musiker außer dem "Werkzeug"?

    Gut es gibt auch DJs die man durch eine Playlist oder einen Wurlitzer ersetzen könnte..

    aber es gibt auch Musiker die man durch einen Zufallsgenerator gesteuerten Tonerzeuger ersetzen kann.

    jm2c

    gue
     
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  9. Werner

    Werner Ist fast schon zuhause hier

    Ein paar Jahrzehnte Üben, zumindest bei den Jazzern (und auch anderen Stilistiken)


    http://swing-jazz-berlin.de/sorano-solo/
     
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  10. hiroaki

    hiroaki Ist fast schon zuhause hier

    Auch ein DJ muss üben, bis er seine Musik beherrscht.

    Das Problem des schlechten Ansehens rührt wahrscheinlich daher, dass der DJ ursprünglich nur Platten aufgelegt hat und allenfalls die Leute mit Sprüchen angeheizt hat.
    Das hat sich doch ziemlich geändert.
    Der DJ heutzutage ist eher vergleichbar mit dem Alleinunterhalter. Auch dieser benutzt gerne hochtechnisierte Orgeln, die auch mit Automatisierungen, Samples etc. arbeiten.
     
  11. guemat

    guemat Ist fast schon zuhause hier

    aha kein Musiker....
     
  12. Werner

    Werner Ist fast schon zuhause hier

    . . . aha. Mehr als 4 Wochen? Und wenn er zB eine Woche mal nicht übt, kann er dann noch auftreten?

    Beste Grüsse



    http://swing-jazz-berlin.de/sorano-solo/
     
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  13. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Hmmmm....kann es sein, dass an Dir vorbei gegangen ist, was Profi DJs alles auf der Pfanne haben müssen?

    Oder glaubst Du, dass wenn es so einfach wäre, die Top DJ dann auch siebenstellige Jahresgagen bekommen würden?

    Das sind keine simplen "Plattenwechsler" mehr...

    CzG

    Dreas
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.November.2017
  14. ehopper1

    ehopper1 Ist fast schon zuhause hier

    Ein DJ tut sich eher leichter sein Publikum "mitzunehmen".

    Wir Musiker spielen mit einer Band bestimmte Stile: Jazz, Blues, Latin, Pop oder so ..., meinetwegen auch Mischungen aus allem.
    Als Band bist du ja schon ziemlich an dein zusammengestelltes Set gebunden.

    Ein DJ hat den Vorteil, dass er relativ schnell umstellen kann, wenn die Stimmung sich ändert.
    Beim Sportler-Ausflug (ich habe entsprechende Erfahrung als langjähriger Fußballer) kommen Schlager besser an als irgendwelches "komisches Popzeugs".
    Ruckzuck spielt der DJ nur noch Schlager und du bist dann von schlecht singenden Ballermännern umgeben. ;-)

    Außerdem ist ein Konzert mit einer Band eher etwas für Zuhörer.
    Zu DJs geht man heute doch eher weil dort Party ist.
    So wie früher zu Tanzveranstaltungen, bei denen aber zumindest Livebands spielten, und das sogar ziemlich gut!

    Bei mir in der Nähe gab es vor ewiger Zeit mal eine Diskothek, in der ein Abend pro Woche eine Liveband spielte.
    Da war sogar mal Chris Farlowe mit den Thunderbirds zu Gast. Ein Hammer war das! Vier(!) Sets statt zwei, und noch jede Menge Zugaben. Und eine fantastische Stimmung!

    Lg
    Mike
     
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  15. Werner

    Werner Ist fast schon zuhause hier

    Den Satz versteh ich nicht.

    Aber egal. Top Leute mit Spezialleistungen gibt es so oder so überall, bei den Musikern eben Leute wie Chick Corea, Brecker etc.

    Bleibt man bei der handelsüblichen Qualität, wie sieht dann der relative Arbeitsaufwand aus beim Musiker und beim DJ?
    Also nochmal gefragt:
    "Auch ein DJ muss üben, bis er seine Musik beherrscht.
    . . . aha. Mehr als 4 Wochen? Und wenn er zB eine Woche mal nicht übt, kann er dann noch auftreten?"

    (Das auch der DJ besser wird, je länger er seinen Job macht, ist dabei ja kein Widerspruch).




    http://swing-jazz-berlin.de
     
  16. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    @Werner

    Hier die top 10 DJs 2017 mit ihrem jeweiligen Jahressalär:

    10. Zedd 19 Mio. USD
    9. Martin Garrix 19,5 Mio. USD
    8. Marshmello 21 Mio. USD
    7. David Guetta 25 Mio. USD
    6. Diplo 28,5 Mio. USD
    5. Steve Aoki 29,5 Mio. USD
    4. Skrillex 30 Mio. USD
    3. The Chainsmokers 38 Mio. USD
    2. Tiësto 39 Mio. USD
    1. Calvin Harris 48,5 Mio USD

    (Quelle: Forbes Magszine)

    Wenn das, was die machen, so leicht wäre, würden sie nicht diese Gagen bekommen, weil es viel mehr gäbe, die das auch so könnten.

    Sicher ist richtig, dass es da, wie überall, auch Vollpfosten gibt, die grad' mal den Startknopf ihrer Anlage finden. Die meinte ich aber auch nicht.

    CzG

    Dreas
     
  17. Werner

    Werner Ist fast schon zuhause hier

    . . . und ich meine die handelsüblichen Musiker und DJs. Der Aufwand unterscheidet sich um Lichtjahre. Offensichtlich.




    http://swing-jazz-berlin.de
     
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  18. Saxophonia

    Saxophonia Ist fast schon zuhause hier

    Ein Gagenvergleich verführt zum Denken, man könne eine Leistung in Zahlen ausdrücken.
    Liesse eine hohe Gage immer auf eine hohe Leistung schliessen (und ein niedriges Gehalt gar auf wenig Leistung), dann wäre die Welt gerecht. Mir scheint es zweifelhaft, dass das so ist. Es ist wohl eher so, dass die Nachfrage bzw. die Möglichkeit der Vermarktung die Höhe der Gage bestimmt.
    Erst gestern habe ich eine interessante Rede des Soziologen Ueli Mäder gehört. Er sagte, dass in den 1980er Jahren die Wichtigkeit von Arbeit in den Hintergrund getreten ist, seitdem wird zunehmend in Geld gemessen. Es zählt nicht mehr, was einer leistet, sondern was einer verdient - und so wird er auch bewertet.
    Daran krankt unsere Gesellschaft meiner Meinung nach. Diese Gewichtung finde ich bedenklich.
    Ich sage nicht, dass es nicht super geniale DJs geben kann, mit hoher Musikalität und Können. Aber das anhand eines Gagenvergleichs festmachen zu wollen, finde ich unsinnig.
    Das geht in die gleiche Richtung wie: "Je beliebter etwas ist, desto besser ist es auch." Da komme ich gerne mit dem Gegenargument: "Nur weil viele Fliegen auf einem Kuhfladen sitzen, hat der Kuhfladen dennoch nichts mit hoher Kochkunst zu tun."

    Hüstel, diese Diskussion hat nicht mehr soooo viel mit dem Thread-Thema zu tun :smil3dbd4e29bbcc7:
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.November.2017
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  19. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Nur noch eine Ergänzung.

    Es gibt einen Markt dafür, sonst würden diese Gagen nicht gezahlt.

    Und wenn es jeder könnte, würden die Gagen auch nicht gezahlt, weil viel mehr top Anbieter unterwegs wären.

    Und berufliches Können, insbesonder in diesem Markt, hat nicht nur was mit dem eigentlichen Job zu tun, sonder das "Können"
    ist ein Gesamtpaket, inkl. Eigenvermarktung, Netzwerk/Beziehungen, Entertainmentfähigkeiten, sicher besser verkaufen können.
    (das ist übrigens in beinahe jedem Job so. Wer sich besser verkaufen kann, verdient auch mehr. Und das war schon immer so.)

    Wenn's so einfach wäre, würde ich das auch machen, gibt schlimmere Jobs, ist es aber nicht.

    CzG

    Dreas
     
  20. RomBl

    RomBl Ist fast schon zuhause hier

    Ich werde alt (oder bin es wohl möglich schon) - von den 10 Lichtgestalten habe ich den 7. Namen zumindest mal entfernt gehört.
    Der Rest ist mir gänzlich unbekannt - und da kann ich super mit leben ... :D
     
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